Älteste Tochter des Königs
Tankred von Lecce-Sizilien und der Sibylle
di Medina, Tochter von Graf Ruggerio von Accera
Thiele, Andreas: Tafel 417
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und
Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa"
MARIA ELVIRA
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Eventual-Erbin
1) oo Walter III. de Brienne, Fürst von Tarent,
Thronprätendent
+ 1205 gefallen
2) oo Jakob di Sanseverino, Graf di Tricario
+
Es war dies Graf Gautier (Walter) von Brienne,
Schwiegersohn König Tankreds.
Gautier
war im Gefolge von Richard Löwenherz
gewesen, hatte sich zu Ende des 12. Jahrhunderts an den Kämpfen im
Heiligen Land beteiligt. In Frankreich, wohin Königin
Sibylla und ihre Töchter geflohen waren [43
Der Königs-Sohn Wilhelm
war
jedoch nicht mehr am Leben, Tankreds Witwe
und seine Töchter hatten aus dem Elsass nach Frankreich fliehen können.
Vgl. Winkelmann, Jahrbücher, Band 1 Seite 80, Csendes, Heinrich VI.,
Seite 156.] heiratete er Elvira, die
ältere Tochter des verstorbenen Normannen-Königs und erhob vor
Innozenz Anspruch auf die Grafschaft Lecce und das Fürstentum
Tarent, in denen der Kaiser sechs Jahre zuvor, wenngleich auch nur
vorübergehend, die Herrschaft der Familie Tankreds
anerkannt
hatte. Der Papst zeigte Bereitschaft, dies zu akzeptieren, sofern Gautier
die Oberhoheit Roms und das Königtum FRIEDRICHS
anzuerkennen und den Kampf gegen die Deutschen in Unteritalien aufzunehmen.
Winkelmann, Eduard: Buch I Seite 80
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von
Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"
Die Beweggründe der Humanität, mit welchen er gleichzeitig auch die Freilassung der schwer geprüften Witwe Tankreds und ihrer Kinder verlangt, waren jedenfalls nicht die einzigen. Für Tankreds Sohn Wilhelm, welcher als Knabe einige Monate die Krone des sizilischen Reiches getragen hatte, kam die Fürsprache des Papstes jedoch schon zu spät: er starb noch in der Gefangenschaft auf Hohenems in Churrätien. Tankreds Witwe aber und ihren Töchtern ware es gelungen, aus dem Kloster Hohenburg im Elsaß, wo man sie verwahrte, nach Frankreich zu entfliehen [4 Gesta c. 23: Sibila cum filiabus ...evasit, in tregnum Francorum confugiens: Robert. Altissiod. Rec. XVIII, 264 (ebenso Chron. Turon. a. 1201): Uxor Tancredi ...tandem casu cum filiabus evasit. Sie verdankten ihre Freiheit also nicht dem Einschreiten des Bischofs von Sutri, wenn auch vielleicht indirekt dem Einflusse des Papstes (etwa auf den Bischof von Straßburg?) so daß die Gesta c. 26 doch sagen durften: per mandatum apost. evaserunt. - Darnach ist zu verwerfen, was Minorita Florent. (Thomas) berichtet, Font. IV, 615: Guilielmo iuniore castrato et exoculato defuncto, Phil. tres filias Tandredi ad preces uxoris suae... de carcere et exilio liberans, abire permisit.]
Winkelmann, Eduard: Buch II Seite 29,63,261,471
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"Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von
Schwaben und Otto IV. von Braunschweig"
Inzwischen hatte Tankreds
Witwe nach ihrer Befreiung aus der deutschen Gefangenschaft und wahrscheinlich
noch im Laufe des Jahres 1198 ihre älteste Tochter Alberia
mit dem Grafen Walther von Brienne vermählt [1 Vgl.
Band I Seite 80. Graf Walther und sein Bruder Johann,
der spätere König von Jerusalem, waren die Söhne des Grafen
Erard II. von Brienne. Albericus M.G. Ss. XXIII, 903. Das Chron. Ursp.
p. 369 nennt die Brüder nobiles quidam, sed pauperes. Ihre Verwandtschaft
mit den Grafen von Montbeliard legt der Cont. Guill. Tyr. p. 234 dar. Über
Walthers
Heirat mit Alberia und den angeblichen
Anteil des Königs von Frankreich an derselben siehe Erläuterungen
I. Über Alberias spätere
Schicksale und die ihrer Schwestern vgl. Thomas Tuscis, M.G. Ss. XXII,
499 und Cont. Guill. Tyr. p. 236. Letzterer irrt darin, daß eine
Schwester den Grafen Jakob von Tricarico geheiratet haben soll;
das tat vielmehr Alberia selbst nach
dem Tode ihres ersten Mannes, des Grafen von Brienne.], doch wohl in der
Absicht, an ihm selbst, an den ihm nahe verwandten Grafen von Montbeliard
und überhaupt in dem abenteuerlustigen Adel der burgundisch-französischen
Grenzgebiete Verteidiger ihrer sicilischen Ansprüche zu gewinnen.
