Raimund Berengar V.                      Graf von Provence (1209-1245)
---------------------------                    Graf von Focalquier
1198
19.8.1245
 

Einziger Sohn des Grafen Alfon II. von Provence aus dem Hause BARCELONA und der Garsinde II. de Sabran, Tochter von Graf Rainon I.
 

Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 410
********************
Raimund Berengar V., Graf von Provence (1209-1245), Graf von Forcalquier
---------------------------
* 1205,
19. August 1245
                Aix-en-Provence

Eltern: Graf Alfons II. von Provence und Garsenda von Sabran

  oo 1220 Beatrix von Savoyen

Töchter:
-----------
o Margarete (oo [1234] Ludwig IX. von Frankreich)
o Eleonore (oo [1236] Heinrich III. von England)
o Sancha (oo [1243] RICHARD VON CORNWALL)
o Beatrix (oo [1246] Karl von Anjou)

Nach dem Tode des Vaters (1209) in Monzon erzogen, übernahm Raimund Berengar IV. ab 1219 die Regierung und betrieb nach 1226 eine Politik der Zentralisierung der Grafengewalt, die sich gegen die städtische Emanzipationstendenzen richtete (Abschaffung der Konsulate in Grasse und Tarascon) und zu einer Annäherung an die KAPETINGER (Avignon 1226) führte. Der Antagonismus Toulouse-Provence zeigte sich nach 1230 im Konflikt des Grafen mit Marseille. Nach einer ersten Verständigung (Juni 1238) durch Vermittlung Jakobs I. von Aragón und FREIDRICHS II., führten dank des militäriscehn Eingreifens Ludwigs IX. weitere kriegerische Auseinandersetzungen (1240) zur endgültigen Unterwerfung der Städte (Marseille 1243). Nachdem Raimund Berengar IV. 1238 dem Kaiser Waffenhilfe gegen die (2.) Lombardische Liga geleistet hatte, unterstützte Raimund Berengar IV. nach der Niederlage vor Brescia die Politik Gregors IX., vertrieb den Vertreter FRIEDRICHS II. aus Arles und wurde mit der Reichsacht belegt. Die Versuche, die Folgen des Vertrags von Meaux-Paris (1229) für den südfranzösischen Raum durch eine Heirat des Toulousaners mit der Erbtochter der Provence abzuwenden, scheiterten trotz des Entgegenkommens Raimund Berengars IV.. Nach seinem Tod fiel sein Reich an seine Tochter Beatrix.

U. Vones-Liebenstein


Thiele, Andreas: Tafel 134
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

RAIMUND BERENGAR V.
-------------------------------------
   
1245

Raimund Berengar IV. war zunächst unter dem Einfluß seiner Tante Konstanze, Gemahlin FRIEDRICHS II., STAUFER-Anhänger, wechselte ins päpstliche Lager über und wurde das Haupt der päpstlichen Partei im Arelat. 1240 geächtet, wurde er vom kaiserlichen Parteigänger Toulouse verjagt und damit völlig ins französische Lager getrieben, so dass er den französischen Schwiegersohn als Universalerben akzeptierte und so Provence, Forcalquier und Arelat dem Deutschen Reich entfremdete. Er unterstützte Ludwig IX. und Papst Innocenz IV. bei der Durchführung des Lyoner Konzils.
 
  oo 1220
        BEATRIX VON SAVOYEN
              
1266

Tochter des Grafen Thomas I. von Aosta


 1220
  oo Beatrix von Savoyen-Aosta, Tochter des Grafen Thomas I.
       1200/05
1266
 
 
 
 

Kinder:

  Margarete
  1221
20.12.1295

27.5.1234
   oo Ludwig IX. der Heilige von Frankreich
        25.4.1214
25.8.1270

  Eleonore
       
25.6.1291

14.1.1236
   oo Heinrich III. König von England
        1207
16.11.1272

  Sancha
      
9.11.1261

22.11.1243
    oo 2. RICHARD Graf von Cornwall
            1209
2.4.1272

  Beatrix
  1234
23.9.1267

19.1.1246
  oo Karl I. Graf von Anjou
       1220
7.1.1285
 
 
 
 

Literatur:
-----------

Berg Dieter: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters. Verlag W. Kohlhammer 2003 Seite 135,139,146 - Ehlers Joachim/Müller Heribert/Schneidmüller Bernd: Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. Verlag C. H. Beck München 1996 Seite 176,186,190,195 - Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel, die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts, Matthiesen Verlag 1999 Seite 16,19-22,38, 50A.,217A.,468,469A.,473 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta Stuttgart 2000 Seite109-110,239,639,643 - Pernoud Regine: Herrscherin in bewegter Zeit. Blanca von Kastilien, Königin von Frakreich. Diederichs Verlag München 1991 Seite 183,216,266,290 - Stürner Wolfgang: Friedrich II. Der Kaiser 1220-1250. Primus Verlag Darmstadt, 2000 Teil II Seite 283,287,461,480,497 A,498,549 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 134 - Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite 333,405 -