Gottfried                                          Herr von Capitanata
------------                                         Graf von Loritello
um 1015 1063/vor 1071
 

4. Sohn des Tankred von Hauteville aus seiner 1. Ehe mit der Murielle von Normandie, illegitime Tochter von Herzog Richard I.
 

Thiele, Andreas: Tafel 416
*************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"

GOTTFRIED
------------------
    1063

Seit 1053 in Italien, Herr von Capitanata, Graf von Loritello (Linie im 12. Jh.)


Bünemann, Richard: Seite 26,80,168,170,214,242,244,247
****************
"Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien."

GAUFREDUS
-------------------

Etwa seit 1059 Graf der Capitanata
Verheiratet mit einer Langobardin Sichelgaita
Gestorben vor 10171.


Bünemann, Richard: Seite 26,80,168,170,214,242,244,247
****************
"Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien."

Es ist einleuchtend, warum Humfred sich nicht an das Senioratsprinzip hielt, wonach er seinen Bruder Gottfried, der älter als Robert war, nominiert haben müßte. Der Graf von Capitanata war erst nach der Schlacht von Civitate nach Italien eingewandert und konnte es an Macht und Ansehen mit dem Guiskard in keiner Weise aufnehemn. So blieb Humfred nichts anders übrig, als den ungeliebten Bruder zu benennen.
Seit Anfang der 1060-er Jahre hatte Guiskards Halbbruder Gottfried, Graf der Capitanata, das Gebiet von Chieti angegriffen. Gottfrieds Sohn, Robert von Loritello, stieß seit Anfang der 1070-er Jahre bis Ortona vor. Die Abruzzen aber sah die römische Kirche als ihr Interessengebiet an. Hildebrand wird von Robert Guiskard erwartet haben, daß er seine Verwandten zügelte.
"Aber als Mauger starb", so Malaterra, "hinterließ er dem Bruder Wilhelm seine ganze Grafschaft; Wilhelm, der seinen Bruder Gottfried liebte, belehnte diesen damit."
Die Tankreds-Söhne Robert und Roger sind damals ihrem Bruder Gottfried, dem Grafen der Capitanata, der nach Norden vorgestoßen war, zu Hilfe geeilt.
Man hat vermutet, es habe sich um Integritätsverletzungen des Kirchenstaates gehandelt. Übergriffe auf päpstlich beanspruchtes Gebiet in den Abruzzen würden allerdings zu Lasten von Roberts Bruder Gottfried gehen.
Mauger, Wilhelm der Jüngere und Gottfried machten mit Humfreds Hilfe Karriere. Die Loyalität der Jüngeren gegenüber den Älteren, ihren Lehsnherrn, scheint selbstverständlich gewesen zu sein. Das Prinzip Solidarität vereinte die ältesten HAUTEVILLE auch mit den Verstärkungen durch Verwandte und Landsleute aus der Normandie sowie mit Nachbarn.
Mit seinem älteren Stiefbruder Gottfried hat Robert sich offenbar immer gut verstanden. Obgleich Tankred den Viertgeborenen als Alleinerben eingesetzt haben soll, war auch dieser Sohn nach der Schlacht von Civitate mit seinen jüngeren Halbbrüdern Mauger und Wilhelm nach Süd-Italien ausgewandert. Nach dem frühen Tod Maugers, der Wilhelm die Capitanata vererbte, hat dieser seinem Stiefbruder Gottfried die Grafschaft übertragen. Als der neue Herr der Capitanata nördlich des Fortore mit rivalisierenden Normannen zusammenstieß, bekam er Hilfe von Robert und Roger, die ihn aufs grausamste von einem Rivalen befreiten. Gottfried eröffnete die Expansion in die Abruzzen.
 
 
 
 

  oo Sichelgaita (Langobardin)
            
 
 
 
 

Kinder:

  Robert I. Graf von Loritello
        
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bünemann, Richard: Robert Guiskard 1015-1085. Ein Normanne erobert Süditalien. Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln 1997 Seite 26,80,168,170, 214,242,244,247 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 416 -