Begraben: Templerkirche Nikosia
Einziger Sohn des Königs
Hugo
I. von Zypern aus dem Hause LUSIGNAN
und der Alice von Jerusalem, Tochter
von König
Heinrich
von der Champagne
Thiele, Andreas: Tafel 172
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur
europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
HEINRICH I. (II.) DE
LUSIGNAN
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† 1253
Heinrich I. von Lusignan folgte unter der Vormundschaft seiner Mutter und stand ganz unter dem Einfluß der Familie IBELIN, die alle wichtigen Positionen innehatte (Baillif, Connetable, Seneschall). Es war eine Zeit verheerender Bürgerkriege und stärkster Feudalisierung in Zypern. Heinrich I. erneuerte die Lehensabhängigkeit zu Kaiser FRIEDRICH II., geriet schroff gegen die kaiserliche Partei, die vom Connetable Johann von Ibelin auf Tyros beschränkt wurde. Er stand auch gegen die Templer, wurde später päpstlicher Vasall und erhielt 1247 den Titel "König von Jerusalem" zugestanden. Er war ganz von Genua und Venedig abhängig und hatte viel Streit mit diesen Städten.
1) oo ALIX
DI MONTEFERRAT, Tochter des Markgrafen
Wilhelm VIII.
† um 1233
2) oo STEFANIE VON ARMENIEN, Tochter des
Königs
Konstantin
† 1249
3) oo PLAISANCE
VON ANTIOCHIEN, Tochter der Fürsten
Boemund V.
† 1261
Heinrich I. war
beim
Tode seines Vaters erst acht Monate alt. Die Vormundschaft und
Regentschaft
wurde für Heinrich I. durch
seine
Mutter Alice, die Tochter
Heinrichs
von Champagne, ausgeübt, aber die Barone setzten als
Verwaltungsbaillis
Verwandte aus der berühmten palästinensischen Familie der
IBELINS
ein, erst Alices Onkel Philipp
(1218-1227),
dann Johann von Ibelin, den "alten Herrn von Beirut" (1227-1228).
Als
sich
Kaiser
FRIEDRICH II. 1228 auf der Insel aufhielt, zwang er Johann,
ihm den jungen König und die vier starken Königsburgen im
Norden
(Kyrenia, Kantara, Buffavento und St. Hilarion, von den Franken
Dieudamour
genannt) auszuliefern. FRIEDRICH
beanspruchte
die Bailliage (Regentschaft) für sich und verpachtetet sie 1229 an
seine Parteigänger auf Zypern. Da er dies ohne Mitwirkung der
Haute
Cour tat, die in Nikosia genauso wichtig war wie auf dem Festland,
verstieß
er gegen die lehnsrechtlichen Vorstellungen seiner Zeit. Kaum hatte FRIEDRICH
II. der Insel den Rücken gekehrt, da brach der Aufstand
gegen das Regiment seiner Baillis los, und Zypern wurde nun in den
langen
Longobardenkrieg verwickelt, der sich größtenteils auf dem
Festland
abspielte. Er endete für Zypern mit der Kapitulation der
kaiserlichen
Festung Kyrenia (1233) zehn Jahre früher als in Palästina.
Der
staufische
Zugriff auf Zypern war damit endgültig abgewendet, und 1247
befreite
Papst Innocenz IV. König
Heinrich I.
von allen Treueiden, die er dem Kaiser möglicherweise geschworen
habe,
und nahm Zypern in den Schutz des apostolischen Stuhls.
Im Jahre 1246 folgte Heinrich
I. von Zypern seiner Mutter als Regent des
Königreiches
mit
dem Titel eines Seigneur du Royaume de Jerusalem. Damit
war in
Abwesenheit
des rechtmäßigen Königs die Verantwortung für die
Regierung des Festlandreiches wieder in die Hände des Königs
von Zypern gelangte. Doch war er in Wahrheit nur ein Spielball in der
Hand
der IBELINS, die bald nach Alices
Wahl
mit der Belagerung von Tyrus begonnen hatten. Lothar Filangieri hatte
kapitulieren
müssen, um das Leben seines in Gefangenschaft geratenen Bruders
Richard
zu retten. Damit war der staufische
Zugriff endgültig abgewehrt worden und die nahezu absolute
Vorherrschaft
der Barone bis zum Untergang des Reiches gesichert.
Runciman, Steven: Seite
926,956-960,969,972-980,1008-1010,1035,1055-1056,1107
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"Geschichte der Kreuzzüge"
1217
Inzwischen ritt König
Andreas
zusammen mit König Hugo
hinweg
nach Tripolis, wo Bohemund IV.,
der vormalige Fürst von Antiochia,
der kürzlich seine erste Gemahlin,
Plaisance von Dschebeli,
verloren
hatte, seine Hochzeit mit Hugos
Halbschwester
Melisende
feierte. Dort starb
Hugo plötzlich
am 10. Januar 1218 und hinterließ den Thron von Zypern einem acht
Monate alten Knaben namens Heinrich
unter der Regentschaft seiner Witwe
Alice von
Jerusalem.
