HAMDANIDEN
Lexikon des Mittelalters:
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Hamdaniden
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Arabische Dynastie in Mesopotamien und Syrien aus dem Stamm der Taglib
(929-1003), historisch erstmals faßbar mit Hamdan ibn Hamdun, der um
890 im Raum von Mardin Macht ausübte. Er und sein Sohn Abdallah, der als Statthalter von Mosul fungierte,
errichteten,
begünstigt durch den Machtverfall des ABBASIDEN-Kalifats,
ihre
Herrschaft in Mesopotamien. Mit den beiden Söhnen Abdallahs
erreichten die HAMDANIDEN die
selbständigere Stellung von Emiren:
Al-Hasan
(gestorben 968/969),
mit dem Beinamen Nasiraddaula
('Schützer des
Staates'), regierte in Mosul und versuchte seit 942, Kontrolle
über die Metropole Bagdad zu gewinnen, geriet aber gegenüber
den iranischen. BUYIDEN ins
Hintertreffen. Insgesamt erfolgreicher agierte
sein jüngerer Bruder Ali
(gestorben 967), bekannt unter
dem
Beinamen Saifaddaula ('Schwert des Staates'), der seit 945 in
Aleppo
herrschte, in einer Reihe von Kriegen die Machtstellung des
Byzantinischen
Reiches zurückdrängte und seinen Hof zu einem glanzvollen
Zentrum der arabischen Dichtung und Wissenschaft machte (Abu Firas,
al-Mutanabbi, al-Farabi und viele andere). Unter seinen Nachfolgern
verfiel die
Herrschaft der HAMDANIDEN,
nicht zuletzt infolge des Vordringens der FATIMIDEN.
Der Versuch einer Anlehnung an den einstigen Gegner Byzanz konnte den
Sturz der Dynastie nicht mehr aufhalten. Die HAMDANIDEN, eine bedeutende
arabischen
Herrscherfamilie in einem Zeitalter des wachsenden Einflusses
türkischer und iranischer Dynastien, sind wegen ihrer Erfolge im
Hl. Krieg
(gihad) und ihres Mäzenatentums viel gerühmt, wegen ihrer
tyrannischen Regierung und Geldgier aber auch getadelt worden.
(Ibn Hauqal)