Roger von Hauteville                      Graf von Andria
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um 1150 26.11.1190 hingerichtet?
 

Sohn des N.N.; Nachkomme Drogos von Hauteville
 

Toeche Theodor: Seite 143,146,148,149
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"Kaiser Heinrich VI."

Aber erst allmählich traten aus der Menge der Bewerber um die Krone zwei als die würdigsten hervor. Der apulische Adel war für den mächtigen Grafen Roger von Andria gewonnen. Derselbe stellte 36 Ritter zum Heere. Unter Wilhelm II. war er Großjustitiar des Reiches und Statthalter von Apulien gewesen, und hatte dem Staate, namentlich im Friedensschluß von Venedig, die wichtigsten Dienst geleistet.
Den Grafen von Andria hatte der Kanzler Matthäus als verschwenderisch und ausschweifend verdächtigt; trotzdem hielt der apulische Adel treu zu ihm, und grollend verließen sie alle die Insel.
Graf Andria, der entschiedenste Gegner Tankreds, hatte sogleich zu König HEINRICH gesandt und ihn um baldige Ankunft gebeten.
Die Grafen von Abruzzo, von Andria und gleichgesinnte Barone dagegen führten ihre Scharen den kaiserlichen Marschall zu. Bei der Belagerung des Platzes Ariano gingen die Lebensmittel aus, und die Sonnenhitze erzeugte so heftige Fieber unter den Deutschen, daß sich der Marschall im September 1190 gezwungen sah, das Reich zu verlassen. Der Graf von Andria, auf seine eigenen Kräfte beschränkt, befestigte eilig Rocca di S. Agata und zog sich selbst nach Ascoli zurück, wo er sich gegen den nachdrängenden Grafen von Acerra glücklich verteidigte. Da lud ihn dieser zu einer Unterredung ins Lager ein. Kaum dort erschienen, wurde er von Richard von Acerra gefangengenommen; bald darauf fand er im Kerker seinen Tod.

Reisinger, Christoph: Seite 33,133,136,215,,269
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"Tankred von Lecce."

Bei der Machtfülle des Amtes überrascht es nicht, daß es zumeist dual besetzt wurde. Robert von Lauro, Graf von Caserta, bekleidete es spätestens ab 1171 wohl bis zu seinem Tod am 31. August 1183. Ab 1176 teilten sich Tankred von Lecce und Robert von Caserta das Amt mit einem dritten Grafen - Roger von Andria [137 Zum Amtsantritt 1176 siehe E. Cuozzo, Ruggiero, conte d'Andria. Richerche sulla nozione di regalita al tramonto della monarchia normann, in: Arch. Stor. Prov. Nap. 99 (1981), S. 129-168, S. 146. Roger war seit 1166 Graf von Albe. Diese Grafschaft fiel 1168 an Graf Peter von Celano. Dafür wurde Roger im selben Jahr mit Andria investiert. Cat. Bar. Co., Seite 337f. Roger von Andria bezeuichnete sich auch als Baron von Flumeri und Trevico. E. Jamison, Admiral, Seite 31 Anm. 2.]. Er blieb bis 1189 Amtskollege Tankreds von Lecce und sollte danach zu seinem großen Gegenspieler werden.
Sein alter Kollege im Amt des Magister - Justitiars und Großkonnetabels von ganz Apulien und der Terra di Lavoro, Graf Roger von Andria, hatte sich seinerseits Hoffnungen auf den Thron gemacht, und dachte gar nicht daran, sich mit der Wahl des Grafen von Lecce einfach abzufinden. Während Roger von Andria den Widerstand gegen Tankred in Apulien organisierte, stellte sich Richard von Conza und Carinola in der Terra di Lavoro an die Spitze der Tankred-Gegner.
Roger von Andria ging zu offenem Aufstand über und setzte diejenigen, die auf Tankreds Seite gewechselt waren, unter Druck. Taktisch klug verfocht er dabei nicht mehr eigene Thronansprüche. Er forderte vielmehr HEINRICH VI. auf, nach Sizilien zu kommen und den Thron in Besitz zu nehmen.
Richard von Acerra zog nun die Initiative an sich und schloß seinerseits Roger von Andria, der noch eilends einige seiner Städte befestigt hatte, in Ascoli ein. Mit einem Trick bemächtigte er sich auch bald der Person Rogers: Als sie sich zu Verhandlungen vor der Stadt trafen, ließ der Graf von Acerra Roger kurzerhand festnmehmen, ins Gefängnis werfen und am 26. November töten.
Gefährlichster Gegner Tankreds von Lecce in dieser Region war zweifellos Graf Roger von Andria. Das lag in erster Linie am energischen politischen und militärischen Vorgehen des Grafen schon bald nach der Wahl Tankreds, an seiner Kooperation mit den oppositionellen Kräften in der Terra di Lavoro sowie mit dem deutschen Invasionskorps um Heinrich Testa. Das lag aber auch an der territorialen Zusammensetzung seiner Grafschaft. Mit seinem Stammbesitz um Flumeri und Trevico hielt Graf Roger einen strategisch wertvollen Posten im zentralen Apulien. Vom Zentrum seiner Grafschaft um Andria und Minervino aus stellte er für die Anhänger des Königs an der apulischen Adriaküste und in der Terra di Bari eine permanente Bedrohung dar. Durch seinen Streubesitz in der südlichen Basilicata, einer drchten Burgenkette im Tal des Sinni, konnte er möglicherweise die für Tankred wichtigen Verbindungswege von Bari und Brindisi nach Kalabrien und Sizilien blockieren.

