Elisabeth de Courtenay                    Dame de Courtenay
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um 1130 nach 1205
 

Ältere Tochter und Erbin des Seigneurs Rainald I. de Courtenay ( 1161) aus seiner 1. Ehe mit der Hedwig de Donjon, Tochter von Friedrich von Donjon


Lexikon des Mittelalters: Band III Spalte 317
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COURTENAY
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Weitverzweigte französische Adelsfamilie, durch die Kreuzzüge vor allem im Lateinischen Osten (Edessa, Konstantinopel) bedeutend, desgleichen in England.
 

A. Die COURTENAY in Frankreich und im Lateinischen Osten
 

I. DIE ÄLTEREN COURTENAY

Die ältere Linie der COURTENAY geht auf Milo ( 1127), den älteren Bruder von Josselin I. von Edessa, zurück. Milo stiftete 1124 die Zisterzienserabtei Fontaine-Jean. Sein älterer Sohn, Guillaume, Sire de Courtenay, starb 1148 auf dem 2. Kreuzzug; der jüngere, Renaud, der bereits Sire de Chateaurenard war, erbte Courtenay. Aus seiner Ehe mit der Tochter des Herren von Corbeil gingen zwei Töchter hervor: die jüngere heiratete den Sire de Seignelay, während die ältere, Elisabeth, 1150 den jüngeren Sohn König Ludwigs VI., Peter (Pierre), ehelichte; dieser wurde damit Herr von Courtenay, Chateaurenard und Montargis. 

II. DIE COURTENAY ALS SEITENLINIE DER KAPETINGER

Das zweite Haus der COURTENAY war also ein Zweig der KAPETINGER. Ebenso wie das ebenfalls von Ludwig VI. abstammende Haus DREUX führten die COURTENAY nicht die königliche Linie im Wappen, vielmehr nahmen sie einen goldenen Schild, belegt mit drei Scheiben, an; die war wahrscheinlich das Wappen des alten Hauses COURTENAY, das auch die englischen COURTENAY, die eine jüngere Linie der alten COURTENAY waren, führten.
Peter I. ( 1183) verlieh 1170 Montargis die Freiheiten von Lorris und nahm 1179 das Kreuz; seine Witwe, die ihn noch bis 1219 überlebte, gab 1185 den Bewohnern von Courtenay die Freiheit.
Das älteste der 13 Kinder aus dieser Ehe, Peter II., der spätere Kaiser von Konstantinopel, heiratete in erster Ehe Agnes, Erb-Tochter der Grafschaften Auxerre, Nevers und Tonnerre; Peter mußte Montargis an den König abtreten, um dessen Zustimmung zur Heirat zu erlangen. 


Thiele, Andreas: Tafel 113
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa"

ELISABETH DE COURTENAY
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    nach 1205

Erbin von Courtenay, Champignelles, Chateau-Renard, Montargis etc., da Vater und Brüder in Frankreich enterbt wurden.

 um 1153
  oo PETER I. VON FRANKREICH
              um 1183

Sohn des Königs Ludwig VI. (KAPETINGER), Bruder des Königs Ludwig VII.

Peter I. bekam durch seinen königlichen Bruder die gesamte Erbschaft seiner Frau und dazu noch Tanlay, Charny und Chantecocq. Er zog 1178 nach Palästina, wo er wohl um 1183 starb.


  oo Peter I. Prinz von Frankreich
      um 1126 1179/83
 
 
 
 

Kinder:

  Eustachie Dame de Placy-sur-Armancon
         nach 1235

  1. oo Wilhelm von Brienne und von Rameru
                 um 1199

  2. oo Wilhelm I. von Champlitte Fürst von Achaia
                 1210

  3. oo Wilhelm I. von Blois Graf von Sancerre und St.-Bricon
                 1217

  Konstanze
        

  1. oo Gasce de Poissy, de Chateaufort
                 1189

  2. oo Wilhelm Seigneur de Breteuil-(Puiset)
                 1226

  Clemence
         

  oo Guido VI. Vicomte de Thiers
            

  Robert I. de Courtenay Seigneur de Champignelles
  1168 1239

  Wilhelm I. de Courtenay
        

  Isabella
      

 1194
  oo Aimon III. Seigneur de Charost
             

  Alix
  um 11601218

    1178
  1. oo Wilhelm I. Graf von Joigny
                  1220/1

  2. oo Aymar III. Taillefer d'Angouleme de la Marche
                  1202

  Johann de Courtenay Seigneur de Yerre
         nach 1221

  Peter II.  Lateinischer Kaiser
  um 1155 nach 1219





Literatur:
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Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband 1 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser I Westeuropa, R.G. Fischer Verlag 1993 Tafel 113 -