Imad ad-Din
Zengi
Atabeg von Aleppo und Mosul (1127/28-1146)
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1082 †
15.9.1146 ermordet
Sohn des N.N.
Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 383
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Imadaddin Zangi
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* um 1082, †
14. September 1146
Einer der bedeutendsten türkischen Militärbefehlshaber der 1.
Hälfte des 12. Jh.
Herrschte von 1127 bis zu seinem Tod über Mosul und Aleppo, formal
als ‚atabeg‘ (Vormund) zweier Prinzen der SELGUQEN-Dynastie, faktisch
als unabhängiger Machthaber. Im Kampf gegen die Kreuzfahrer
eroberte er 1137 die Burg Barin
(Montferrand), die die Straßen in das obere Orontestal
beherrschte. Höchsten Ruhm erlangte er 1144 durch seine Eroberung
von Edessa; sie war der erste große territoriale Verlust der
Kreuzfahrer und hatte den 2. Kreuzzug zur Folge. Sein Sieg machte
Imadaddin Zangi zum führenden
Vorkämpfer des Islams (Krieg, Hl.); er erhielt von Kalif al-Muqtafi
den Ehrentitel 'al-Malik al-Mansur' (Herrscher mit
Gottes Hilfe) zuerkannt.
Imadaddin Zangi versuchte,
Damaskus den islamischen BURIDEN
zu entreißen, doch waren alle aufgewandten Mittel (Verrat,
Waffengewalt, Diplomatie) vergeblich. Aufgrund seiner Interessen in
Mosul schaltete sich
Imadaddin Zangi auch
in die internen Sukzessionskonflikte sowohl des Sultanats der Selguqen
als auch des Kalifats der ABBASIDEN
ein, vor allem 1132 durch seinen Angriff auf Bagdad. Auch lag er unter
anderem mit den ARTUQIDEN von
Mardin und Diyarbakir in Konflikt, die seine Kräfte vom
syrischen
Kriegsschauplatz ablenkten.
Imadaddin Zangi wurde im Zustand 'unüblicher
Trunkenheit' von einem Sklaven ermordet;
sein Sohn Nuraddin eroberte
seine westlichen Herrschaftsgebiete und errang die
Führungsstellung im Kampf gegen die Kreuzfahrer.
Ch. Melville
BERTELSMANN Lexikon Geschichte:
Seite 695
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Sengi, Zengi, Zangi, Imad Ad
Din, Emir von Mosul 1127-1146
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† 14. oder 24.9.1146 ermordet
Erfolgreich gegen Kreuzfahrer und Byzanz, gewann Mesopotamien und das
nördliche Syrien; Gründer
der SENGIDEN-(ZENGIDEN-)Dynastie, die bis um die Mitte des
13. Jh. in Mosul an der Macht war, wurde von Mamluken ermordet. Sengis Sohn und Nachfolger in
Syrien, Nur Ad Din, eroberte
1154 Damaskus. In seinem Auftrag ging Saladin nach
Ägypten.
Mayer, Hans Eberhard: Seite
65,79,83-85,87,95,99
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"Geschichte der
Kreuzzüge"
Die Legende berichtet, dass die 1101 gefangenen Markgräfin Ida von
Österreich einen sarazenischen Emir geheiratet hätte
und die
Mutter Zengis, des großen
Christengegners, geworden wäre.
Nach dem Tode des Atabegs Aq Sunqur
al-Bursuqi versank das Emirat in
einem unvorstellbaren Chaos von Diadochenkämpfen. Es war die
letzte Gelegenheit zur Bezwingung Aleppos, aber Bohemund II., der
mit Joscelin von Edessa in
einen der nun bereits üblichen
Bruderkriege geriet, ließ die Chance ungenutzt verstreichen. Als
sich 1127/28 erst Imad ad-Din Zengi
zum Herrscher von Mosul und Aleppo
aufgeschwungen hatte, war es zu spät. In ihm entstand den Franken
ein gefährlicher Gegner.
