Qutuz Saif
ed-Din
Mamluken-Sultan von Ägypten (1259-1260)
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†
23.10.1260 ermordet
Sohn des N.N.
Mayer, Hans Eberhard: Seite
237,242,245
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"Geschichte der
Kreuzzüge"
Die Christen der Kreuzfahrerstaaten, die in ihm den Feind der Mamluken
witterten, sahen ihm dennoch nur teilweise frohlockend entgegen, als er
1259/60 Damaskus und Aleppo eroberte und seinen General Ketboga dann mit
einem Teilheer südwärts gegen Ägypen vostoßen
ließ. Aber bei Ain Dschalut in Galilaea trat ihm das mamlukische
Heer unter Sultan Qotuz und dem General Baibars entgegen
(September
1260). In einer erbitterten Schlacht wurden die Mongolen besiegt.
Inzwischen hatte sich der mamlukische
Sultan Qotuz
bereits zur
Gegenoffensive entschlossen. Er wollte ein Bündnis mit den Franken
schließen, und diese waren unter seinem Druck anfangs nicht ganz
unwillig, entschieden sich aber auf Anraten des Deutschmeisters doch
zur Neutralität, so daß Qotuz zwar
freien Durchzug hatte,
aber nicht auf militärische Hilfe rechenen konnte.
Sultan Qotuz war bald nach der
Schlacht von Ain Dschalut ermordet
worden (1260), und aus
der Gruppe der Verschwörer war Rukn ad-Din
Baibars Bunduqdari (1260-1277) zum Sultan
aufgestiegen.
Runciman, Steven: Seite 1088-1093
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"Geschichte der
Kreuzzüge"
Am 2. Mai
1257 wurde sie zu Tode geprügelt
und Aibeks
fünfzehnjähriger Sohn Nur ed-Din Ali
zum Sultan gemacht. Aber
der Jüngling verkörperte weder ein geachtetes Herrscherhaus
noch besaß er selbst die Persönlichkeit eines Führers.
Im Dezember 1259 wurde er von einem der vormaligen Kameraden seines
Vaters namens Saif
ed-Din Qutuz abgesetzt, und dieser wurde Sultan an
seiner Statt. Bei seiner Thronbesteigung kehrten verschiedene
Mamelucken, unter ihnen Baibars, die
aus Abneigung gegen Aibek nach
Damaskus geflohen waren, wieder nach Ägypten zurück.
Zu Beginn des Jahres 1260 schickte Hulagu einen
Gesandten nach Ägypten, um die Unterwerfung des Sultans zu
verlangen.
Qutuz ließ den Botschafter umbringen und traf
Anstalten, den Mongolen in Syrien entgegenzutreten. Zu diesem Zeitpunkt
nötigte die Kunde von Möngkes
Tod ud dem Bürgerkrieg in
der Mongolei
Hulagu dazu den größten Teil seines Heeres nach
dem Osten abzuziehen. Die Truppen welche Kitbukha verblieben, waren
jenen, welche
Qutuz jetzt zusammenzog, an Zahl beträchtlich
unterlegen. Außer den Ägyptern selbst
verfügte der Sultan über die Überreste der choresmischen
Streitkräfte und die Truppen des AYUBITEN-Fürsten
von Kerak. Am 26. Juli 1260 überschritt das ägyptische Heeer
mit Baibars
als Befehlshaber der Vorhut die
Grenze gegen Gaza. In Gaza befand sich
eine kleine mongolische Truppe unter dem Heerführer Baidar. Er
schickte Boten zu Kitbukha, um
ihn von dem Einfall zu
verständigen, aber noch ehe Hilfe eintreffen konnte, wurden seine
Leute von den Ägyptern überwältigt.
