Soqman
Emir von
Mardin
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† Beginn
des Jahres 1105
Palmyra
Sohn des Statthalters von Jerusalem
Ortoq
Runciman, Steven: Seite
214,236,253-254,350,353-356,373,417,420
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"Geschichte der
Kreuzzüge"
In Syrien, wo Tutusch
im Jahr 1095 starb, erwiesen sich
seine Söhne Ridwan von Aleppo
und Duqaq von
Damaskus unfähig, Ordnung zu halten. Jerusalem ging auf
die Söhne Ortoqs
über. Ihre Regierung war unwirksam und tyrannisch.
Als Yaghi-Siyan ihm jetzt
seine Lehensoberhoheit wieder zugestand,
machte er sich daran, ihm zu Hilfe zu kommen, und zwar unterstützt
von seinem Vetter Soqman dem Ortoqiden
aus Diarbekir und seinem
Schwiegervater, dem Emir von Hama. Anfang Februar besetzten die
Verbündeten neuerlich Harenc, wo sie sich zu einem gemeinsamen
Angriff auf das Kreuzfahrerlager versammelten.
Mit Duqaq von
Damaskus an der Spitze begannen sie, das Feld zu
räumen; ihr Abzug löste Panik aus. In vergeblichem Versuch,
die Franken aufzuhalten, setzte
Kerbogha das trockene Gras vor seinen
Linien in Brand. Soqman der Ortoqide
und der Emir von Homs waren die
letzten, die ihm die Treue hielten. Als auch sie die Flucht ergriffen,
erkannte er, daß das Spiel verloren war, und gab sich geschlagen.
1098
Die Provinz Palästina befand sich noch in den Händen Soqmans und Ilghazis, der Söhne Ortoqs, die Duqaq von Damaskus
als ihren obersten Herrn anerkannten. Beim Vordringen el-Afdals zogen sie sich in die
Mauern Jerusalems zurück. Sie wußten, daß Duqaq ihnen
nicht sofort zu Hilfe kommen konnte; aber sie hofften, die schweren
Befestigungswerke Jerusalems und die Kampferprobtheit ihrer
turkmenischen Truppen würden es ihnen ermöglichen, bis zum
Eintreffen der Rettung auszuhalten. El-Afdals
Heer war mit den neusten
Belagerungsmaschinen, darunter vierzig Steinschleudern,
ausgerüstet; aber die ORTOQIDEN widerstanden
ihm vierzig Tage lang, bis die Mauern schließlich so schwer
beschädigt waren, daß sie sich ergeben mußten. Es
wurde ihnen gestattet, sich mit ihren Mannschaften nach Damaskus
zurückzuziehen, von wo aus sie weiterzogen, um sich mit ihren
Vettern in der Gegend von Diarbekir zu vereinigen.
1103
Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit mußte sich Balduin II.
einem Angriff der ORTOQIDEN von Mardin
entgegenstellen. Emir Soqman
führte ein Heer gegen Sarudsch, eine mohammedanische Stadt, welche
Balduin I. erobert und Fulcher
von Chartres übergeben hatte. Balduin II.
eilte herbei,
um Fulcher zu helfen; aber in
der darauf folgenden Schlacht wurde er
besiegt und Fulcher erschlagen.
Die Stadt wurde von den Mohammedanern
genommen; aber die Zitadelle hielt unter Benedikt, dem lateinischen
Bischof von Edessa, aus,
während Balduin
nach Antiochia eilte, um
neue Truppen zur Auffüllung seines Heeres anzuwerben. Bei seiner
Rückkehr war er von größerem Glück
begünstigt. Soqman wurde
mit schweren Verlusten aus der Stadt
verjagt.
1104
Dem ORTOQIDEN-Fürsten
Soqman von
Mardin war es nicht gelungen, seinem Anwärter die
Nachfolge in Mossul zu verschaffen, und er lag mit dem neuen Atabeg Dschekermisch, den der SELDSCHUKE Mohammed
ernannt hatte, im Krieg.
