Einziger Sohn des Grafen
Pons
von Tripolis aus dem Hause
der RAIMUNDINER und der Cäcilie
von Frankreich, Tochter von König
Philipp I.
Brandenburg Erich: Tafel 15 Seite 31
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"Die Nachkommen Karls des Großen"
XIV. 313. RAIMUND, Graf von Tripolis 1137
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* ..., † 1151 oder 1152
Gemahlin:
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1131
Hodierna, Tochter König Balduins II. von Jerusalem
(siehe XII. 376.)
†
nach 1152
RAIMUND II.
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† 1151 ermordet
Raimund II. folgte 1137 seinem Vater als Graf von Tripolis, versuchte den Vater barbarisch zu rächen und führte verheerende Plünderungszüge in islamisches Gebiet durch. Er mußte nach langen Kriegen byzantinischer Vasall werden, wehrte Erbansprüche seines Vetters Alfons I. von Toulouse ab und wurde durch die Assassinen ermordet.
oo HODIERNA
VON JERUSALEM (DE RETHEL), Tochter des Königs Balduin II.
† 1160
Raimund II. trat 1137 die Nachfolge seines im Kampf gefallenen Vaters Pontius an. 1152 hatten König Balduin III. und seine Mutter Melisendis einen Ehestreit zwischen Raimund II. von Tripolis und dessen Gemahlin Hodierna, einer Schwester Melisendia, zu schlichten. Doch noch während der Anwesenheit des Königs wurde der Graf von Assassinen ermordet und Balduin veranlaßte die Barone, der Gräfin für ihren unmündigen Sohn Raimund III. zu huldigen.
Runciman, Steven: Seite
506-509,591,613,637-638
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"Geschichte der Kreuzzüge"
1137
Pons' Sohn
und Nachfolger Raimund II.
war von leidenschaftlicher Wesenart.
Er war jetzt zweiundzwanzig Jahre
alt und hatte kürzlich Hodierna von
Jerusalem,
die Schwester Königin
Melisendes,
geheiratet, der er in eifersüchtiger Liebe ergeben war. Sein
erster
Schritt war, den Tod seines Vaters zu rächen, und zwar nicht an
den
Mameluken von Damaskus, die zu mächtig für ihn waren, sondern
an den ungetreuen Christen des Libanon. Seine grausame
Rücksichtslosigkeit
schüchterte die Libanesen ein, machte sie aber den Franken nicht
gewogener.
Gegen Ende Juni 1137 zog
Zengi auf Homs, das unter dem
Atabeg von Damaskus befehligt wurde. Zengi
lag seit etwa zwei Wochen vor
der Stadt, als er Nachricht vom Herannahen eines fränkischen
Heeres
aus Tripolis erhielt. Was immer Graf Raimunds Absicht gewesen
sein
mag, sein Vorgehen veranlaßte
Zengi, die Belagerung von Homs aufzuheben
und sich gegen die Franken zu wenden. Indes Raimund sich vor
ihm
zurückzog, drang er vor, um die große Burg Montferrand
zu belagern. Mittlerweile schickte Raimund Boten nach
Jerusalem,
um von König
Fulk Hilfe zu erbitten.
Fulk
eilte mit sämtlichen Mannschaften, die er auftreiben
konnte,
nach Norden, um sich mit Raimund zu vereinigen, und gemeinsam
zogen
sie in Eilmärschen nach Montferrand. Es war ein beschwerlicher
Zug,
und ihr Heer befand sich bald in bejammernswerter Verfassung. Zengi drang
von allen Seiten auf sie ein und besiegte die überraschten
Christen
vollig. Die meisten Christen blieben tot auf dem Feld. Andere, unter
ihnen
der Graf Raimund von Tripolis, wurden gefangengenommen,
während
König
Fulk mit einer kleinen Leibwache
in die Festung entkam.
Zu Fulks freudigen
Erstaunen verlangte Zengi
lediglich die Abtretung von Montferrand. Dem
König wurde mit allen seinen Leuten freier Abzug ewhrt. Mehr noch,
auch die in der Schlacht gefangengenommenen führenden
fränkischen
Ritter, unter ihnen Raimund von Tripolis, sollten auf freien
Fuß
gesetzt werden. Es wurde kein Lösegeld verlangt. Fulk
nahm unverzüglich an, Zengi hielt Wort.
1149
Nur einer der Fürsten des Zweiten Kreuzzuges
verblieb
im Osten, und sein Aufenthalt war unfreiwillig. Der junge Bertrand
von
Toulouse, Graf Alfonsos Bastard-Sohn,
konnte den Gedanken nicht
ertragen, daß das reiche Erbe von Tripolis in den Händen
eines
Vetters blieb, den er im Verdacht hatte, der Mörder seines Vaters
zu sein. Er blieb bis zur Abreise König Ludwigs
in
Palästina; dann zog er mit seinen Leuten aus dem Languedoc nach
Norden,
als beabsichtige er, sich in einem nordsyrischen Hafen einzuschiffen.
