Lexikon des Mittelalters: Band V Spalte 311
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Ibelin
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Weitverzweigte Adelsfamilie des Königreiches Jerusalem,
stammt von den Vizegrafen von Chartres ab. Balian I. (+ vor 1155), der
Begründer des Hauses, schuf sich eine starke Position im Bereich der
Herrschaft Jaffa (1136 Erwerbung des namengebenden Lehens Ibelin/Jabna).
Er war Connetable von Jaffa, schloß sich aber während
der Konflikte zwischen König Fulco
und den Herren von Jaffa wiederholt der königlichen Partei an. Nicht
zuletzt dank erfolgreicher Heiratspolitik (unter anderem Ehe Balians
II. mit Maria Komnena, der Witwe
König Amalrichs I.) erweiterten die IBELIN ihren Landbesitz
(Ramle, Samaria, Beirut). Nach der Katastrophe von
Hattin (1187) versuchte Balian II. (+ 1193), Jerusalem gegenSaladin
zu halten und konnte nach dem Fall der Stadt den Abzug eines Teils der
Christen gegen Lösegeld aushandeln. Im 13. Jh. traten die IBELIN
als
Wortführer der selbstbewußten Barone des Königreiches hervor
und verfochten gegenüber der von FRIEDRICH
II. angestrebten Straffung der monarchischen Gewalt das Recht
der Aristokratie auf Mitentscheidung. Führenden Mitglieder der
IBELIN waren Johann von Ibelin, Herr von Beirut (+ 1236),
sein Neffe Johann von Ibelin, Graf von Jaffa (+ 1266), der
große Rechtsgelehrte (sog. Assisen von Jerualem), sowie Philipp
(+ 1227), ein Sohn von Balian II. und Maria
Komnena, der als Bailli des Königreiches Zypern fungierte.
Die IBELIN erloschen im 14. Jh. im Mannesstamm; Nachkommen in weiblicher
Linie finden sich in den großen Fürstenhäusern des lateinischen
Zypern und Griechenland.
Nach der Schlacht bei Hattin machte sich die Familie
IBELIN, die Beirut (seit vor 1205; planmäßiger Ausbau des
dortigen Hafens ab 1220), Arsuf (nach 1206), Ramla und die Grafschaft Jaffa
(ab 1246/ 47) kontrollierte, dazu reichen Besitz in Zypern hatte und mit
den führenden palästinensichen Geschlechtern verschwägert
war, zum unbestrittenen Haupt der Barone.