Malik Schah I.                                   Seldschuken-Sultan (1072-1092)
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August 1055
November 1092

Sohn des Sultans Alp Arslan

BERTELSMANN Lexikon Geschichte: Seite 522
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Melikschah, Mailkschah, seldschukischer Sultan in Iran 1072-1092
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* August 1055,
November 1092

Verteidigte den Besitzstand des Landes nach außen hin und verschaffte der Bevölkerung in Zusammenarbeit mit seinem Minister Nisam Al Mulk eine von sunnitischer Orthodoxie diktierte Ruhepause.

Mayer, Hans Eberhard: Seite 11,12,51
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Diese unter Sultan Malik Schah (1073-1092) abgeschlossene Verdrängung der Byzantiner aus dem eigentlichen Kraftzentrum ihres Reiches brachte die griechische Kirche Anatoliens in Bedrängnis.
Die SELDSCHUKEN in Kleinasien saßen aber zu fest im Sattel, als daß Kaiser Alexios I. auch sie wirksam hätte treffen können. Er mußte sich begnügen, 1092 eine Einigung mit dem Sultan Qilidsch Arslan (1092-1107) herbeigeführt zu haben. Als das großseldschukische Reich nach dem Tode Malik Schahs (1092) zerfiel, übernahm Qilidsch Arslan aus der Erbmasse Anatolien, aus denen sich allmählich das rumseldschukische Sultanat von Ikonium (Rum = [Ost]-Rom) bildete. In Syrien führte der Tod Malik Schahs allerdings zu ernsten Auflösungserscheinungen, die über ein Jahrzehnt andauerten.
In Syrien war bis 1095 Tutusch, der Bruder des großseldschukischen Sultans Malik Schah, die beherrschende Figur gewesen. Er hatte den FATIMIDEN und Turkmenen Damaskus, Jerusalem und Akkon abgejagt. Sein Staatsgebilde war zugleich Puffer gegenüber den FATIMIDEN und Rivale für die übrigen seldschukischen Gebiete. Im Jahre 1086 erlangte er zu seinen palästinensischen und südsyrischen Besitzungen noch Aleppo hinzu, aber nun fand Malik Schah es an der Zeit einzugreifen und setzte ihm genehme Herrscher in Mosul, Aleppo und Antiochia ein. Als er 1092 starb und das großseldschukische Reich zerfiel suchte Tutusch seine Macht wiederum auszudehnen, aber er wurde von seinem Neffen Barkyaruk nach Syrien zurückgetrieben. Immerhin konnte er Aleppo seinem Herrschaftsbereich hinzufügen. Als er starb, erbte sein einer Sohn Ridwan (1095-1113) Aleppo, der andere Dudak (1095-1104), bekam Damaskus.

Runciman, Steven: Seite 64-65,66-67,75,76-78
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Auch sein Sohn und Nachfolger Malik-Schah, dessen Reich sich vom Mittelmeer bis an die Grenzen Chinas erstrecken sollte, marschierte nie selbst in Kleinasien ein.
Die türkische Invasionen Kleinasiens begannen im Ernst im Jahr 1073. Sie waren weder einheitlich noch aufeinander abgestimmt. Suleiman selbst wollte ein wohlgeordnetes Sultanat errichten, das er unter der Oberhoheit Malik-Schahs regieren konnte.
Eine Gesandtschaft wurde zum seldschukischen Sultan Suleiman geschickt. Suleiman versprach mit Zustimmung seines obersten Herrn Malik-Schah, Hilfe zu leisten, und verlangte als Entgelt die Abtretung der anatolischen Provinzen, die er bereits besetzt hielt.
Zu Beginn des Jahres 1085 wurde Antiochia, zusammen mit seinen kilikischen Städten von seinem Sohn an den Sultan Suleiman verraten. Edessa fiel im Jahr 1087 einem türkischen Häuptling namnes Busan in die Hände, wurde aber später, im Jahr 1094, von dem Armenier Thoros, der ein Vasall Malik-Schahs gewesen war, zurückerobert. Im südlichen Syrien herrschten die SELDSCHUKEN nunmehr unumschränkt. Seit dem Einmarsch Tughril Beys in Bagdad im Jahr 1055 waren die syrischen Besitzungen der FATIMIDEN ständig bedroht gewesen. Im Jahr 1071 eroberte ein türkischer Abenteurer namens Atsiz ibn-Abaq, der ein nomineller Vasall Alp Arslans war, kampflos Jerusalem und besetzte ganz Palästina bis hinab zur Grenzfestung Askalon. Im Jahr 1075 nahm er Damaskus und die Damaskena in Besitz. Im folgenden Jahr brachten die FATIMIDEN Jerusalem wieder an sich. Atsiz mußte den SELDSCHUKEN-Fürsten Tutusch zu Hilfe rufen, einen Bruder des Malik-Schah, der mit seines Bruders Einverständnis versuchte, in Syrien für sich ein Sultanat zu errichten. Im Jahr 1079 ließ Tutusch Atsiz ermorden und wurde Allein-Herrscher über einen Staat, der sich von Aleppo bis an die Grenzen Ägyptens erstreckte. Tutusch und sein Unterführer Ortoq, der Statthalter von Jerusalem, scheinen für ordentliche Regierung gesorgt zu haben.
Suleiman ibn-Kutulmisch marschierte nach der Wegnahme von Antiochia auf Aleppo, dessen arabischer Herrscher den Tutusch zu seiner Rettung herbeirief. In einer Schlacht vor der Stadt blieb Tutusch Sieger und Suleiman wurde erschlagen. Der Tod Suleimans stiftete unter den Türken Anatoliens heillose Verwirrung. Nikäa wurde sechs Jahre lang von Abu'l Kasim, einem türkischen Rebellen, gehalten; aber im Jahr 1092 gelang es Malik-Schah, ihn durch den Sohn Suleimans, Kilidsch Arslan I., zu ersetzen.
Kein Zweifel, um das Jahr 1095 sah es so aus als befinde sich die seldschukische Macht endlich im Niedergang. Malik-Schah, der eine gewisse Kontrolle über die Gesamtheit des türkischen Reiches ausgeübt hatte, war im Jahr 1092 gestorben; und auf seinen Tod folgte ein Bürgerkrieg unter seinen jungen Söhnen. Während er nächsten zehn Jahre, bis sie sich auf eine Teilung ihres Erbes einigen konnten, galt die Hauptaufmerksamkeit der Türken diesem Kampf im Innern. In Syrien, wo Tutusch im Jahr 1095 gestorben war, erwiesen sich seine Söhne Ridwan von Aleppo und Duqaq von Damaskus unfähig, Ordnung zu halten. Jerusalem ging auf die Söhne Ortoqs über. Die FATIMIDEN begannen, das südliche Palästina zurückzuerobern. Im Norden drang der türkische Feldherr Kerbogha, Atabeg von Mossul, unter dem abbasidischen Kalifen, allmählich in Ridwans Gebiet von Aleppo ein.




Kinder:

  Mahmud I.
        


  Barkyrauq
       


  Muhammad I.
        
1118

  Sangar
       
1157





Literatur:
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BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991 Seite 522 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge, Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 11,12,51 - Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Band III Seite 16 - Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 64-65,66-67,75, 76-78,203,327,355 -