AIJUBIDEN


Lexikon des Mittelalters: Band I Spalte 1315
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Ayyubiden
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Islamische Dynastie, vorwiegend im 12./13. Jh. in Ägypten, Syrien/Palästina und Teilen Mesopotamiens von Bedeutung. Abkommen des Kurden Ayyub (gest. 1183), der ebenso wie weitere Mitglieder seiner Familie in militärischen. Diensten der ZENGIDEN, der türkischstämmigen Herrscher von Mesopotamien und Syrien, stand. Im Zusammenhang mit den Plänen des Nuraddin Zangi, auch Ägypten unter seine Kontrolle zu bringen, wurde Ayyubs Bruder Sirkuh ins Nilland entsandt; in seiner Begleitung befand sich Ayyubs Sohn Salahaddin (Saladin). Letzterer, der nach dem Tode Sirkuhs (1169) die Herrschaft in Ägypten übernehmen konnte, ist der Begründer der AYYUBIDEN-Dynastie, die die bis dahin dort herrschenden FATIMIDEN ablöste.
Saladin, vom abbasidischen Kalifen als Herrscher über Ägypten legitimiert, vermochte seine Macht nach Norden über Syrien und Mesopotamien, nach Süden bis zum Jemen hin auszudehnen. Damit waren die geographischen Grenzen auch für den Aktionsradius seiner Nachfolger festgelegt. Saladins Sieg über die Kreuzfahrer bei Hattin (1187), der für diese den Verlust Jerusalems und des größten Teiles ihrer Besitzungen in Syrien/Palästina zur Folge hatte und den dritten Kreuzzug auslöste, ließ ihn in Europa negativ, in der islamischen Welt positiv als Protagonist für die Belange des Islams erscheinen. Im Grunde ging es bei seinen Kämpfen in Syrien, die sich auch gegen Muslime richteten, um die Wiederherstellung der uralten geographisch-politischen Einheit von Ägypten und Syrien.
Entsprechend tribalistischer Tradition und damit verbundener patriarchalischer Herrschaftsauffassung wurde das Reich nach Saladins Tod (1193) unter Angehörige der Familie Ayyubs aufgeteilt. Neue Zentren der AYYUBIDEN-Herrschaft entstanden neben Kairo unter anderem in Damaskus, Aleppo und Diyarbakr. Eine Art Suprematie eines der AYYUBIDEN über die mit ihm verwandten anderen Teilherrscher konnte sich nur zeitweise durchsetzen, wobei die jeweiligen Machthaber in Kairo und Damaskus miteinander konkurrierten. Als bedeutendste AYYUBIDEN-»Könige« (al-malik, 'König', ist der gängigste Titel der AYYUBIDEN) nach Saladin sind al-Adil (1200-1218), al-Kamil (1218-1238), al-Muazzam (1218-1227) und as-Salih Ayyub (1232-1249) zu nennen.
Der Aufstieg der AYYUBIDEN-Dynastie bedeutet in der islamischen Geschichte insofern einen wichtigen Einschnitt, als dadurch ein zentrales islamisches Gebiet endgültig für den sunnitischen Islam zurückgewonnen werden konnte, nachdem es ca. 200 Jahre lang unter den
FATIMIDEN
schiitisch gewesen war; auch die Unterordnung unter die abbasidischen Kalifen in Bagdad wurde durch die AYYUBIDEN wiederhergestellt. Die Verwaltung erhielt unter den AYYUBIDEN entsprechend ihrer Herkunft einen ausgeprägt militärischen Charakter; das Erstarken von Truppenkontingenten, so auch der Mamluken ('Kriegssklaven'), bewirkte 1250 das Ende der AYYUBIDEN-Herrschaft in Ägypten, während die nördlichen Teilreiche der AYYUBIDEN fast ausschließlich Opfer des Mongolensturms wurden. Kulturelles Zentrum war zeitweilig Damaskus (besonders unter Muazzam); eine hochentwickelte Historiographie sei als Beispiel genannt.
Ausgleich und Verhandlungen anstelle kriegerischer Auseinandersetzungen kennzeichnen trotz Angriffen auf Ägypten das Verhältnis der AYYUBIDEN zu Europa. Verträge mit den italienischen Seehandelsmetropolen und ein fast freundschaftliches Verhältnis zu den  STAUFERN
(al-Kamil - FRIEDRICH II.) sind charakteristisch für die Politik der AYYUBIDEN, die zum Teil von den Mamluken fortgesetzt wurde.

A. Noth


BERTELSMANN Lexikon Geschichte 1991: Seite 27
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Ajjubiden, Aijubiden, Ayyubiden

Herrscher-Dynastie in Ägypten, Syrien und Jemen, 1171 begründet durch Saladin. Die Herrschaft der AJJUBIDEN wurde in Ägypten 1250 durch die Mamluken beendet, in Syrien 1260 durch die Mongolen; an einzelnen Orten hielten sich AJJUBIDEN bis 1342.


Saladin 

1138 03.03.1193 1171-1193
al-Aziz 
Sohn
117229.11.1198
1193-1198
al-Mansur Sohn

1198-1199
al-Adil I. Sohn Aijubs 114431.08.1218 1199-1218
al-Kamil  
Sohn 1177/80 08.03.1238 1218-1238
al-Adil II.   
Sohn 122109.02.1248
1238-1240
al-Salih Bruder 120721.11.1249 1240-1249
al-Malik
Sohn          † 02.05.1250 1249-1250
Sagar al-Durr
Witwe al-Salihs          † 28.04.1258 1250