MELITENE

Lexikon des Mittelalters:
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Melitene
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Stadt und Bistum (Metropolis) im östlichen Kappadokien, in einer fruchtbaren Ebene gelegen, Straßenknotenpunkt (heute Eskimalatya, 9 km nördlich von Malatya).
      
[1] Römische und byzantinische Zeit:

In der etwa 10 km weastlich des Euphrats liegenden Nachfolgesiedlung des hethitischen Milidia (Malitiya) wurde 70 n. Chr. die Legio XII Fulminata stationiert; seit damals wichtige Garnison des Euphrat-Limes. 575 von den SASANIDEN niedergebrannt, 656 von den Arabern erobert und befestigt. 863 fiel der Emir von Malatya im Kampf gegen die Byzantiner (Digenes Akrites); 934 von den Byzantinern zurückerobert, wird Melitene Thema und sein Gebiet mit syrischen Jakobiten neu besiedelt. Nach dem Abzug der Byzantiner (1071) wurde Melitene bis zur Eroberung durch die DANISMENDIDEN 1102 von Armeniern beherrscht. 1178 selguqisch, im 14. Jh. mamlukisch, gehörte Melitene im 15. Jh. zum Emirat Dulkadir. Seit 1516 osmanisch.

F. Hild
      
[2] Osmanische Zeit:

Nach der Hinrichtung des Fürsten Ali 1522 (Dulgadïr Ogullarï) wurde Melitene endgültig in die osmanische Provinzialverwaltung einbezogen. Es gehörte 1527 zum eyalet Rum, ab Mitte des 16. Jh. zu Dulgadïriye, im 17. Jh. zu Maras. Der Zensus von 1530 erwähnt 5 Freitagsmoscheen, 24 mescids, öffentl. Bäder und Wirtschaftsbauten. Im sançak Malatya wurden 31.148 steuerpflichtige Bewohner erfaßt, die sich auf 672 größtenteils muslimische Dörfer und Kleinstädte verteilten. Rund 93% der Bevölkerung bekannten sich zum Islam; der Rest bestand zumeist aus armenischen Christen. Melitene hatte um 1560 etwa 8.000-10.000 Einw., die überwiegend innerhalb der Mauern ansässig waren.

K. Kreiser