Sohn des Herzogs Wilhelm I. von Athen und der Helene
Angela-Komnena, Tochter von Archon
Johannes I. von von Neopatras(-Epiros) aus dem Hause
ANGELOI
Lexikon des Mittelalters: Band VII Spalte 921
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Roche, la
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Burgundische, auf Otto (Othon) von la Roche-sur-Ognon
(etwa 1130-1170) zurückgehende Adelsfamilie, die im fränkischen
Griechenland eine führende Rolle spielte. Nachdem Otto von la Roche,
ein Enkel des Ahnherrn, am IV. Kreuzzug im Gefolge des Markgrafen
Bonifaz I. von Montferrat teilgenommen und von diesem noch 1204
in seinem "regnum Thessalonicae" mit der (Lehens-)Herrschaft über
Athen (samt Megara) betraut worden war, stellte die Familie zunächst
dort, wie auch ab 1210 in Theben und ab 1212 in der Argolis samt Nauplion,
bis zu ihrem Aussterben mit dem Tod Guys II. (bzw.: Guyots) von
la Roche 1308 die weltlichen Herren (ab 1280 Herzöge), war aber
verschiedentlich im Athener Klerus vertreten. Grablege der Athener Herzöge
war das Kloster Daphni.
Im Falle Athens suchte der ANJOU
dies, durch die formale Erhebung Athens zum Herzogtum den DE LA
ROCHE zu "versüßen", doch weigerte sich gerade Helena
Angela-Komnena, die nach dem Tode ihres Gemahls Wilhelm de la Roche
für ihren noch minderjährigen Sohn Guy II. (Guyot) die
Regierung führte, zunächst hartnäckig, Floris das Homagium
zu leisten und damit den lehnsrechtlichen Status der Herzöge von Athen
als subfeudatarii anzuerkennen.
Doch hatten sich bei der Regierungsübernahme des
Floris in Achaia sofort Schwierigkeiten ergeben, da drei der wichtigsten
Lehnsträger des Fürstentums sich weigerten, dem HENNEGAUER das
Homagium zu leisten und somit ihren Status als subfeudatarii anzuerkennen:
Helena
Angela-Komnena, die für ihren minderjährigen Sohn Guy
II. im Herzogtum Athen die Regierung führte, Markgraf Thomas
Pelavicino von Bondonitsa und wohl auch Bonifaz
von Montferrat verweigerten dem neuen Fürsten von Achaia
das geforderte Homagium und die assecuratio, da nach ihrer Ansicht
zwischen ihren Lehen und dem Fürstentum Achaia keinerlei Lehnsnexus
bestand. Gaben die beiden letztgenannten auf Aufforderung des Königs
nach und leisteten die verlangten Eide, so blieb die Herzogin von Athen
trotz eines ausdrücklichen Befehls Karls
II. hartnäckig und lehnte es weiterhin ab, dem Fürsten
von Achaia den Handgang zu leisten. Rückendeckung erhielt Helena
ab 1291 von ihrem Gatten Hugo von Brienne der mit Karl
II. in engsten Beziehungen stand und seinen ganzen Einfluß
beim König geltend machte.
Dem Fürsten von Achaia gelang es tatsächlich,
den König zu einem erneuten Sinneswandel zu bewegen, denn am 25. Juli
stellte die königlich Kanzlei eine Reihe von Urkunden aus, in welchen
Hugo von Brienne, seine Gemahlin Helena und der seit kurzem mündige
Guy
II. de la Roche aufgefordert wurden, endlich Floris von Hennegau das
verlangte Homagium zu leisten. Hugo von Brienne und seine Gemahlin wußten
zudem ihre Stellung am neapolitanischen Hofe zu verbessern, da Helena
und
ihr Bruder Konstantin Angelos-Komnenos Karl II.
anboten, das Herzogtum Neopatras (Thessalien) vom König zu Lehen zu
nehmen.
Da am 8. August 1296 Hugo von Brienne, der eigentliche
Mentor des Widerstandes Guys II. von Athen in der Homagiumsfrage,
in der Schlachte bei Garigliano gegen die Sizilianer gefallen war, entschloß
sich der ANGIOVINE nun endgültig,
den Streit um die Leistung des Handgangs zu Gunsten des Fürsten von
Achaia zu entscheiden: Ein Schiedsspruch, den der König am 1. Oktober
1296 fällte, regelte, daß Guy II. de la Roche dem Floris
von Hennegau und der Fürst von Achaia Philipp
von Tarent das Homagium zu leisten hatten.
oo Mathilde von Avesnes, Tochter des Fürsten
Florenz
1293-
1331
Literatur:
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Kiesewetter, Andreas: Die Anfänge der Regierung
König Karls II. von Anjou (1278-1295). Das Königreich Neapel,
die Grafschaft Provence und der Mittelmeerraum zu Ausgang des 13. Jahrhunderts,
Matthiesen Verlag 1999 Seite 344,347,359,362-364,534 -