Sowohl Soqman von Mardin als
auch Dschekermisch in Mossul
gerieten in Besorgnis. Die gemeinsame Gefahr bewog sie, ihren Streit zu
begraben und sich zu einem Zug gegen Edessa zu vereinigen; es galt
anzugreifen, ehe man selbst angegriffen wurde. Anfang Mai 1104 zogen
sie seldander gegen Edessa, Soqman
mit einer beträchtlichen Streitmacht turmenischer leichter
Reiterei und Dschekermisch mit
einer etwas kleineren Truppe, die sich aus seldschukischen
Türken, Kurden und Arabern zusammensetzte.
Noch ehe der Zank zwischen Balduin und
Bohemund beigelegt war, hatte
das türkische Heer nach Süden abgeschwenkt und fiel über
sie her. Die Schlacht fand an den Ufern des Flusses Balikh statt,
unweit des antiken Feldes von Carrhae. Die Strategie der Franken sah
vor, daß das Heer von Edessa auf der Linken die feindliche
Hauptstreitmacht angreifen sollte, während die antiochenische
Armee hinter einem niedrigen Hügel etwa eine Meile entfernt im
Versteck lag. Die Mohammedaner jedoch verfolgten einen ganz
ähnlichen Plan. Ein Teil des Heeres griff die fränkische
Linke an, kehrte sich sodann unvermittelt ab und ergriff die Flucht.
Die Edesser meinten, sie hätten einen mühelsoen Sieg
errungen, jagten ihnen nach und verloren so die Verbindung mit ihren
Kameraden auf der Rechten. Sie setzten über den Fluß und
gingen geradewegs in einen Hinterhalt, den das mohammedanische
Hauptheer ihnen bereitet hatte. Viele von ihnen wurden auf der Stelle
niedergemacht; die übrigen wandten sich zur Flucht. Das Heer von
Antiochia entkam ohne schwere Verluste; aber die Truppen von Edessa
wurden fast ausnahmslos gefangengenommen oder erschlagen. Balduin und Joscelin flohen zusammen zu Pferde,
wurden aber im Flußbett eingeholt. Sie wurden als Gefangene in Soqmans Zelt geführt.
Das Bündnis zwischen Soqman und
Dschekermisch überdauerte
ihren Sieg von Harran nicht lange. Soqmans
turkmenische Truppen hatten die meisten Gefangenen gemacht und
den größten Teil der Beute an sich gebracht, und Dschekermisch war eifersüchtig.
Sein SELDSCHUKEN-
Regiment überfiel Soqmans Zelt
und entführte Balduin. Die
Turkmenen gerieten in Wut; aber Soqman
legte genug
Selbstbeherrschung an den Tag, um seine Truppen von einem Gegenangriff
abzuhalten. Er fand sich mit dem Verlust des wertvollen Gefangenen ab;
aber nachdem er noch einige kleine christliche Grenzfestungen
überwältigt hatte, zog sich nach Mardin zurück und nahm
an dem Krieg
keinen weiteren Anteil.
1108
Entferntere Verbündete schienen die sichersten; so schickte
Fakhr el-Mulk im Jahr 1105
einen dringenden Ruf an Soqman den
Ortoqiden nach Mardin. Soqman
war nicht unwillens, auf dem Kampfplatz des syrischen
Küstenbereichs neuerlich aufzutreten, und machte sich mit einem
großen Heer quer durch die Wüste auf den Weg. Aber in
Palmyra angelangt, starb er plötzlich, und seine Feldherren eilten
zurück in die Gezira, um sich um die Nachfolge zustreiten.
Dschekermischs vormaliger Verbündeter und Rivale, Soqman der Ortoqide von Mardin, war
zu Beginn des Jahres 1105
gestorben, als er sich unterwegs befand, um dem belagerten Tripolis zu
helfen; und Soqmans Bruder Ilghazi
und sein Sohn Ibrahim stritten
sich um sein Erbe.
Während all dieser heftigen Erschütterungen hatte Balduin von Le Bourg
seine Tage als Gefangener in Mossul zugebracht; sein Vetter Joscelin von Courtenay war bei Soqmans Tod in die Hände Ilghazis übergegangen, der sich
mit der Absicht trug, seinen Neffen
Ibrahim aus Mardin zu verdrängen.
Kinder:
Ibrahim
†
Daudud
Emir von Hisn Kaifa
† 1144
Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der
Kreuzzüge,
Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite
214,236,253-254,350,353-356, 373,417,420 -