Dhu'l Nun                                         Danischmandiden-Emir (1141-1173)
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nach 1174

Sohn des Emirs Mohammed ibn Ghazi

Runciman, Steven: Seite 568,647,713
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"Geschichte der Kreuzzüge"

Der DANISCHMANDIDEN-Emir Mohammed ibn Ghazi starb im Dezember 1141. Er war der bedeutendste mohammedanische Machtfaktor in Kleinasien gewesen; und auf seinen Tod folgten Bürgerkriege zwischen seinen Söhnen und Brüdern. Bereits vor dem Ende des Jahres 1142 war das Emirat in drei Teile aufgespalten. Mohammeds Sohn Dhu'l Nun hielt Cäsarea-Mazacha in Besitz, und seine Brüder Yakub Arslan ibn Ghazi und Ain ed-Daulat ibn Ghazi saßen in Siwas und Melitene. Der SELDSCHUKEN-Sultan Mas'ud von Konya erblickte in dieser Aufspaltung eine günstige Gelegenheit, sich zum Oberherrn über die anatolischen Türken aufzuwerfen. Er drang ins DANISCHMANDIDEN-Gebiet ein und brachte Gebiete bis hinaus zum Euphrat in seine Gewalt. In ihrem Schrecken über seine Angriffslust bemühten sich die Brüder Yakub Arslan und Ain ed-Daulat um ein Bündnis mit Byzanz und wurden durch einen, vermutlich im Jahr 1143 geschlosssenen Vertrag in gewissem Ausmaß des Kaisers Vasallen.
Sultan Mas'ud starb im Jahr 1155 und seine Söhne Kilidsch Arslan II. und Schahinschah gerieten unverzüglich über das Erbe in Streit. Ersterer verschaffte sich die Unterstützung der DANISCHMANIDEN-Fürsten Dhu'l Nun von Cäsarea und Dhu'l Qarnain von Melitene, letzterer jene des ältesten DANISCHMANDIDEN, Yaghi Siyan von Siwas. Yaghi Siyan bat Nur ed-Din um Hilfe, und Nur ed-Din leistete bereitwilligst Folge, indem er den seldschukischen Anteil an den edessischen Städten angriff und seinem Herrschaftsbereich einverleibte. Kilidsch Arslan besiegte seinen Bruder; aber obgleich er versuchte, mit den Armeniern und Franken ein Bündnis gegen Nur ed-Din zu errichten, war er genötigt, den Verlust seiner Euphrat-Provinz hinzunehmen.
Solange Nur ed-Din lebte, war Kilidsch Arslan II. in Schach gehalten; denn Nur ed-Din war im Jahre 1173 in Anatolien eingeschritten, um zu verhindern, daß die SELDSCHUKEN die Länder der DANISCHMANDIDEN schluckten. Nur ed-Dins Feldherr Abdalmassih eroberte  Cäsarea-Mazacha für den DANISCHMANDIDEN Dhu'l-Nun zurück und verblieb selbst mit einer Besatzung in Siwas. Aber der Tod Nur ed-Dins enthob Kilidsch Arslan dieser Hemmnisse. Am Ende des Jahres 1174 war Abdalmassih wieder in Mossul, Dhu'l-Nun und Schahinschah waren im Exil in Konstantinopel und Kilidsch Arslan im Besitz ihrer Länder.





Literatur:
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Runciman, Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag H.C. Beck München 1978 Seite 568,647,713 -