MYRIOKEPHALON, SCHLACHT VON


Lexikon des Mittelalters:
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Myriokephalon, Schlacht von (17. September 1176)
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Nach 1170 drängte Byzanz den selguqischen Sultan Qilic Arslan II. wiederholt zu Zugeständnissen, die dieser nicht einhielt. Der ständige Kleinkrieg an der Grenze und die Errichtung der byzantinischen Festungen Dorylaion und Subleon ließen den Konflikt offen ausbrechen. Auf ihrem von türkischen Nomaden gestörten Vormarsch gegen Ikonion (Konya) hatte die Hauptarmee (neben Griechen auch Söldner: Lateiner, Engländer, Kumanen) Kaiser Manuels I. den von SELGUQEN besetzten engen Paß von Tzibritze am südlichen Ende des nördlich von Myriokephalon (heute Kirkbas) gelegenen Tales von Çay zu überqueren. Nachdem die Vorhut heil passiert hatte, vernichteten die aus dem Hinterhalt heraus operierenden Türken den rechten Flügel des wegen des gewaltigen Trosses nur langsam vorankommenden Heeres. Der zersprengte Rest erreichte bald darauf die Vorhut hinter dem Paß. Folgen dieser vor allem durch unvorsichtige byzantinische Führung verursachten Niederlage sind vorübergehende Schwächung der byzantinischen Streitkräfte, endgültige Unmöglichkeit, Ikonion zu erobern und das zentralanatolische Hochland zurückzugewinnen und - abgesehen vom Verlust Kilikiens - weitgehend intakte byzantinische Ostgrenze. Da Byzanz entgegen den Vertragsbestimmungen (Dölger, Reg. Nr. 1522) die Festung Dorylaion nicht zerstörte, ging der Krieg mit den SELGUQEN weiter, ehe er in Grenzstreitigkeiten versandete.

P.M. Strässle