Während Qutuz
sich in
Akkon befand, brachte er in Erfahrung, daß Kitbukha den Jordan überquert
hatte und ins östliche Galiläa eingedrungen war. Er
führte sein Heer unverzüglich über Nazareth nach
Südosten und erreichte am 2. September 1260 Ain Dschalud, die
Goliaths-Tümpel. Am nächsten Morgen kam das mongolische Heer
herauf. Die mongolische Reiterei war von georgischen und armenischen
Truppenteilen begleitet; aber Kitbukha
hatte keine Späher und
Kundschafter ausgesandt. Er wußte nicht, daß sich das
gesamte Mameluken-Heer in nächster Nähe befand. Qutuz
hingegen wußte sehr wohl, daß er selbst
zahlenmäßig überlegen war. Er verbarg folglich seine
Hauptstreitkräfte im nahegelegenen Hügelland und gab nur die
von Baibars geführte
Vorhut dem Blick frei. Kitbukha
ging in die Falle. Er
stürmte an der Spitze aller seiner Leute gegen den Feind an, den
er vor sich sah. Baibars zog
sich Hals über Kopf ins Bergland zurück, die Verfolger
setzten ihm hitzig nach, und plötzlich sah sich das ganze
mongolische Heer umzingelt. Kitbukha
lieferte einen prachtvollen Kampf.
Die Ägypter begannen zu schwanken, und Qutuz
stürzte sich
selbst in Schlacht, um sie wieder zusammenzureißen. Aber nach
wenigen Stunden tat die überlegene Anzahl der Muselmanen ihre
Wirkung.
Der Sultan zog fünf Tage nach seinem Sieg in
Damaskus ein. Der AYUBITE el-Aschraf,
der den Mongolen abtrünnig
geworden war, wurde in Homs wieder eingesetzt. Der ayubitische
Emir von
Hama, der sich nach Ägyptern geflüchtet hatte, kehrte in sein
Emirat zurück, und Aleppo wurde binnen Monatsfrist
zurückgewonnen.
Sultan Qutuz machte sich
ruhmbedeckt auf die Rückreise nach
Ägypten. Aber wenn auch Kitbukhas
Racheprophezeiung sich nie
völlig erfüllte, erwies sich sein Spott über die
Treulosigkeit der Mamelucken doch sehr bald als berechtigt. Qutuz hatte
begonnen, gegenüber seinem
tatkräftigsten Unterführer
Baibars Argwohn zu
hegen; und als Baibars
verlangte, zum Statthalter
von Aleppo ernannt zu werden, wurde sein Ersuchen brüsk
zurückgewiesen. Baibars
wartete nicht lange, bis er zur Tat
schritt. Am 23. Oktober 1260,
als das siegreiche Heer den Rand des
Deltas erreichte, nahm Qutuz einen
Tag Urlaub, um sich auf die
Hasenjagd zu begeben. Er zog mit mehreren seiner Emire, darunter auch
Baibars,
und einigen Freunden aus. Sobald sie sich ein gutes Stück
Wegs vom Feldlager entfernt befanden, trat einer von ihnen herzu, als
habe er ein Ansuchen an den Sultan, und während er ihn fest bei
der Hand hielt, gleich als sei er im Begriff, sie zu küssen,
stürmte Baibars
von rückwärts heran und rannte seinem
Herrn das Schwert in den Rücken. Die Verschwörer galoppierten
sodann zum Feldlager zurück und taten den Mord kund. Der
Stabschef des Sultans, Aqtai, befand sich im
königlichen Zelt,
als sie eintrafen, und fragte sofort, welcher von ihnen die Mordtat
begangen hatte. Als Baibars
zugab, er sei es gewesen, forderte Aqtai
ihn auf, sich auf des Sultans Thron zu setzen, und erwies ihm als
erster seine Huldigung; und sämtliche Befehlshaber des Heeres
folgten seinem Beispiel. Baibars
kehrte als Sultan nach Kairo
zurück.
Literatur:
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Brandes
Jörg-Dieter: Die Mameluken. Aufstieg und Fall einer
Sklavendespotie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 Seite
59,64-67,117 - Mayer, Hans Eberhard:
Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 237,242,245 -
Runciman, Steven: Geschichte der
Kreuzzüge,
Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite
1088-1091 -