MOSUL
Lexikon des Mittelalters:
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Mosul (Mossul, arab. al-Mawsil)
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Stadt im heutigen Irak, inmitten einer fruchtbaren Ebene am westlichen
Ufer des Tigris gelegen, hatte schon im 2. Jh. eine
größere christliche Gemeinde und wurde Bischofssitz. 641 von
den Arabern besetzt und erweitert, wurde Mosul unter dem Kalifen
Marwan II. (744-750) zur Hauptstadt der
Provinz al-Gazira. Seit dem Machtverfall der ABBASIDEN und
der Einnahme durch die Harigiten 861 herrschten verschiedene Dynastien (TAGLIBIDEN, HAMDANIDEN, UQAILIDEN,
ZENGIDEN)
über Mosul. Unter Badraddin
Lulu (1211-1259)
erlebte Mosul, durch den Tigris und
einen halbkreisförmigen doppelten Mauerring geschützt, eine
letzte Blütezeit, ehe es 1261 von den Mongolen verheert wurde.
Nach der Herrschaft der Mongolen, der turkmenischen Aq Qoyunlu und der
persischen SAFAWIDEN
wurde Mosul 1514 dem Osmanischen Reich einverleibt und sank zur
Provinzstadt herab.
P. Thorau