1228
In Zypern war die bestellte Regentin namens des Kind-Königs
Heinrich I. seine Mutter,
Alice
von
Jerusalem. Sie hatte die Regierung ihrem Onkel Philipp von
Ibelin,
dem zweiten Sohn der Königin
Maria
Komnene,
anvertraut.
Im Jahr 1225, als Gewißheit herrschte, daß
der Kaiser ernstlich beabsichtigte, nach Osten zu kommen, befahl
Philipp
die Krönung des achtjährigen Königs
Heinrich, so daß die Regentschaft, sobald Heinrich
mit fünfzehn Jahren großjährig wurde, zumindest nicht
mit
der Begründung verlängert werden konnte, daß er noch
nicht
gekrönt sei. Alice betrachtete
sich wiewohl in freiwillgem Exil, nach wie vor als Regentin
1229
FRIEDRICH verweilte
etwa 10 Tage in Zypern, wo er Almerich
Barlais und seine vier Freunde,
Gavin von Chenichy, Amalrich von Beisan, Hugo von Dschebail und Wilhelm
von Rivet, als Baillis bestätigte. Ihnen vertraute
er die
Person
des Königs an. Gleichzeitig vereinbarte er die Eheschließung
zwischen dem jungen König und Alice
von Montferrat,
deren Vater einer seiner getreuen Anhänger in Italien war.
1233
Zypern war jetzt zur Gänze der Herrschaft Heinrichs
und seiner IBELIN-Vettern
zurückgegeben. Des Königs treu
ergebene
Lehnsleute wurden belohnt und die Gelder, die er geliehen hatte,
zurückgezahlt.
1247
Zusätzliche Hilfe wurde aus Akkon und Zypern
herbeigerufen.
König
Heinrich von Zypern schickte sofort ein Geschwader
von acht
Galeeren mit einhundert Rittern unter seinem Seneschall Balduin von
Ibelin
nach Akkon, wo die Kommune mit Hilfe der italiensichen
Niederlassung
weitere
sieben Galeeren und fünfzig leichtere Fahrzeuge ausgerrüstet
hatte. Die christliche Flotte war in der Lage, unbelästigt nach
Askalon
weiterzufahren, dort die Ritter an Land zu setzen und die Besatzung neu
mit Lebensmitteln zu versorgen.
Königin Alice starb
im Jahre 1246; und die Regentschaft ging nach einem vergeblichen
Einspruch
ihrer Halbschwester, der Fürstin-Mutter
Melisende
von Antiochia, auf den Nächstebrechtigten über,
nämlich
ihren Sohn, König
Heinrich von Zypern.
König
Heinrich, der sich vornehmlich durch seine gewaltige
Körperfülle
auszeichnete, war nicht der rechte Mann, um seinen Machtbefugnissen
Geltung
zu verschaffen. Er ernannte Balian von
Ibelin zu seinem Bailli und
bestätigte Philipp von Montfort im
Besitz von Toros.
Die Eheschließung zwischen Hethums
Schwester Stephanie und Heinrich
von Zypern im Jahr 1237 ebnete allmählich einer
allgemeinen
Aussöhnung den Weg.
Das königliche Geschwader traf am 17. September
1248 in Limassol ein und König Heinrich
von
Zypern bereitete ihnen allen einen herzlichen und gastlichen
Empfang.
Bohemund V. starb
im Januar 1252 und hinterließ
zwei Kinder: eine Tochter namens
Plaisance,
die einige Monate zuvor die dritte Gattin des kinderlosen Königs
Heinrich von Zypern geworden war, und einen Sohn Bohemund.
König Heinrich von Zypern
starb am 18. Januar 1253. Da
sein Sohn Hugo
II. erst wenige Monate alt war, erhob Königin
Plaisance Anspruch auf die Regentschaft von Zypern und die
Titular-Regentschaft
von Jerusalem.
1233
1. oo Alice von Montferrat, Tochter des
Markgrafen
Wilhelm VIII.
x um 1205/10
† 1233
1237
2. oo Stephanie von Armenien, Tochter des
Regenten
Konstantin
x
† 1249
1251
3. oo Plaisance von Antiochia, Tochter des
Fürsten
Bohemund V.
1236 † 27.9.1261
Kinder:
3.Ehe
Hugo II.
1252
† Dezember 1267
Literatur:
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Abulafia, David: Herrscher zwischen den Kulturen
Friedrich II. von Hohenstaufen, Wolf Jobst Siedler Verlag Berlin 1991
Seite
182,200 - Le Goff Jacques: Ludwig der Heilige, Klett-Cotta
Stuttgart
2000 Seite 163 - Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der
Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 213,214,229,226,233,248,277 - Runciman,
Steven: Geschichte der Kreuzzüge, Sonderausgabe in 1 Band Verlag
H.C.
Beck München 1978, Seite
926,956-960,969,972-980,985,991,1008-1010,1035,1052,1055-1056,1107 - Thiele,
Andreas: Erzählende
genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 172 - Winkelmann Eduard: Kaiser
Friedrich
II. 1. Band, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite
247
- Winkelmann Eduard: Kaiser Friedrich II. 2. Band,
Wissenschaftliche
Buchgesellschaft Darmstadt 1963, Seite
86,141,383,385,387,394,396,397,490
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