BUYIDEN


Lexikon des Mittelalters:
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Buyiden (nach arabischer Aussprache: Buwayhiden)
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Iranische Dynastie, die 945-1055 in den zentralen Gebieten des Kalifats, im südlichen Irak und westlichen Iran, an die Stelle der ABBASIDEN trat. Die BUYIDEN sympathisierten mit der Sia, doch bekannten sie sich nicht eindeutig zu einer der bestehenden siitischen Glaubensrichtungen und beließen mit Rücksicht auf ihre mehrheitlich sunnitischen Untertanen den - politisch entmachteten - ABBASIDEN Titel und Stellung des Kalifen. Nur die letzten beiden dieser ABBASIDEN-Kalifen besaßen gegenüber ihren buyidischen »Hausmeiern« eine bestimmte Eigenständigkeit und vermochten einen gewissen religiös-moralischen Einfluß auszuüben. Die Regierungspraxis der BUYIDEN war vor allem durch eine Aufteilung der Territorien unter verschiedene Familienmitglieder (Brüder, später Vettern) mit bestimmten Hauptresidenzen (Bagdad, Ray und Schiras) geprägt. Damit antizipierten die BUYIDEN das System der familiären Aufteilung der Macht, das häufig auch von späteren islamischen Dynastien im Nahen Osten (SELDSCHUKEN, AYYUBIDEN) angewandt werden sollte. Die zahlreichen kleinen Höfe der BUYIDEN wetteiferten in der Förderung der Wissenschaften, so daß islamische Philosophie und Theologie sowie arabische Dichtung in dieser Periode eine Blüte erlebten. Die zunehmende Finanznot der buyidischen Höfe, die teilweise durch die hohen Kosten der türkischen Militärsklaven in den Armeen verursacht wurde, führte zur Entstehung des iqta, einer spezifischen Form der Zuerkennung staatlicher Einkünfte, mit welcher die der Regierung geleisteten Dienste (besonders Militärdienst) vergolten wurden (Finanzwesen, arab.-islam.). Das iqta-System war - neben einer Wiederbelebung bestimmter Traditionen des iranischen Herrschertums - das wohl wichtigste Erbe, das die BUYIDEN den späteren Regierungen im Nahen Osten hinterließen.

R.P. Mottahedeh