Jüngere Tochter des Königs
Balduin II. von Jerusalem und der Morphia
von Melitene, Tochter von Fürst Gabriel
Brandenburg Erich: Tafel 41 Seite 82
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XII. 379. Hodierna
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* ..., + nach 1159
Gemahl: 1131 Raimund II. Graf von Tripolis (siehe XIV
313)
+ 1151 oder 1152
HODIERNA
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+ 1160
oo Raimund II. von Toulouse, Graf von Tripolis
Der Zwischenfall stellte zwischen
Fulk und Pons wieder gute Beziehungen her. Bald darauf wurde
Pons' Sohn und Erbe mit der Schwester der Königin,
Hodierna von Jerusalem, vermählt, während seine Tochter
Agnes den Sohn von Fulks Konnetabel
zu Antiochia, Reinhard Mazoir von Marqab, heiratete.
Pons Sohn und Nachfolger Raimund II. war von leidenschaftlicherer
Wesensart. Er war jetzt 22 Jahre alt und hatte kürzlich Hodierna
von Jerusalem, die Schwester Königin
Melisendes, geheiratet, der er in eifersüchtiger Liebe
ergeben war.
Das Eheleben des Grafen Raimund II. von Tripolis
und seiner Gattin Hodierna war nicht
gerade glücklich. Hodierna war
gleich ihren Schwestern Melisende und
Alice
eine halsstarrige, ungestüme und lebenslustige Frau. Über die
eheliche Geburt ihrer Tochter Melisende wurde allerlei Zweifel geflüstert.
Raimund,
von leidenschaftlicher Eifersucht erfüllt, versuchte, sie in orientalischer
Abgeschiedenheit zu halten. Zu Beginn des Jahres 1152 war ihr Verhältnis
so schlecht geworden, daß Königin Melisende
sich zum Einschreiten verplichtet fühlte. Sie reiste mit ihrem Sohn,
dem König, nach Tripolis, um eine Aussöhnung zusammenzuflicken.
Mit Raimund und Hodierna
erzielte
die Königin ein besseres Ergebnis als mit ihrer Nichte Konstanze von
Antiochia. Sie waren einverstanden, ihren Zwist beizulegen; trotzdem hielt
man es für das beste, wenn Hodierna
einen langen Urlaub in Jerusalem nähme. Die Königin und die Gräfin
machten sich auf der Straße nach Süden auf den Weg, und der
Graf gab ihnen etwa eine Meile weit das Geleit. Als er durch das Südtor
in seine Hauptstadt zurückritt, sprang eine Bande von Assassinnen
aus dem Hinterhalt hervor und erdolchte ihn. Sofort wurden Boten ausgesandt,
um die Königin und die Gräfin zurückzuholen, und Hodierna
übernahm die Regentschaft im Namen ihres 12-jährigen Sohnes
Raimund III. Aber wie auch zu Antiochia wurde ein Mann als Verweser der
Regierung gebraucht; und Balduin sah
sich als nächster männlicher Anverwandter genötigt, die
Vormundschaft zu übernehmen.
Mayer Hans Eberhard: Seite 103
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Es war 1157 ein hochgestelltes Damenkabinett bestehend aus Königin Melisendis, ihrer Schwester Hodierna von Tripolis und einer in Bethanien als Nonne lebenden Gräfin von Flandern, das die Wahl Amalrichs von Nesle, der vor 1143 Kaplan der Melisendis gewesen war, zum Patriarchen von Jerusalem durchsetzte. Nach der Ermordung ihres Gatten veranlaßte König Balduin III. die Barone, der Gräfin für ihren unmündigen Sohn zu huldigen.
Pernoud Regine: Seite 102-104
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“Frauen zur Zeit der Kreuzzüge”
Melisendes Schwester
Hodierna war mit Raimund II. von Tripolis verheiratet,
der einen zweifelhaften Ruf genoß. Man verdächtigte ihn, er
habe Alfons-Jordan, den Sohn Raimunds von Saint-Gilles, vergiften lassen
und Bertrand, Raimunds Enkel, mit Nur ed-Dins
Hilfe
ausgeschaltet (er mußte 12 Jahre in Aleppo in Gefangenschaft verbringen).
Seiner Ehefrau Hodierna gegenüber
benahm sich Raimund eher wie ein Haremsfürst als wie ein christlicher
Gebieter. In seiner maßlosen Eifersucht behandelte er sie praktisch
wie eine Gefangene; anscheinend war jedoch Hodiernas
Lebenswandel nicht völlig über jeden Zweifel erhaben, denn es
kursierten ähnliche Gerüchte wie seinerzeit um Melisende
und Hugo von Le Puiset. Wie schon damals bei Alice
ergriff die Königin leidenschaftlich Partei für ihre jüngere
Schwester und reiste in Begleitung ihre Sohnes Balduin
persönlich nach Tripolis. "Königin Melisende
war nach Tripolis gekommen, um die Dinge zu entschärfen. Sie redete
dem Grafen gut zu, seine krankhafte Eifersucht und das Mißtrauen
gegen seine Frau aufzugeben. Als die Königin sah, daß sie nichts
ausrichten konnte, hielt sie es für besser, ihre Schwester nach Jerusalem
mitzunehmen, da sie sich sehr unglücklich fühlte." Vermutlich
hätten die Gespräche und Beschwichtigungsversuche und vor allem
der Vorschlag, die junge Hodierna solle
sich eine Zeitlang in Jerusalem aufhalten, das Paar letzten Endes wieder
zusammengeführt.
Nachdem sich alle über diese Lösung einig waren,
geleitete Raimund II. die Königin und ihre Schwester bis an
den Stadtrand von Tripolis. Dort kam es zu einem dramatischen Zwischenfall:
"Der Graf hatte seine Gemahlin begleitet, und nachdem er sich von ihr verabschiedet
hatte, war er umgekehrt. Als er durch das Stadttor reiten wollte, warteten
die Assassinen in der Barbakane schon auf ihn. Sie fielen über ihn
her, zogen ihr Schwert und töteten ihn."
Der Graf hinterließ einen 12-jährigen Sohn,
Raimund III., und eine Tochter, die auch Melisende hieß. Die Barone
des Landes kamen in Gegenwart des Königs zusammen, um Hodierna
und ihren Kindern zu huldigen. Danach trat Balduin
III. die Heimreise an.
1136
oo Raimund II. Graf von Tripolis
1115- 1152
ermordet
Kinder:
Melisende
um 1143-
Raimund III.
1140- Ende 1187
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 41 Seite 82 -
Mayer,
Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH
1995 Seite 103 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der Kreuzzüge
Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995Seite 102-104 - Runciman, Steven:
Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck
München 1978, Seite 483,499,506,536,584,637,664,706 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 170 -