ROUCY
Lexikon des Mittelalters:
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Roucy
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Grafschaft in Nord-Frankreich (dép. Aisne, cant. Laon),
zunächst Teil eines Fiscus, der von Pippin
II. zugunsten der Kirche von
Reims aufgegliedert wurde. Die Domäne wurde von KARL DEM KAHLEN,
der hier 851 ein Placitum generale (Reichsversammlung) abhielt, wieder
in Königsbesitz zurückgeführt. Ludwig
IV. Transmarinus ließ seinen Waffengefährten Rainald,
einen aus dem Anjou stammenden Grafen, hier eine Burg errichten (948).
Von Rainald und seiner Gemahlin Alberada, einer
Tochter aus der 1. Ehe der LIUDOLGINGERIN
Gerberga mit Giselbert von
Lotharingien, stammte das erste
Grafenhaus von ROUCY ab; ihm gehörten in der ersten
Generation folgende Geschwister an: Giselbert
von Roucy
Ermentrude, Gemahlin des Grafen Alberich von Mâcon,
dann des Grafen Ott-Wilhelm von Burgund
Bruno, Bischof von Langres
in der folgenden Generation ist zu nennen Ebulus, Sohn von Giselbert und 1022-33 Erzbischof von Reims, mit dem das
Haus im Mannesstamm erlosch.
Ebulus hatte, bevor er in den
Klerus eintrat, Beatrix von Hennegau,
Enkelin von Hugo Capet, geheiratet,
die ihm zwei Töchter
gebar.
Die ältere, Adela,
vermählte sich mit Graf Hilduin
III. v. Ramerupt, der 1060 in Roucy ein der Abtei Marmoutier
unterstehendes Priorat gründete.
Hilduin III. war Ahnherr eines Hauses, dessen namhaftestes
Mitglied sein Sohn Ebulus II.
war; er nahm 1073 in Spanien an der Reconquista teil und heiratete in
Italien eine Tochter von Robert
Guiscard, Sibylle. Eine
Schwester von Ebulus II., Felicia,
wurde als 2. Gattin von Sancho
I. Ramírez 1070 Königin
von Aragón. Das zweite
Grafenhaus von ROUCY erlosch im Mannesstamm mit dem Tode Johanns I. (1200).
Von Eustachia, der Schwester Johanns I., und ihrem Gemahl Robert von Pierrepont-Montaigu
stammte das dritte Grafenhaus
ab, das durch Heirat Johanns IV.
die Grafschaft Braine erwarb. Johann V.
fiel 1346 bei Crécy, Johann VI.,
der letzte Graf, 1415 bei Azincourt (Agincourt).
Am Beginn des vierten Grafenhauses standen Johanna (Jeanne), die Tochter von Johann VI., und ihr Gemahl Robert I. von Saarbrücken,
Herr (Damoiseau) von Commercy.
Diese Familie erlosch 1525 im Mannesstamm mit Amey I., dessen drei Schwestern das
Erbe zerstückelten.
M. Bur