Zengi hatte unterdessen seit
seiner Machtübernahme in Mosul und
Aleppo unablässig den Heiligen Krieg gepredigt, aber es wurde bald
klar genug, dass der islamische Staat Damaskus dessen vornehmstes Ziel
war. Prawer glaubt sogar, dass es nur die nach Zengis Tod schreibenden
Chronisten von Mosul waren, die die Vorstellung des Dschihad schon auf
Zengis Kampf um Aleppo
bezogen. Die Chronisten in Damaskus waren
begreiflicherweise zurückhaltender und feierten Zengi als
Vorkämpfer des Heiligen Krieges erst nach seiner Eroberung
Edessas 1144. Erste Feldzüge 1130 und 1135 führten nicht zu
der gewünschten Eroberung, zumal Zengi nach dem Tod des Sultans
Mahmud († 1131)
mehrfach in die lange dauernden irakischen
Thronfolgewirren hineingezogen wurde. Die damaszenischen
Aktivitäten gegen die Grafschaft Tripolis mußten Zengi
unerwünscht sein und rief ihn aus dem Irak nach Syrien
zurück. In einer kurzen, wenn auch erfolglosen Belagerung der
Festung Homs zeigte er Damaskus die Zähne, doch nötigte ihn
das Nahen einer fränkischen Armee zu einem Waffenstillstand. Statt
dessen belagerte er nun die Franken in Montferrnad (Barin) am oberen
Orontes. Als König Fulko mit seinem Heer die
Festung entsetzen
wollte, wurde er geschlagen und mußte in Montferrand Schutz
suchen, wo er nun selbst zum Belagerten wurde. Da er den Anmarsch der
vereinigten fränkischen Truppen von Jerusalem, Edessa und
Antiochia nicht mehr erfuhr, Zengi andererseits
befürchtete, der
herannahende Kaiser Johannes II. Komnenos von Byzanz
werde Aleppo
belagern, einigte man sich im Juli 1137 auf die Kapitulation von
Montferrnad gegen den freien Abzug der Franken. Zengi wandte sich
wieder gegen Homs, wo ihn der byzantinische Angriff im Frühjahr
1138 überraschte. Kaiser Johannes II. begann im
März
1138 mit Unterstützung Antiochias und Edessas seine Offensive
gegen Zengi. Doch
mißglückte ein Überraschungsangriff
auf Aleppo. Kaum dass er wieder Luft hatte, marschierte Zengi erneut
gegen Damaskus. Er belagerte 1139 die Stadt so ernsthaft, dass der
dortige Herrscher sich zu einem Hilferuf nach Jerusalem veranlaßt
sah. Fulko und
die Barone zauderten nicht, die Allianz
abzuschließen, die auch in den Kreisen der damaszenischen
Bevölkerung volle Unterstützung fand, da sich Zengi
allenthalben als rücksichtsloser und grausamer Eroberer
erwiesen
hatte. Zengi mußte sich zurückziehen und beschäftigte
sich wiederum für fünf Jahre nur noch mit irakischer Politik.
Da der Kaiser von Byzanz gestorben und in Jerusalem weder die
Königin noch das Kind in der Lage waren, in Nord-Syrien zu
intervenieren, benutzte Zengi die
günstige Gelegenheit und
marschierte in die Grafschaft Edessa ein. Die Hauptstadt, die
ungenügend verteidigt war und von ihrem Fürsten Joscelin II.
nicht entsetzt wurde, fiel nach einer Belagerung von vier Wochen am
Weihnachtsabend 1144 in Zengis Hände.
Zengi wurde 1146 ermordet.
In Mosul folgte ihm sein
ältester Sohn Saif ad-Din Gazi, in Aleppo
sein jüngerer Sohn Nur ad-Din
(1146-1174), der dafür sorgte,
dass den Franken der Tod Zengis
keine Erleichterung brachte.
Zengi wurde von Pagen aus
seiner Umgebung ermordet.
1138
oo 2. Zumurrud Fürstin von Damaskus
†
Kinder:
Saif ed-Din Ghazi I. Atabeg von Mosul
†
Nureddin Mahmud
11.2.1118 †
12.5.1174
Nasr ed-Din
†
Qutb ed-Din Maudus Atabeg von Mosul
†
Literatur:
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BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991
Seite 695 - Mayer, Hans Eberhard:
Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite
65,79,83-85,87,95,99 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des
oströmischen
Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite
95,99,102,111,120 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1
Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite
343,487-489,497-501,507-509,517,519-524,530-533,537-543,545,548,642,702
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