Schirkuh                                           Kurdischer Feldherr
------------
um 1110?
26.3.1169

Sohn des N.N. und Bruder des Kurden Ayub


Mayer, Hans Eberhard: Seite 110-112
*******************
"
Geschichte der Kreuzzüge"

Deshalb wandte sich der 1163 von Dirgam vertriebene Schawar auch an Nur ad-Din um Hilfe. Dieser zögerte anfangs, da die Weite seines syrischen Reiches genug Probleme bot, schickte aber doch schließlich seinen kurdischen General Schirkuh nach Ägypten. Dieser brachte Schawar an die Macht, der sich aber sofort mit ihm überwarf. Schawar suchte sich als neuen Verbündeten Amalrich, der schon 1163 kurz in Ägypten gewesen war. Amalrich belagerte Schirkuh 1164 in Bilbais in Unter-Ägypten und brachte ihn in eine gefährliche Situation.
Für den Moment aber hatte Nur ad-Dins Offensive neben den strategischen Zielen auch das politische erreicht und Amalrich zu einem Vertrag mit Schirkuh bewogen, demzufolge sich die beiden Gegner aus Ägypten zurückzogen. Im Jahre 1167 erteilte er Schirkuh die Erlaubnis zu einer neuen Expedition nach Ägypten. Das Gleichgewichtssystem nötigte nunmehr Amalrich auf den Plan. Das Heer Amalrichs stieß bis an den Nil vor, und Schawar schloß willig einen Vertrag mit den Franken mit dem Ziel, Schirkuh zu vernichten. Hierfür verpflichtete er sich, an Amalrich 400.000 Golddinar zu zahlen.
Nach anfänglichen Rückschlägen in Ober-Ägypten gelang es den Verbündeten, Schirkuh in Alexandria zu belagern und ihm so zuzusetzen, daß er schließlich Friedensverhandlungen führen mußte. Man einigte sich darauf, beiderseits Ägypten wieder zu verlassen und so den Status quo ante des Gleichgewichts wieder herzustellen.
Schawar rief in seiner Verzweiflung Schirkuh zu Hilfe und half sich mitterweile mit einer Politik der verbrannten Erde. Im November eroberten die Franken Bilbais ujd belagerten Kairo. Es gelang ihnen aber nicht, Schirkuhs Entsatzheer zum Kampf zu stellen, und Amalrich entschloß, die Kampagne abzubrechen.
Am 2. Januar 1169 zug Schirkuh in Kairo ein. Er ließ seinen alten Gegner Schawar sofort ermorden und machte sich selbst zum Wezir. Als ihn zwei Monate später der Tod erteilte, folgte ihm sein Neffe Saladin im Amt.





Literatur:
------------

Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 110-112 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 544,631,640,645,647-648,671-672,675-679,683-684,685-687,688, 745 -