Abaga
Il-Chan von Persien (1265-1282)
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um 1235/40 † 1.4.1282
Sohn des Il-Chans Hulagu
Runciman, Steven: Seite
1099,1111,1116,1127,1169-1170,1176-1177
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"Geschichte der Kreuzzüge"
Es war unvermeidlich, daß der Tod Hulagus die
Mongolen in einem für sie kritischen Augenblick schwächte.
Der Einfluß seiner Witwe Dokuz Khatun sicherte die
Thronfolge seinem Lieblingssohn Abaga, der Statthalter von Turkestan war. Aber
Abaga
wurde erst im Juni, vier Monate nach dem Tod seines Vaters, in aller
Form als Ilkhan eingesetzt, und danach vergingen noch mehrere Monate,
bis die Neuverteilung der Lehen und Statthalterschaften abgeschlossen
war. Dokuz
Khatun selbst starb, tief betrauert von den Christen,
während des Sommers.
Inzwischen wurde Abaga
unablässig von seinen Vettern von der Goldenen Horde bedroht, die
im folgenden Frühjahr tatsächlich in sein Gebiet einfielen.
Zu Beginn des Sommers 1266, während Abagas Heere
damit beschäftigt waren, dem Einfall des Khans Berke
nach Persien zurückzuschlagen, brachen zwei mamelukische Heere aus
Ägypten auf.
Der Ilkhan Abaga von Persien war
gleich seinem Vater Hulagu ein eklektischer Schamanist mit starken
Sympathien für das Christentum. Der Tod seiner christlichen Stiefmutter Dokuz Khatun hatte ihre
hatte ihre Glaubensgenossen aller Sekten ihrer bedeutendsten Freundin
beraubt; aber sie fanden eine neue Beschützerin in der byzantinischen Prinzessin Maria. Als sie am Hof des
Ilkhans
eintraf, war Hulagu
tot; aber sie wurde unverzüglich mit Abaga
vermählt, der bald hohe Achtung für sie empfand, und alle
seine Untertanen, die sie unter dem Namen
Despina Khatun kannten,
verehrten sie um ihrer Klugheit und Herzensgüte willen. Die Kunde
von der Wohlgesonnenheit des Ilkhan veranlaßte den König von
Aragon, gemeinsam mit Papst Clemens
IV. im Jahr 1267 Jakob Alarich
von Perignan auf eine Mission zum Ilkhan zu schicken, damit er
ihm den bevorstehenden Kreuzzug der Aragonier und König Ludwigs bekanntgebe und
ein Militär-Bündnis vorschlage. Aber Abaga, der
mit seinem Krieg gegen die Goldene Horde vollauf beschäftigt war,
ließ sich nur zu undeutlichen Versprechungen herbei. Daß er
zu mehr nicht imstande war, zeigte sich im nächsten Jahr an seinem
Unvermögen, Antiochia vor den Mamelucken zu retten. Er sah sich
bald in einen neuen Krieg verwickelt, diesmal mit seinen Vettern aus
dem Hause DSCHAGATAI, die im Jahr
1270 in seine östlichen Herrschaftsgebiete eindrangen und erst
nach einer gewaltigen Schlacht in der Nähe von Herat wieder
zurückgetrieben wurden. Während der folgenden zwei Jahres war
es Abagas
vordringlichste Aufgabe, die Verbindungswege zu seinem Onkel und
Oberlehnsherrn, dem Groß-Khan Khubilai in China,
wieder zu öffnen. Immerhin schrieb er im Jahr 1270 nach seinem
Sieg bei Herat an König Ludwig und verpflichtete
sich zu militärischer Hilfeleistung, sobald das Kreuzzugsheer in
Palästina erschien.
Prinz Eduard schickte sofort
nach seiner Ankunft in Akkon eine aus drei Engländern bestehende
Gesandtschaft an den Ilkhan. Abaga,
dessen Hauptheere in Turkestan im Feld lagen, erklärte sich
bereit, so gut zu helfen wie er konnte. Um die Mitte 1271 erfüllte
Abaga sein
Versprechen, indem er zehntausend Berittene von seinen Garnisonen in
Anatolien abtrennte.
