RETHEL
Lexikon des Mittelalters:
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Rethel
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Grafschaft und Stadt in der nördlichen Champagne (dép.
Ardennes).
Die an der Grenze zwischen Königreich Frankreich und Imperium
entstandene Grafschaft bildete sich durch Abspaltung von den karolingischen
Grafschaften Porcien, Castrice und Mouzonnais (Mouzon). Am Anfang stand
die von Erzbischof Fulco von Reims
am Ende des 9. Jh. errichtete Burg
Omont, die der Sicherung der Domäne von Vendresse diente
und um die Mitte des 10. Jh. von Erzbischof
Artaldus an dessen Bruder
Dodo übertragen wurde. Dodos Nachkommen
gaben Omont auf, um sich auf einer anderen Domäne der Kirche von
Reims
zu installieren, dem im Tal der Aisne gelegenen Rethel (vor 1026). Mit
den anderen großen Familien der Region (ROUCY, PORCIEN, VERDUN)
eng verbunden, dehnten die Grafen von Rethel ihre Besitzungen aus, im
Norden bis Mézières und in das obere Tal der Aisne, im
Süden, entlang
den Argonnen bis St-Menehould, das sie schließlich an die Grafen
von
Champagne abtraten.
Das erste Grafenhaus erlosch
1124 mit Gervasius (1106 zum Erzbischof von Reims gewählt),
dem Bruder von Balduin
II., König von
Jerusalem, und von Mathilde,
die die Grafschaft ihrem Gatten Odo
(Eudes), Kastellan von Vitry-en-Perthois, in
die Ehe brachte.
Das zweite Grafenhaus geht
zurück auf Itier (Gunther), den Sohn von Mathilde und Odo, und seine Gemahlin Beatrix von Namur.
Die Grafen von Rethel traten 1179, gemeinsam mit den Grafen von Roucy,
Braine und Porcien, in die Vasallität des Grafen von Champagne
ein,
blieben jedoch Aftervasallen der Erzbischöfe von Reims. Nach dem
Tode Hugos IV. (1290)
übertrug seine Tochter Johanna
das gesamte Erbe ihrem Gemahl Ludwig
von Nevers, dessen gleichnamiger Sohn 1322-1346 Graf von
Flandern
war (Ludwig II. von Nevers).
Über Margarete von Flandern (1350-1405) kam Rethel mit den
anderen Besitzungen des Hauses
FLANDERN 1369 an ihren 2.
Gemahl Philipp den Kühnen
und seine Nachkommen (Burgund).
M. Bur