Ghazi                                                Danischmandiden-Emir (1106-1134)
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um 1075/80
September 1134

Ältester Sohn des
Emir Malik Ghazi Gümüschtekin

Norwich John Julius: Seite 85,90
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"Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches."

Südöstlich jener Linie herrschten Turkvölker, zumeist dem seldschukischen Sultan Mas'ud von Ikonien untertan, dessen Macht im Laufe der Jahre allerdings immer schenller schwand. Dies ging auf den Aufstieg eines anderen türkischen Geschlechts zurück, nämlich der DANISCHMENDIDEN, deren Emir Ghazi II. nun das Gebiet zwischen Halys (Kizil Irmak) und Euphrat kontrollierte und stetig westwärts nach Paphlagonien drängte.
In den zehn Jahren seiner Abwesenheit hatte sich die Lage in Anatolien deutlich verschlechtert. Die DANISCHMENDIDEN hatten sich weiterhin auf Kosten des Sultanats von Ikonion ausgebreitet, dessen Handlungsfähigkeit aufgrund innerer Zwiste praktisch auf Null gesunken war. Emir Ghazi II. - der 1124 Melitene (Malatya) annektiert und im Verlauf der folgenden drei Jahre seinem Einzugsbereich zusätzlich Cäsarea (Kayseri), Ankyra (Ankara), Kastamon (Kastamonu) und Gangra (Chankiri) einverleibt hatte - vertrat nun die bedrohlichste Macht in ganz Kleinasien. Drei Jahre danach, im Februar 1130, hatte sein Heer  am Ufer des Pyramus (Jeyhan) in Kilikien unter den Truppen des jungen Bohemund II. von Antiochia ein verheerendes Blutbad angerichtet. Bohemunds abgeschlagenes Haupt hatte man Emir Ghazi überbracht; dieser ließ es einbalsamieren und dem Kalifen von Bagdad als Geschenk senden.
Unmittelbar für die Begräbnisfeierlichkeiten kehrten sie jedoch zurück und stießen auf der Straße nach Hangra wieder zu ihren Truppen, wo sie im Spätsommer die Nachricht eines weiteren Todesfalles erreichte, den sie allerdings begrüßten: Emir Ghazi hatte das Zeitlich gesegnet. Seine letzten Stunden dürften duch die Ankunft eines Gesandten des Kalifen erhellt worden sein, der ihn darüber in Kenntnis setzte, daß ihm und seinen Nachkommen der Titel Malik (König) verliehen worden sei und ihm "vier schwarze Flaggen und Trommeln, deren Wirbel von seiner Ankunft künden sollten, wann immer er in der Öffentlichkeit erschien, eine goldene Halskette sowie ein goldenes Zepter überreichte, mit dem ihm die Gesandten zum Zeichen der Anerkennung seines neuen Ranges und Titels auf die Schulter zu tippen hatten" - doch ach, all dies nützte ihm wenig. Er starb fast unmittebar danach, und so ging der Titel auf seinen Sohn Mohammed über.

Runciman, Steven: Seite 417-418,488,511,514-515
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Der große DANISCHMANDIDEN-Emir Malik Ghazi Gümüschtekin starb im Jahr 1106 und hinterließ ein geteiltes Reich. Siwas und seine anatolischen Länder fielen an seinen älteren Sohn Ghazi, Melitene und die syrischen Gebiete an den jüngeren Sohn Sangur.
Im Februar 1130 zog Bohemund II. von Antiochia mit einer kleinen Streitmacht den Fluß Dschihan hinauf seinem Ziel entgegen. Leo geriet in Besorgnis und rief den DANISCHMANDIDEN-Emir Ghazi zu Hilfe, dessen Länder sich jetzt bis zum Taurus-Gebirge erstreckten. Bohemund wußte von diesem Bündnis nichts. Indes er sorglos den Flußlauf hinaufzog und unterwegs nur auf leichten armenischen Widerstand stieß, überfielen ihn die DANISCHMANDIDEN-Türken und machten sein gesamtes Heer nieder. Man erzählte sich, daß sie den Fürsten um des Lösegeldes willen, das er eingebracht hätte, verschont hätten, wenn sie ihn nur erkannt hätten. So jedoch wurde sein abgeschlagenes Haupt vor den DANISCHMENDIDEN-Emir gebracht, der es einbalsamieren und dem Kalifen als Geschenk übersenden ließ.
Zur Zeit des Todes des Kaisers Alexios im Jahr 1118 war das türkische Anatolien aufgeteilt wischen dem SELDSCHUKEN-Sultan Mas'ud, der von Konya aus über den südlichen Schwerpunkt der Halbinsel vom Sangarios bis zum Taurus herrschte, und dem DANISCHMANDIDEN-Emit Ghazi II., dessen Länder sich vom Halys bis zum Euphrat erstreckten. Gemeinsam hatten sie die kleineren Emirate aufgesogen und beseitigt, mit Ausnahme von Melitene im Osten, wo Mas'uds jüngerer Bruder Toghrul unter der Regentschaft seiner Mutter und ihres zweiten Gatten, des ORTOQIDEN Balak, herrschte.
Von 1130 bis 1135 lag Johannes alljährlich gegen die DANISCHMANDIDEN im Feld. Zweimal wurde sein Werk durch die Machenschaften seines Bruders, des Sebastokrators Isaak, unterbrochen. Im September 1134, als der Tod des Emirs Ghazi eine Erleichterung der Lage brachte, hatte er das gesamte verlorene Gebiet zurückgewonnen. Ghazis Sohn und Nachfolger Mohammed war so von Familienzank geplagt, daß er sich Angriffshandlungen nicht gestatten konnte; und Mas'ud, der von den DANISCHMANDIDEN keine Hilfe mehr erhielt, gelangte zu einer Verständigung mit dem Kaiser.





Kinder:

  Mohammed ibn Ghazi
        
Dezember 1141

   Yakub Arslan ibn Ghazi
        


 Ain ed-Daulat ibn Ghazi

      





Literatur:
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Norwich John Julius: Byzanz. Der Aufstieg des oströmischen Reiches. Econ Verlag GmbH, Düsseldorf und München 1993 Seite 85,90,95,101 -
Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 417-418,488,511,514-515 -