Baibars
beschloß, in Anatolien einzufallen. Der SELDSCHUKEN-Sultan
war zu dieser Zeit ein Kind namens Kaikhosrau III. Der
Ilkhan übte eine lockere Schutzherrschaft über das Sultanat
aus, die durch die Anwesenheit einer beträchtlichen mongolischen
Besatzung Nachdruck erhielt. Am 18. April 1277 wurde diese Garnison von
den Mamelucken bei Albistan in die Flucht geschlagen. Fünf Tage
später zog Baibars
in Cäsarea-Mazacha ein. Des Sultans Minister Suleiman und der
Karamanier-Emir beeilten sich beide, den Sieger zu
begückwünschen; aber inzwischen war Abaga
aufgestört worden und führte persönlich ein mongolisches
Heer in Gewaltmärschen nach Anatolien. Baibars
wartete sein Eintreffen nicht ab, sondern zog sich nach Syrien
zurück. Abaga
gewann die Gewalt über das SELDSCHUKEN-Sultanat
rasch wieder zurück.
Dem Ilkhan lage daran, gegen die Mamelucken
loszuschlagen, ehe es Qalawun
gelang, seine Stellung zu festigen. Sonqor,
der vormalige Emir von Damaskus, bot den Ägyptern noch
in Nord-Syrien die Stirn, als gegen Ende September 1280 ein
mongolisches Heer über den Euphrat ging und Aintab, Baghras und
Darbsaq besetzte. Am 20. Oktober zog es in Aleppo ein. Aber die
Mongolen waren nicht zahlreich genug, um Aleppo halten zu können.
Als Qalawun seine
Streitkräfte in Damskus zusammenzog, gingen sie über den
Euphrat zurück.
Im September 1281 rückten zwei mongolische Heere in Syrien ein.
Das eine, welches vom Ilkhan persönlich befehligt wurde, warf in
langsamen Vordringen die muselmanischen Festungen längs der
Euphratgrenze nieder, während das zweite unter seinem Bruder Mangu Timur zuerst die
Verbindung mit
Leo III. von Armenien herstellte und sodann über Aintab
und Aleppo ins Tal des Orontes hinabmarschierte. Am 30. Oktober 1281
trafen die Heere der Mongolen und Mamelucken knapp vor Homs aufeinander. Mangu Timur befehligte
die mongolische Mitte, während sich andere mongolische Prinzen auf
seiner Linken und seine georgischen Hilfstruppen sowie König Leo und die Hospitaliter
auf seiner Rechten befanden. Die Schlacht hatte kaum begonnen, als die
Christen auf der mongolischen Rechten bereits Sonqor in die Flucht schlugen und
ihm bis in sein Feldlager zu Homs nachsetzten wodurch sie mit ihrer
Mitte die Fühlung verloren. Inzwischen wurde Mangu Timur,
wiewohl die mongolische Linke fest standhielt, bei einem mameluckischen
Angriff auf die Mitte verwundet. Seine Nerven ließen ihm im Stich
und er befahl einen überstürzten Rückzug. Das
mongolische Heer ging ohne weitere Verluste über den Euphrat
zurück. Der große Fluß blieb die Grenze zwischen den
beiden Reichen.
Dem Ilkhan der Mongolen zu Täbris schien es, als sei die Zeit
für ernstere Maßnahmen gekommen. Abaga war am 1. April 1282 gestorben. Sein
Nachfolger war sein Bruder Tekuder, der als Kind
unter dem Namen Nikolaus die
nestorianische Taufe erhalten hatte.
Kinder:
Arghun-Chan
† 1291
Gaichatu Ilchan
† 1295
Chomughan
†
Literatur:
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Brandes
Jörg-Dieter: Die Mameluken. Aufstieg und Fall einer
Sklavendespotie. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1996 Seite
101,115,117 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1
Band Verlag H.C. Beck München 1978, Seite
1099,1111,1116,1127, 1169-1170,1176-1177,1207 -