DAMIETTA
Lexikon des Mittelalters:
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Damietta
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(französisch Damiette; griechisch Tamiathis, davon abgeleitet:
Damiata; arabisch Dimyat)
Hafenstadt und Festung in Ägypten, an der Mündung des
östlichen Nilarms an dessen Westufer gelegen. In islamischer Zeit
war Damietta ein wichtiger Hafen mit bedeutender Leinenproduktion. 854
nach einer byzantinischen Razzia befestigt, war es auch arabische
Flottenbasis. Nach 1150, mit der erneuten Verwicklung Ägyptens in
die Kreuzzüge, wurde Damietta.
zum häufigen Angriffsziel der Kreuzfahrer. Von der sizilianischen
Flotte 1155 angegriffen und von Amalrich I.,
König von Jerusalem, 1169
belagert, wurden die Befestigungen der Stadt 1181-1182 verstärkt;
nun konnte auch eine Sperrung des Flusses mit einer von zwei
gegenüberliegenden Türmen aus gespannten Kette vorgenommen
werden. 1192, als Damietta
evakuierte Bewohner aus seiner östlichen Nachbarstadt Tinnis
aufnahm, wurde zudem ein Graben angelegt. Alle diese
Verteidigungsmaßnahmen vermochten Damietta
aber nicht vor der Eroberung durch die Kreuzfahrer zu retten, die
erstmals 1220, beim 5. Kreuzzug, erfolgte, sodann beim 6. Kreuzzug im
Frühjahr 1249, durch König Ludwig IX. von Frankreich.
1250 den Mamluken übergeben, ließen diese die Stadt
räumen und bis auf die Moschee zerstören. 1261 wurde die
Mündung abgedämmt, was eine Verlegung des Nilverlaufs in
nördliche Richtung zur Folge hatte. Die Stadt wurde weiter im
Süden neuerrichtet, so daß für Damietta
bestimmte Waren von Seeschiffen auf kleinere flußgängige
Boote umgeladen werden mußten.
M. Brett