Jüngere Tochter der Königin
Isabella I. von Jerusalem aus ihrer 4. Ehe mit König
Amalrich II. von Jerusalem-Zypern
Thiele, Andreas: Tafel 170
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
MELUSINE DE LUSIGNAN
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+ nach 1249
1218
oo Boemund de Poitou, Fürst von Antiochien
+ 1233
Inzwischen ritt König Andreas
von Ungarn zusammen mit König
Hugo hinweg nach Tripolis, wo Bohemund IV., der vormalige
Fürst von Antiochia, der kürzlich seine 1. Gemahlin, Plaisance
von Dschebail verloren hatte, seine Hochzeit mit Hugos
Halbschwester Melisende feierte. Dort
starb Hugo plötzlich am 10. Januar
1218 und hinterließ den Thron von Zypern einem 8 Monate alten Knaben
namens Heinrich.
Im zusammengeschrumpften Königreich Outremer herrschte
trotz seiner Verluste und trotz des Fehlens einer zentralen Regierungsgewalt
innere Ruhe. Königin Alice starb
im Jahr 1246; und die Regentschaft ging nach einem vergeblichen Einspruch
ihrer Halbschwester, der Fürstin-Mutter Melisende
von Antiochia, auf den Nächstberechtigten über, nämlich
ihren Sohn, König Heinrich von Zypern.
Mayer, Hans Eberhard: Seite 221,248
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Man sah daher anfangs davon ab, denn als Johanna von Ibelin
1205 die Regentschaft für Maria la Marquise
übernahm, hatte sie zwei minderjährige Halbschwestern Alice
und Melisende, die nach
dem Vorbild des Thronwechsels von 1163 so lange die nächsten Thronerben
nach Maria waren, wie diese keine Kinder
hatte. Noch 1253 scheute man davor zurück, für den nur wenige
Monate alten Hugo II. von Zypern sofort
einen Anspruch auf die Regenschaft anzumelden. Das tat man erst 1258, und
nun bruachte man konsequenterweise Vormund und Regent für den Regenten.
Als 1267 König Hugo II.
von Zypern, Regent von Jerusalem, starb, trat sein Vetter Hugo
von Antiochia-Lusignan in Zypern seine Nachfolge als König
Hugo III. an, verlangte aber auch die Regentschaft über
Jerusalem. Hierüber kam es in der Haute Cour in Akkon zu einer Auseinandersetzung
mit Maria von Antiochia, die zu einer bemerkenswerten Fortentwicklung
der Verfassung führte. Maria berief sich zu Recht darauf, sowohl
die nächste Verwandte des ja noch lebenden Titular-Königs
Konradin zu sein wie auch die nächste Verwandte seiner
Großmutter Isabella II., die
als letzte den Thron im Osten innegehabt hatte. Hugo
dagegen argumentierte, er sei der nächste Verwandte des letzten Regenten
Hugo II. (ein Prinzip, das schon bei der Bestellung Heinrichs
I. von Zypern zum Regenten 1246 eine Rolle gespielt haben mag,
falls seine Tante Melisendis seine
Ansprüche nicht nur an der Kurie, sondern auch in Akkon bekämpfte),
weshalb er diesem ja in Zypern nachgefolgt sei. Hätte die Haute Cour
sich an ihre eigene Entscheidung von 1265 gehalten, so hätte sie jetzt
den Anspruch Marias anerkennen müssen, denn diese stand, obwohl
einer jüngeren Linie entstammend, geblütsrechtlich sogar um eine
ganze Generation näher als Hugo III.
an der letzten gemeinsamen direkten Vorfahrin, Isabella
I. von Jerusalem, und nicht durch eine frühere Geburt,
was 1264 den Ausschlag gegeben hatte. An dem 1264 etabliierten Prinzip,
daß die Primogenitur hier unbeachtlich sei, es also nicht darauf
ankomme, der älteren Linie zu entstammen, hielt man auch 1269 fest,
was an sich Maria begünstigte. Trotzdem wurde Hugo
III. Regent von Jerusalem mit keinem anderen Recht, als daß
er der nächste Verwandte nicht etwa des Herrschers Konradins,
sondern des letzten Regenten war. Nach Konradins
Hinrichtung
weitete sich nun der Streit um die Regentschaft zum Streit um die Thronfolge
aus. Hugo III. wurde jetzt auch König
von Jerusalem, aber Maria resignierte nicht, sondern gab bei seiner
Krönung 1269 durch einen Notar Protest zu Protokoll. Die Krone von
Jerusalem wurde nun zum Handelsobjekt, denn
Maria verkaufte 1277
in einem bisher unvorstellbare gewesenen Akt ihre Ansprüche an Karl
von Anjou.
1218
oo 2. Bohemund IV. Fürst von Antiochia
um 1172- März 1223
Kinder:
Maria Eventualerbin von Jerusalem
um 1220- nach 1307
Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 220, 221,248 - Runciman, Steven:
Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck
München 1978, Seite 870,880,926,1009,1107 - Thiele, Andreas:
Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte
Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 -