SIVAS
Lexikon des Mittelalters:
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Sivas (Sebasteia, Sebaste)
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Stadt und Bistum in Nordost-Kleinasien (Pontus/Kappadokien) am Halys;
Straßenknotenpunkt, durch den im Spätmittelalter die
wichtige Handelsstraße von Ayas in Kilikien nach Trapezunt und
weiter nach China verlief (Marco Polo,
'Salvastro' im Kaufmannsbuch Pegolottis). Von Pompeius als Megalopolis
gegründet, von Augustus in
Sebasteia umbenannt, gewann Sivas in der Spätantike als weltliches
und kirchliches Metropolis der Armenia I überregionale Bedeutung,
wurde 575 von den SASANIDEN
niedergebrannt, 692 von den Arabern erobert und im 10. Jh. ein
eigenes Thema. Die in den Abwehrkämpfen gegen die Paulikianer von
Tephrike entvölkerte Region wurde mit Armeniern neubesiedelt,
Sivas auch armenisches Bistum und im 11. Jh. Residenz des
armenischen Katholikos und der armenischen Königsfamilie der
Arcrunier aus Vaspurakan (Armenien, I). Nach der byzantinischen
Niederlage bei Mantzikert (1071) blieb Sivas noch bis etwa 1090
armenisch, als es wie Niksar Residenz der türkischen DANISCHMENDIDEN
wurde, die von hier aus als Rivalen der
SELGUQEN von Konya
über große Teile der ehemaligen Provinzen Pontus und
Kappadokien regierten. Nach wechselvollen Auseinandersetzungen mit den
Kreuzfahrern und den Byzantinern unterlagen diese 1178 den SELGUQEN, die
Sivas glanzvoll ausbauten (unter anderem Çifte Minare Medresesi,
Gök Medrese). Seit 1335 Residenz der Dynastie ERETNA, 1381-98 herrschte
der gelehrte Poet Qazi Burhan ad-Din
in Sivas. 1398 erstmals von den OSMANEN
erobert, nach der Niederlage gegen Timur bei
Ankara 1402 wieder verloren, wurde Sivas 1516 endgültig osmanisch. -
In der Hagiographie berühmt durch die 40 Märtyrer.
F. Hild