Mas‘ud
Sultan der Seldschuken im Irak (1134-1152)
-----------
Herrscher von Mossul
um 1095
† 1152
Jüngerer Sohn des Sultan Mohammad I.
Mas’ud folgte seinem Bruder Tughril II. in der
Regierung.
Runciman,
Steven: Seite
430,436,438,497-499,530
****************
"Geschichte
der Kreuzzüge"
Sultan Mohammed verständigte
seinen Schwiegervater, der unverzüglich Maudud anwies, ein neues
Bündnis zu schaffen, dessen namentlicher Führer sein eigener junger Sohn Mas'ud sein sollte.
Der Sultan übergab Mossul nach Maududs Tod seinem bisherigen
Vertreter am Hof des Kalifen, Aqsonqor
il-Bursuqi, der gleichsam
Vorreiter der türkischen Glücksritter war. Ihm fiel jetzt die
Pflicht zu, die Unternehmungen gegen die Franken zu leiten. Im Mai 1114
führte er ein Heer von fünfzehntausend Mann gegen Edessa. Mit
ihm zogen des Sultans Sohn Mas'ud, der Emir Temirek von Sindschar
und ein junger Türke
namens Imad ed-Din Zengi.
Ilghazi von Mardin war
aufgerufen worden, sich dem Zug anzuschließen; aber er weigerte
sich. Il-Bursuqi war
genötigt, die Belagerung aufzuheben und sich
mit der Ausplünderung der Umgebung zufrieden zu geben.
Nachdem er sich der Treue Mossuls
durch die Entsendung seines
Sohnes Mas'ud versichert hatte, der dort die
Regierung übernahm, schickte er im Februar 1115 ein großes
Heer in den Westen.
Sultan
Mahmud ibn Mohammed starb im Jahr 1131 und
hinterließ seine
Besitzungen
im Irak und dem südlichen Persien seinem
Sohn Daudud: Aber
Sandschar,
die vorherrschende Persönlichkleit in der SELDSCHUKEN-Familie,
bestimmte, daß das Erbe auf Mahmuds Bruder Tughril, den Herrn von
Kazwin, übergehen sollte. Jetzt machten die beiden anderen
Brüder
Mahmuds,
Mas'ud von Fars und Seldschuk-Schah von
Aserbaidschan, ihrerseits Ansprüche geltend. Daudud, der
weder bei
Mustarschid noch
bei
seinen Untertanen Unterstützung genoß, zog sich bald
zurück. Eine
Zeitlang wurde Tughril,
der sich auf
Sandschars Einfluß
stützen konnte,
in Bagdad anerkannt; und Mas'ud wurde von Sandschar
gezwungen
abzutreten. Aber Sandschar verlor
rasch das Interesse an der ganzen
Sache, worauf Seldschuk-Schah
nach Bagdad kam und die
Unterstützung des
Kalifen gewann.
Mas'ud
wandte sich an Zengi um Hilfe.
Zengi zog gegen
Bagdad, nur um bei Tekrit vom Kalifen und Seldschuk-Schah
schwer
geschlagen zu werden. Hätte Nadschem
ed-Din Ayub, der kurdische
Statthalter von Tekrit, ihn nicht über den Tigris gebracht,
wäre er
gefangengenommen oder erschlagen worden. Zengis Niederlage ermunterte
den Kalifen, der jetzt davon träumte, die einstige Macht seines
Hauses
neu erstehen zu lassen. Sogar Sandschar wurde
besorgt; und Zengi griff
in seinem Namen im Juni 1132 abermals Bagdad an, diesmal im Verein mit
dem flatterhaften Beduinen-Häuptling
Dubais. Es kam zu einer
Schlacht,
in welcher Zengi anfangs
siegreich war; abder der Kalif griff in eigener
Person an, schlug Dubais in
die Flucht und wandte sich dann
triumphierend gegen Zengi, der
gezwungen war, nach Mosul
zurückzukehren. Dort traf Mustarschid im
nächsten
Frühjahr an der
Spitze eines großen Heeres ein. Fast hatte es den Anschein als
sollten
die ABBASIDEN
ihren einstigen Ruhm zurückgewinnen; denn der Seldschuken-Sultan
des
Irak
war jetzt kaum noch viel mehr als eine Kreatur des Kalifen. Aber Zengi
entfloh aus Mossul und begann, das Feldlager des Kalifen
unablässig
anzugreifen und seine Versorgung abzuschneiden. Nach drei Monaten zog
sich Mustarschid
zurück. Der abbasidische
Wiederaufstieg hatte ein
jähes Ende genommen. Während des folgenden Jahres
verdrängte der
Seldschuken-Fürst Mas'ud
schrittweise die übrigen
Anwärter auf das
Sultanat des Irak. Mustarschid
versuchte vergeblich, ihm Einhalt zu
gebieten. In einer Schlacht bei Daimarg im Juni 1135 wurde das Heer des
Kalifen von Mas'ud in die
Flucht geschlagen und der Kalif selbst
gefangengenommen. Er wurde nach Aserbaidschan in die Verbannung
geschickt und dort, wahrscheinlich mit Mas'uds
heimlichen
Einverständnis, von einem Assassinen ermordet. Raschid,
sein Sohn und Nachfolger im
Kalifat, wandte sich an den seldschukischen
Anwärter Daudud
sowie an Zengi um Hilfe, aber
vergebens. Mas'ud
veranlaßte die Kadis von Bagdad, Raschid abzusetzen.
Seinem
Nachfolger
Moqtafi gelang es mittels üppiger Versprechungen Zengi von Raschid
und
Daudud
wegzulocken. Frisch gestärkt durch neue Ehrentitel von
Moqtafi
und Mas'ud, war Zengi vom Jahr 1135 an in der Lage
seine Aufmerksamkeit
dem Westen zuzuwenden.
Zengi war
wärend der letzten zwei Jahre, seit 1141, durch das Verlangen des Sultans Mas'ud, seine Hoheitsgewalt
über ihn wiederherszustellen, in Bedrängnis geraten. Es
gelang ihm nur durch eine rechtzeitige Bekundung seiner
Unterwürfigkeit, begleitet von einem Geldgeschenk und der
Entsendung seines Sohnes als Geisel, einen Einfall des Heeres des
Sultans ins Gebiet von Mossul zu verhindern.
Kinder:
Malik Schah III.
† 1160
Mohammed II.
† 1159
Literatur:
-----------
Runciman, Steven: Geschichte
der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1
Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite
430,436,438,497-499,530,542 -