Sohn des N.N.; Nachkomme
Drogos
von Hauteville
Toeche Theodor: Seite 143,146,148,149
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"Kaiser Heinrich VI."
Aber erst allmählich traten aus der Menge der
Bewerber
um die Krone zwei als die würdigsten hervor. Der apulische Adel
war
für den mächtigen Grafen Roger von Andria gewonnen.
Derselbe
stellte 36 Ritter zum Heere. Unter Wilhelm
II. war er Großjustitiar des Reiches und Statthalter
von Apulien gewesen, und hatte dem Staate, namentlich im
Friedensschluß
von Venedig, die wichtigsten Dienst geleistet.
Den Grafen von Andria hatte der Kanzler Matthäus
als verschwenderisch und ausschweifend verdächtigt; trotzdem hielt
der apulische Adel treu zu ihm, und grollend verließen sie alle
die
Insel.
Graf Andria, der entschiedenste Gegner Tankreds,
hatte sogleich zu König
HEINRICH gesandt und ihn um baldige Ankunft gebeten.
Die Grafen von Abruzzo, von Andria und gleichgesinnte
Barone dagegen führten ihre Scharen den kaiserlichen Marschall zu.
Bei der Belagerung des Platzes Ariano gingen die Lebensmittel aus, und
die Sonnenhitze erzeugte so heftige Fieber unter den Deutschen,
daß
sich der Marschall im September 1190 gezwungen sah, das Reich zu
verlassen.
Der Graf von Andria, auf seine eigenen Kräfte
beschränkt,
befestigte eilig Rocca di S. Agata und zog sich selbst nach Ascoli
zurück,
wo er sich gegen den nachdrängenden Grafen von Acerra
glücklich
verteidigte. Da lud ihn dieser zu einer Unterredung ins Lager ein. Kaum
dort erschienen, wurde er von Richard
von Acerra gefangengenommen; bald
darauf fand er im Kerker seinen Tod.
Reisinger, Christoph: Seite
33,133,136,215,,269
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"Tankred von Lecce."
Bei der Machtfülle des Amtes überrascht es
nicht,
daß es zumeist dual besetzt wurde. Robert von Lauro, Graf von Caserta,
bekleidete es spätestens ab 1171 wohl bis zu seinem Tod am 31.
August
1183. Ab 1176 teilten sich Tankred von Lecce und
Robert von Caserta das Amt mit
einem dritten Grafen - Roger von Andria
[137 Zum Amtsantritt 1176 siehe E. Cuozzo, Ruggiero, conte
d'Andria.
Richerche sulla nozione di regalita al tramonto della monarchia
normann,
in: Arch. Stor. Prov. Nap. 99 (1981), S. 129-168, S. 146. Roger
war seit 1166 Graf von Albe. Diese Grafschaft fiel 1168 an Graf
Peter von Celano. Dafür wurde Roger im selben Jahr
mit Andria
investiert. Cat. Bar. Co., Seite 337f. Roger von Andria
bezeuichnete
sich auch als Baron von Flumeri und Trevico. E. Jamison, Admiral, Seite
31 Anm. 2.]. Er blieb bis 1189 Amtskollege Tankreds
von Lecce und sollte danach zu seinem großen
Gegenspieler
werden.
Sein alter Kollege im Amt des Magister - Justitiars und
Großkonnetabels von ganz Apulien und der Terra di Lavoro, Graf
Roger von Andria, hatte sich seinerseits Hoffnungen auf den Thron
gemacht,
und dachte gar nicht daran, sich mit der Wahl des Grafen von Lecce
einfach
abzufinden. Während Roger von
Andria den Widerstand gegen Tankred
in Apulien organisierte, stellte sich Richard
von Conza und Carinola in
der Terra di Lavoro an die Spitze der Tankred-Gegner.
Roger von Andria ging zu offenem Aufstand
über
und setzte diejenigen, die auf Tankreds Seite
gewechselt waren, unter Druck. Taktisch klug verfocht er dabei nicht
mehr
eigene Thronansprüche. Er forderte vielmehr HEINRICH
VI. auf, nach Sizilien zu kommen und den Thron in Besitz zu
nehmen.
Richard von Acerra
zog nun die Initiative an sich und
schloß seinerseits Roger von Andria, der noch eilends
einige
seiner Städte befestigt hatte, in Ascoli ein. Mit einem Trick
bemächtigte
er sich auch bald der Person Rogers: Als sie sich zu
Verhandlungen
vor der Stadt trafen, ließ der Graf von Acerra Roger kurzerhand
festnmehmen, ins Gefängnis werfen und am 26. November
töten.
Gefährlichster Gegner Tankreds
von Lecce in dieser Region war zweifellos Graf Roger von
Andria. Das lag in erster Linie am energischen politischen und
militärischen
Vorgehen des Grafen schon bald nach der Wahl Tankreds,
an seiner Kooperation mit den oppositionellen Kräften in der Terra
di Lavoro sowie mit dem deutschen Invasionskorps um Heinrich Testa. Das
lag aber auch an der territorialen Zusammensetzung seiner Grafschaft.
