HOMS


Lexikon des Mittelalters:
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Homs (Hemesa, Emesa)
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Stadt im nördlichen Syrien, in islamischer Zeit Sitz eines Emirats

Die am Orontes in der klimatisch begünstigten, seit frühgeschichtlicher Zeit besiedelten Senke zwischen Libanon und Gabal Ansariyya gelegene Siedlung wurde wahrscheinlich durch Seleukos I. (304-281 v. Chr.) zur hellenistischen Stadt. Unter römisch-byzantinischer Herrschaft war Homs seit Beginn des 5. Jh. n. Chr. Bischofssitz und - nach der Auffindung des angeblichen Hauptes Johannes des Täufers - Metropole. 637 öffnete Homs, nach dem Rückzug der Reichsgewalt aus Syrien infolge der Niederlage des Kaisers Herakleios am Yarmuk, kampflos den Arabern die Tore. Die prosperierende Stadt war unter den OMAYYADEN Zentrum einer Provinz (gund). In abbasidischer Zeit (seit 750) residierten hier Prinzen der Dynastie als Gouverneure. Den ABBASIDEN folgten die Dynastien der TULUNIDEN, HAMDANIDEN (944-1016) und MIRDASIDEN, die in der 2. Hälfte des 11. Jh. der Herrschaft der ägyptischen FATIMIDEN weichen mußten. 1090 fiel Homs an den Sultan der SELGUQEN, Maliksah, der es als Militärlehen weitervergab. In der Folgezeit war Homs, dessen Herren rasch wechselten, ein wichtiges Bollwerk gegen die Kreuzfahrer. Nach Zangi (ZENGIDEN) bemächtigte sich Nuraddin der Stadt, die er 1164 als Lehen an seinen Emir Asadaddin Sirkuh verlieh. Saladin, der sich 1175 in den Besitz von Homs gesetzt hatte, gab es vier Jahre später an die ASADI-Dynastie zurück. Im Februar 1260 erobérten die Mongolen Homs. Nach deren Niederlage an der Goliathsquelle setzte der mamlukische Sultan Qutuz den vorherigen Stadtherren al-Asraf Musa wieder in seine Herrschaft ein. Mit ihm erlosch 1262 die ASADI-Dynastie. Homs verlor unter mamlukischen Statthaltern die politische Selbständigkeit und wurde nach der osmanischen Eroberung (1516) zur unbedeutenden Provinzstadt.

P. Thorau