Nachdem
er die Ebene, wo die Buqaia sich nach dem Meer hin öffnet,
durchquert
hatte, wandte er sich unversehens landeinwärts und
bemächtigte
sich der Burg Araima. Dort trotzte er den Truppen, die Graf
Raimund
von Tripolis hinschickte, um ihn wieder hinauszusetzen. Graf
Raimund
stieß bei seinen christlichen Fürstengenossen auf kein
Mitgefühl
und wandte sich folglich an Unur von
Damaskus um Hilfe. Unur
und Nur ed-Din
fielen über Araima her, das sich gegen so große Heerscharen
nicht lange zu halten vermochte. Die muslimischen Sieger
plünderten
die Burg vollständig aus und machten sie dem Erdboden gleich.
Sodann
überließen sie sie dem Grafen Raimund zur
Wiederherstellung
und zogen sich mit einer langen Kette von Gefangenen zurück. Bertrand
und
seine Schwester wurden Nur ed-Din zugeteilt. Er nahm sie
mit sich nach
Aleppo, wo sie zwölf Jahre in der Gefangenschaft verbringen
sollten.
Raimund von Toulouse hatte sich bereit gefunden,
den Kaiser als seinen Oberherrn anzuerkennen; und im Jahre 1109 leistete
sein Sohn Bertrand Kaiser Alexios den
Huldigungseid für seine künftige Grafschaft. Raimund II. wiederholte
diese Huldigung gegenüber Kaiser Johannes
im Jahre 1137.
1152
Das Eheleben des Grafen Raimund II. von Tripolis
und seiner Gattin Hodierna war nicht
gerade glücklich. Hodierna
war
gleich ihren Schwestern Melisende und
Alice
eine halsstarrige, ungestüme und lebenslustige Frau. Über die
eheliche Geburt ihrer Tochter Melisende wurde allerlei Zweifel
geflüstert.
Raimund,
von leidenschaftlicher Eifersucht erfüllt, versuchte, sie in
orientalischer
Abgeschiedenheit zu halten. Zu Beginn des Jahres 1152 war ihr
Verhältnis
so schlecht geworden, daß Königin Melisende
sich zum Einschreiten verplichtet fühlte. Sie reiste mit ihrem
Sohn,
dem König, nach Tripolis, um eine Aussöhnung
zusammenzuflicken.
Mit Raimund und Hodierna
erzielte
die Königin ein besseres Ergebnis als mit ihrer Nichte Konstanze von
Antiochia. Sie waren einverstanden, ihren Zwist beizulegen;
trotzdem hielt
man es für das beste, wenn Hodierna
einen langen Urlaub in Jerusalem nähme. Die Königin und die
Gräfin
machten sich auf der Straße nach Süden auf den Weg, und der
Graf gab ihnen etwa eine Meile weit das Geleit. Als er durch das
Südtor
in seine Hauptstadt zurückritt, sprang eine Bande von Assassinnen
aus dem Hinterhalt hervor und erdolchte ihn.
Sofort wurden Boten ausgesandt, um die Königin und
die Gräfin zurückzuholen, und Hodierna
übernahm die Regentschaft im Namen ihres 12-jährigen
Sohnes
Raimund
III. Aber wie auch zu Antiochia wurde ein Mann als Verweser der
Regierung
gebraucht; und Balduin sah sich
als
nächster männlicher Anverwandter genötigt, die
Vormundschaft
zu übernehmen.
1136
oo Hodierne von Jerusalem, Tochter des
Königs
Balduin II.
um 1112 † 1160
Sie war halsstarrig,
ungetüm
und lebenslustig.
Kinder:
Melisende
um 1143 † nach 1161
Raimund III.
1140 † Ende 1187
Literatur:
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Brandenburg Erich: Die Nachkommen Karls des
Großen
Verlag Degener & Co Neustadt an der Aisch 1998 Tafel 15 Seite 31 -
Lehmann
Johannes: Die Kreuzfahrer. Abenteurer Gottes. Gondrom Verlag Bindlach
1991
Seite 214,238 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 83,103 - Norwich John
Julius:
Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH,
Düsseldorf
und München 1993 Band III Seite 150 - Payne Robert: Die
Kreuuzüge.
Zweihundert Jahre Kampf um das Heilige Grab. Albatros Verlag
Düsseldorf
2001 Seite 147-152 - Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der
Kreuzzüge.
Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 50 - Runciman,
Steven:
Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck
München 1978, Seite 506-509,591,613,637-638, 664,698-699 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 175 - Zöllner
Walter: Geschichte der Kreuzzüge. VEB Deutscher Verlag der
Wissenschaften
Berlin 1977 Seite 105 -