Mit
seinem Stammbesitz um Flumeri und Trevico hielt Graf Roger
einen strategisch wertvollen Posten im zentralen Apulien. Vom Zentrum
seiner
Grafschaft um Andria und Minervino aus stellte er für die
Anhänger
des Königs an der apulischen Adriaküste und in der Terra di
Bari
eine permanente Bedrohung dar. Durch seinen Streubesitz in der
südlichen
Basilicata, einer drchten Burgenkette im Tal des Sinni, konnte er
möglicherweise
die für Tankred wichtigen
Verbindungswege
von Bari und Brindisi nach Kalabrien und Sizilien blockieren.
Csendes, Peter: Seite 77,78,80
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"Heinrich VI."
Am 18. November 1189 war König
Wilhelm II. kinderlos gestorben. Die Barone, die wohl
gehofft
hatten, dass der Fall einer Erbfolge der Prinzessin
Konstanze nie eintreten würde, dachten in ihrer
überwiegenden
Zahl nicht daran, die einst zu Troia gegebenen Versprechungen auch
einzuhalten.
Tatsächlich löste zunächst der Tod des Königs
Unruhen
im Inneren aus; die Anhänger
HEINRICHS VI.
und
Konstanzes, die eine
legitimistische
Auffassung vertraten, fanden wenig Anhang. Der Vizekanzler Matheus Aiello
von Salerno, der seit den 60-er Jahren gemeinsam mit Walter, Erzbischof
von Palermo, an der Spitze des Reiches gestanden hatte, betrieb
die Erhebung
eines normannischen Prätendenten. Sein Kandidat war Tankred
von Lecce, selbst ein Enkel Rogers
II., allerdings ein illegitimer Sproß des Königs-Sohnes
Roger
von Apulien. Soweit man es beurteilen kann, schlossen sich
dieser Gruppe die wichtigsten Funktionsträger des alten
Königtums
an. Auf dem Festland erwuchs Tankred
aber
in Graf Roger von Andria ein ernsthafter Gegner. Auch Roger
konnte
seine Abstammung auf das Haus HAUTEVILLE,
nämlich auf
Drogo,
einen älteren Bruder
Robert
Guiskards,
zurückführen. Es war jedoch ohne Zweifel die
größere
Gefolgschaft im Kreis der königlichen Amtsträger - die Zahl
seiner
persönlichen Gefolgsleute war eher bescheiden - die für Tankred
den
Ausschlag gab. Erzbischof Walther hatte seinen Widerstand
aufgegeben und
krönte schließlich den neuen Herrscher am 18. Januar des
Jahres
1190 in Palermo. Die Kurie war von der Entwicklung gleichfalls
überrascht
worden. Die schnelle Entscheidung zugunsten des Grafen von Lecce
ließ
auch kaum einen Spielraum. Tankred
hatte offensichtlich unmittelbar nach seiner Wahl den Kontakt mit der
Kurie
hergestellt, so dass, wie die Annalen von Montecassino berichten, die
Krönung
bereits mit dem Wohlwollen des Papstes erfolgte.
So kommandierte
Tankred
1174
eine Flotte, die vergeblich versuchte, Alexandria einzunehmen. Drei
Jahre
später stand er gemeinsam mit seinem späteren Rivalen Roger
von Andria an der Spitze eines Heeres, das sich den Truppen
entgegenstellte,
die FRIEDRICH
BARBAROSSA unter dem Kommando des Erzbischofs Christian
von Mainz gegen das Königreich entsandt hatte. Bei Carsoli,
östlich
von Rom, bezogen die Normannen eine schwere Niederlage, die jedoch ohne
weitere Folgen blieb, da mit dem Frieden von Venedig ein
Waffenstillstand
zwischen dem Kaiser und König Wilhelm
zustande kam.
So konnte sich der Graf von Acerra behaupten, und es
waren nicht zuletzt die Schwierigkeiten des Klimas, die den Marschall
im
September zum Rückzug veranlaßten. Für den Grafen
von
Andria bedeutet dies jedoch den Untergang. Auf sich allein
gestellt,
verschanzte er sich bei Ascoli, beging allerdings den Fehler, ein
Verhandlungsangebot
Richards von Acerra anzunehmen.
Er wurde gefangengnommen und eingekerkert.
Petrus von Eboli zeigt in einer Minaitur Graf Roger in Ketten,
aber
als königliche Erscheinung in würdiger Haltung, während
über ihm ein gnomenhafter Tankred
triumphiert. Der Sieger wußte
sich seines Feindes zu entledigen, Roger kam nach kurzer Zeit
in
der Haft ums Leben. Damit hatte König Tankred
nach wenigen Monaten seine Herrschaft abgesichert.
oo N.N.
†
Kinder:
Robert Graf von Calaggio
†
Literatur:
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Csendes, Peter: Heinrich VI., Wissenschaftliche
Buchgemeinschaft Wiesbaden 1993 Seite 77,78,80 - Ottendorff,
Hermann:
Die Regierung der beiden letzten Normannenkönige Tancreds und
Wilhelms
III. von Sizilien und ihre Kämpfe gegen Heinrich VI., Dissertation
Bonn 1899 Universitäts-Buchdruckerei Bonn Seite 15,17,20 - Reisinger,
Christoph: Tankred von Lecce, Kölner Historische Abhandlung 38,
Böhlau
Verlag Köln/Weimar/Wien 1992 Seite
33,37,75,133,136,173,201,207,215,222,
224,227,231,238,250,269 - Toeche Theodor: Kaiser Heinrich VI.
Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1965 Seite 137,143,146,148,149 -