Einziger Sohn des Königs
Janus
von Zypern aus dem Hause
POITOU-LUSIGNAN und
der Charlotte
von Bourbon de la Marche, Tochter von Graf
Jean
Thiele, Andreas: Tafel 179 a
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
JOHANN II. (III.)
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* 1418,
† 1458
Johann II. folgte 1432 seinem Vater als König von Zypern-Jerusalem. Er war von großer charakterlicher und geistiger Schwäche, leicht beeinflußbar und lenkbar und wie die meisten Familienmitglieder von schöner Gestalt und hemmungslos sinnlich. Johann II. wurde durch seinen Lebenswandel bald stumpfsinnig und völlig regierungsunfähig, völlig beherrscht von seiner Frau, einer rachsüchtigen Furie. Er wirkte aber doch mehrmals gegen seine Frau, lancierte unter anderem die Ehen der Tochter, um einen starken Regenten zu gewinnen und wurde von den Johannitern gestützt. Es war eine Zeit übelster Hofintrigen, eine echte Herrschaft fand kaum statt. Er scheiterte mit Rückeroberungsversuchen in Famagusta und geriet gegen die Kurie wegen des Erzbistums Nikosia, da der erzbischöfliche Onkel zum Konzil von Basel überging.
1440
oo AMADEA VON MONTFERRAT, Tochter des Markgrafen
Johann Jakob
† 1440 ermordet?
1441/42
oo HELENE
PALAIOLOGINA VON BYZANZ, Tochter des
Despoten Theodor von Mistra
†
Regierte intrigenreich und verschlagen mit ihren
griechischen
Günstlingen: große Spannungen mit der katholischen Kirche,
da
sie Orthodoxe bevorzugte; ließ den Schwiegersohn ermorden und
stiftete
das Kloster Mancana, wo sie zuletzt einflußlos lebte und 1458
starb.
Als König Janus
1432 starb, folgte ihm sein Sohn
Johann
auf den Thron. Wie seine Vorfahren wurde er am 24. August in der
Sophienkathedrale
von Nikosia als Johann II. gekrönt.
Seine erste Frau Medea von Montferrat,
eine Französin, starb bereits 1440. Unter seiner zweiten Frau Helena
Palaiologina, Tochter des
Despoten von Morea, die Johann
II. 1441 heiratete, wurde die französische Kultur
zugunsten
der griechischen immer mehr zurückgedrängt. Helena
förderte die orthodoxe Kirche, die sogar unter der katholischen
Bevölkerung
einen starken Einfluß ausübte, was Papst Urban V. 1368 dazu
veranlaßt hatte, den "lateinischen Frauen" die Teilnahem an der
Messe
nach orthodoxem Ritus zu verbieten. Für die byzantinische
Prinzessin
muß die Eroberung Konstantinopels am 29. Mai 1453 durch die
Osmanen
ein schwerer Schlag gewesen sein, und auch im Abendland sprach man
überall
vom Tod einer ganzen Kultur.
"Noble Herren aus Konstantinopel und viele Mönche
suchten auf Zypern Zuflucht", heißt es bei Georgios Bustron, der
die Chronik von Machairas weitergeführt hat. "Die Königin war
diesen Flüchtlingen sehr wohlgesonnen und ließ sie für
die St. Georgskirche, die Mangana, als Kloster herrichten. Sie stattete
es mit beträchtlichen Einkünften aus, damit ihr Name bei den
Gebeten erwähnt wurde."
Unter Johann
II. und vor allem seiner Frau Helena,
die in Wirklichkeit die Herrschaft ausübte, kamen die griechische
und die zyprische Sprache wieder zu ihrem Recht. An dieser Stelle sei
erwähnt,
dass der Eid, den die Könige von Zypern bei ihrer Krönung in
der Sophienkathedrale von Nikosia leisteten, auf Französisch
gesprochen
wurde, ebenso wie früher in Palästina. Leontius Machairas bemerkt
dazu: "Nachdem die LUSIGNAN die
Insel
eingenommen hatte, begannen wir, Französisch zu lernen, und die
griechische
Sprache wurde uns fremd; deshalb schreiben wir heute ein Gemisch
aus Griechisch und Französisch, so dass keiner unsere Sprache
versteht."
Helena war eine
starke,
herrische Frau mit zuweilen gewalttätigen Zügen. Ihr Gemahl
betrog
sie mit Mariette von Patras,
mit der er vor seiner Hochzeit einen
Bastard
gezeugt hatte. In einem Anfall von Eifersucht stürzte sich Helena
eines Tages auf Marietta und
biß ihr die Nase ab. Sie versuchte
auch, den Bastard in ihre Gewalt zu bringen, doch ihr Gemahl nahm ihn
unter
seinen Schutz.
Johann II. und Helena
hatten einE gemeinsame Tochter,
Carlotta.
Sie sollte einmal als Königin von Zypern und Jerusalem die
Nachfolger
ihres Vaters antreten.
1437
1. oo Amadea von Montferrat, Tochter des
Markgrafen
Johann Jakob
um 1420
† 9.1440
1441
2. oo Helena Palaiologina von Mistra, Tochter
des Despoten Theodor II.
1428
† 11.4.1458
Kinder:
2. Ehe
Charlotte
1442
† 16.7.1487
1456
1. oo Johann I. Herzog von Coimbra
1431
† Sommer 1457 (Gift)
1459
2. oo 2. Ludwig Herzog von Savoyen
5.6.1436
† 8.1481
Illegitim
Jakob II. der
Bastard
von Mariette von Patras
um 1440
† 11.6.1473
Literatur:
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Pernoud Regine: Frauen zur Zeit der
Kreuzzüge.
Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite 275-277 - Runciman
Steven: Die Eroberung von Konstantinopel 1453 C.H. Beck'sche
Verlagsbuchhandlung
München 1966 Seite 53 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 179 a -