Die Wirkung blieb nicht aus. Gerade jene kritischen Frühlingsmonate
des Jahres 1200, in welchen der Ausgang des gegen Markward unternommenen
Kampfes zu den schwersten Sorgen berechtigte, als Graf Walther mit
seiner Gattin und seiner Schwiegermutter sich dem Papste vorstellte und
zur größten Verlegenheit desselben Anspruch erhob auf die Grafschaft
Lecce und das Fürstentum Tarent, welche HEINRICH
VI. allerdings im Jahre 1194 der normannischen Familie für
ihre Unterwerfung zugesichert hatte. Das Recht auf diese Lehen schien unzweifelhaft,
da die weibliche Erbfolge im sicilischen Reich zugelassen war [3 Alberia
verfügte nachher in Lecce ganz als Herrin, gab ihre Zustimmung zu
einer Schenkung Walthers an das S. Nicolauskloster in Lecce und
brachte ihrem späteren Gatten die Grafschaft als Mitgift zu.]. Daß
sie durch die übrigens nicht bewiesenen Umtriebe
Sibyllas gegen HEINRICH
verwirkt worden wären, konnte vonndeutscher Seite behauptet werden.
Im Morgengrauen des 11. Juni 1205 bricht Dipold in sein
unbewachtes Lager, wo nun die aus dem Schlafe aufgeschreckten Franzosen
nackt, unbewaffnet den Feinden in die Hände laufen. Ein Teil wird
niedergemacht, andere entfliehen; Graf Walther selbst sieht sich
dadurch, daß man die Spannseile seines Zeltes durchschnitt und dieses
dadurch über ihm zusammenfallen ließ, wehrlos gemacht und wird
schwerverwundet gefangen. Er erlag am 14. Juni auf dem Schlosse Sarno seinen
Wunden und ward daselbst in S. Maria della Foce begraben [3 Walther
II. von Brienne aber wurde erst nach dem Tode des Vaters geboren, worauf
der Waffengefährte desselben, Graf Jakob von Tricarico, die
Witwe heiratete. Gesta c. 38; Thomas Tuscus, M.G. Ss. XXII, 499. Vgl. Huill.-Breh.
I, 115 not. 2; Winkelmann, Geschichte Kaiser Friedrichs II. Band I Seite
194 Anmerkung 2.].
Tankreds Tochter
Alberia,
welche nach dem Tode Walthers von Brienne den Grafen Jakob von
Tricarico geheiratet hatte und für ihren Sohn Walther II. Lecce
regierte, erkannte den
WELFEN als König
von Sizilien an.
Nach der kürzeren Recension des Cont. Guill. Tyr.
im Recueil des historiens des eroisades, Ton. II. p. 234 war Alberia
par le conseil de l'apostoile in die Champagne gegangen, um sich einen
Gatten zu suchen. Als ein Baron der Champagne Walther von Brienne
die Heirat mit Alberia vollzogen, habe
der König ihm zu seinem sicilischen Unternehmen 20.000 Livres gegeben.
In Melun mag also wirklich die Heirat der normannischen
Prinzessin mit Walther von Brienne verabredet worden sein [1
Walthers Vater, Graf Erard von Brienne, trat jedoch im Sommer
1198 der englisch-welfischen Allianz
bei, siehe Band I Seite 156.].
Reisinger, Christoph: Seite 12
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"Tankred von Lecce"
Sibylle und Tankred
hatte allerdings zwei Söhne - Roger und Wilhelm -, so daß von
fünf Kindern der Familie auszugehen ist.
Albidia wurde in erster Ehe mit Walter von Brienne verheiratet,
dem diese Verbindung Anlaß bot, sich heftig in den Kämpfen zu
engagieren, die nach dem Tod der Kaiserin Konstanze
1198 in S-Italien tobten, und auch den Titel eines Grafen von Lecce zu
führen. Als zweiter Ehemann Albidias läßt
sich Jakob von Tricarico nachweisen. Nach dessen Tod ging sie eine
dritte Ehe mit Tigrino, dem Pfalzgrafen von Tuscia ein.
1. oo Walther III. Graf von Brienne
um 1167-14.6.1205
2. oo Jakob di Sanseverino
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3. oo Tegrino di Modigliana, Pfalzgraf von Tuszien
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Kinder:
1. Ehe
Walter IV.
1205- 1251
Margarete (Anais)
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Geliebte des Kaisers FRIEDRICH II.
oo Balian I. von Sayette
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Literatur:
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Csendes Peter: Philipp von Schwaben. Ein Staufer
im Kampf um die Macht. Primus Verlag 2003 Seite 176 - Reisinger,
Christoph: Tankred von Lecce, Kölner Historische Abhandlung 38, Böhlau
Verlag Köln/Weimar/Wien 1992 Seite 12 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band II, Teilband
2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II
Nord-, Ost- und Südeuropa, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 417 -
Winkelmann,
Eduard: Jahrbücher der Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben
und Otto IV. von Braunschweig 1. Buch Verlag von Duncker & Humblot
Leipzig 1873 Seite 80 - Winkelmann, Eduard: Jahrbücher der
Deutschen Geschichte, Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig
2. Buch Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1873, Seite 29,45,63,262,471
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