Csendes, Peter: Seite 77,78,80
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"Heinrich VI."

Am 18. November 1189 war König Wilhelm II. kinderlos gestorben. Die Barone, die wohl gehofft hatten, dass der Fall einer Erbfolge der Prinzessin Konstanze nie eintreten würde, dachten in ihrer überwiegenden Zahl nicht daran, die einst zu Troia gegebenen Versprechungen auch einzuhalten. Tatsächlich löste zunächst der Tod des Königs Unruhen im Inneren aus; die Anhänger HEINRICHS VI. und Konstanzes, die eine legitimistische Auffassung vertraten, fanden wenig Anhang. Der Vizekanzler Matheus Aiello von Salerno, der seit den 60-er Jahren gemeinsam mit Walter, Erzbischof von Palermo, an der Spitze des Reiches gestanden hatte, betrieb die Erhebung eines normannischen Prätendenten. Sein Kandidat war Tankred von Lecce, selbst ein Enkel Rogers II., allerdings ein illegitimer Sproß des Königs-Sohnes Roger von Apulien. Soweit man es beurteilen kann, schlossen sich dieser Gruppe die wichtigsten Funktionsträger des alten Königtums an. Auf dem Festland erwuchs Tankred aber in Graf Roger von Andria ein ernsthafter Gegner. Auch Roger konnte seine Abstammung auf das Haus HAUTEVILLE, nämlich auf Drogo, einen älteren Bruder Robert Guiskards, zurückführen. Es war jedoch ohne Zweifel die größere Gefolgschaft im Kreis der königlichen Amtsträger - die Zahl seiner persönlichen Gefolgsleute war eher bescheiden - die für Tankred den Ausschlag gab. Erzbischof Walther hatte seinen Widerstand aufgegeben und krönte schließlich den neuen Herrscher am 18. Januar des Jahres 1190 in Palermo. Die Kurie war von der Entwicklung gleichfalls überrascht worden. Die schnelle Entscheidung zugunsten des Grafen von Lecce ließ auch kaum einen Spielraum. Tankred hatte offensichtlich unmittelbar nach seiner Wahl den Kontakt mit der Kurie hergestellt, so dass, wie die Annalen von Montecassino berichten, die Krönung bereits mit dem Wohlwollen des Papstes erfolgte.
So kommandierte Tankred 1174 eine Flotte, die vergeblich versuchte, Alexandria einzunehmen. Drei Jahre später stand er gemeinsam mit seinem späteren Rivalen Roger von Andria an der Spitze eines Heeres, das sich den Truppen entgegenstellte, die FRIEDRICH BARBAROSSA unter dem Kommando des Erzbischofs Christian von Mainz gegen das Königreich entsandt hatte. Bei Carsoli, östlich von Rom, bezogen die Normannen eine schwere Niederlage, die jedoch ohne weitere Folgen blieb, da mit dem Frieden von Venedig ein Waffenstillstand zwischen dem Kaiser und König Wilhelm zustande kam.
So konnte sich der Graf von Acerra behaupten, und es waren nicht zuletzt die Schwierigkeiten des Klimas, die den Marschall im September zum Rückzug veranlaßten. Für den Grafen von Andria bedeutet dies jedoch den Untergang. Auf sich allein gestellt, verschanzte er sich bei Ascoli, beging allerdings den Fehler, ein Verhandlungsangebot Richards von Acerra anzunehmen. Er wurde gefangengnommen und eingekerkert. Petrus von Eboli zeigt in einer Minaitur Graf Roger in Ketten, aber als königliche Erscheinung in würdiger Haltung, während über ihm ein gnomenhafter Tankred triumphiert. Der Sieger wußte sich seines Feindes zu entledigen, Roger kam nach kurzer Zeit in der Haft ums Leben. Damit hatte König Tankred nach wenigen Monaten seine Herrschaft abgesichert.
 
 
 

  oo N.N.
           
 
 
 

Kinder:

  Robert Graf von Calaggio
        
 
 
 
 

Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993 Seite 77,78,80 - Ottendorff, Hermann: Die Regierung der beiden letzten Normannenkönige Tancreds und Wilhelms III. von Sizilien und ihre Kämpfe gegen Heinrich VI., Dissertation Bonn 1899 Universitäts-Buchdruckerei Bonn Seite 15,17,20 - Reisinger, Christoph: Tankred von Lecce, Kölner Historische Abhandlung 38, Böhlau Verlag Köln/Weimar/Wien 1992 Seite 33,37,75,133,136,173,201,207,215,222, 224,227,231,238,250,269 - Toeche Theodor: Kaiser Heinrich VI. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1965 Seite 137,143,146,148,149 -