Bei der Annullierung seiner ersten Ehe hatte
König Amalrich dafür
gesorgt, dass die Kinder Balduin und
Sibylle als legitim erklärt wurden. Da andere männliche
Erben fehlten, folgte ihm 1174 sein Sohn
Balduin
IV. Er war von Wilhelm von Tyrus erzogen worden, der
ihm aber außer Ausdauer, Geduld und einem Talent für den Umgang
mit Pferden keine besonderen Eigenschaften zubilligt. Schon früh befiel
ihn die
Lepra. Die Krankheit entstellte sein Aussehen und führte
zu einer unmerklich fortschreitenden Lähmung der Extremitäten,
die ihn vom Pferd in die Sänfte umzusteigen nötigte. Sein Schicksal
war persönlich und politisch gleichermaßen tragisch. Dem Zerfall
des Reiches in zwei einander bitter befehdende Parteien hat er nicht steuern
können, aber er hat sich mit heroischen Anstrengungen um seine königliche
Stellung bemüht. Es muß ihm klar gewesen sein, dass seine Krankheit
seine Amtsfähigkeit in Frage stellte, aber er tat alles, um angebliche
oder wirkliche Versuche einer Ablösung, an denen es nicht fehlte,
zu blockieren. Diese geradezu fixe Idee seiner Regierung machte ihn zu
einem mißtrauischen Menschen, der in jedem den potentiellen Gegen-König
witterte. Man fragt sich natürlich, warum der Adel ihn überhaupt
auf den Thron ließ. Man muß aber, was in der Literatur übersehen
wird, den Bericht Wilhelms von Tyrus so verstehen, dass man zu Lebzeiten
des Vaters zwar schon wußte, dass Balduin
krank war, die Krankheit aber erst kurz vor seiner Volljährigkeit
(Mitte 1176), also erst nach der Thronbesteigung, diagnostiziert wurde.
Die wenigen Eingeweihten mögen selbst die Tatsache der Krankheit geheimgehalten
haben, denn als 1174 der Günstling des Königs
Amalrich, Milo von Plancy, faktisch das Regiment für
Balduin führte, tritt als ein
besonderer Vorwurf gegen ihn hervor, dass er die Person des Königs
von den Vasallen hermetisch abschirmte, wofür es freilich auch andere
Gründe gab. Öfters war Balduin
zur Bestellung eines Regenten (Bailli) genötigt, zuerst wegen
seiner Minderjährigkeit, später wegen seiner Krankheit. Nachdem
dem unkonstitutionellen Regime des Milo von Plancy durch seine Ermordung
ein rasches Ende gemacht worden war, erhielt noch 1174 der 34-jährige
Graf Raimund III. von Tripolis als nächster (männlicher)
Verwandter des Königs, der durch seine Ehe mit Eschiva, der
Witwe des Fürsten von Galilaea, Herr von Tiberias und
damit auch einer der größten Lehnsleute des Königs von
Jerusalem war, die Regentschaft bis zur Volljährigkeit des Königs.
Er betrieb mit straffer Selbstkontrolle eine Politik der besonnenen Abwehr
und des Ausgleichs mit den Muslimen, die er in langer Gefangenschaft gut
kennengelernt hatte. Er wurde das Haupt der einen Partei, die man vergröbernd
die der alten Familien nennen kann. Hierzu gehörten der Konstabler
Humfred II. von Toron, die IBELINS und der gebildete, Arabisch
sprechende Rainald von Sidon, vor allem aber Wilhelm von Tyrus,
den Raimund 1174 zum Kanzler des Königreichs, 1175 zum Erzbischof
von Tyrus machte. Allerdings wurde Wilhelm nach dem Ende von Raimunds
Regentschaft vorübergehend an der Ausübung seiner Kanzlergeschäfte
gehindert, in die er erst im Sommer 1177 wieder zurückkehrte. Einige
Jahre konnte sich der Routinier zwischen den Fronten halten und blieb bis
1180 der außenpolitische Hauptberater des Königs, der das Reich
auf dem Dritten Laterankonzil und in Konstantinopel vertrat und weiterhin
die dann 1182 im byzantinischen Lateinerpogrom zusammenbrechende Anlehnung
an Byzanz betrieb, für die er sich schon unter Amalrich
eingesetzt hatte. Die andere Partei war komplexer zusammengesetzt. In ihr
dominierten die stärker auf Abenteuer und Besitzerwerb bedachten Neuankömmlinge,
die erst in der ersten Generation im Heiligen Land waren. Rainald von
Chatillon war einer ihrer Führer. Zu Rainald stießen
die Brüder Amalrich und Guido
von Lusignan, unruhige und ehrgeizige Poitevins, die dort von
Richard Löwenherz
seit kurzem
vertrieben worden waren, dann Joscelin III. von Courtenay, Titulargraf
von Edessa, ein Graf ohne Grafschaft, der sich mit einer Habgier ohnegleichen
in der Gegend von Jaffa die sogenannte "Seigneurie de Joscelin" zusammenraffte,
ferner seine Schwester Agnes von Courtenay,
die als Mutter Balduins IV. und
Großmutter
Balduins V. einen
besonders schlechten Einfluß auf den König ausübte. Während
Raimunds Regentschaft war die Stellung von
Agnes noch relativ bedeutungslos, obwohl sie 1175 die Wahl ihres
Günstlings Eraclius zum Erzbischof von Caesarea durchsetzte.
Nach Raimunds Abtritt sorgte sie dafür, dass ihr eigener Einfluß
und den ihrer Kamarilla, die in der Literatur als "Hofpartei" bekannt ist,
rasch anwuchsen. Sie stand 1176 hinter der Ernennung ihres gerade von ihr
aus der Gefangenschaft freigekauften Bruders Joscelin III. zum Seneschalk
von Jerusalem. Durch eine Ehe zwischen
Maria Komnena,
der Witwe des Königs
Amalrich, mit Barisan, dem jüngsten der IBELIN-Brüder,
wuchs ihr Einfluß am Hof (1177), weil die Ehe das Ende von Marias
Stellung als ehemaliger Königin bedeutete. Der mächtige Konstabler
Humfred II. von Toron wurde, ähnlich wie 1176/77 Wilhelm von
Tyrus, kaltgestellt, ohne abgesetzt zu werden. Jedenfalls verschwindet
der vorher Allgegenwärtige im Laufe des Jahres 1176 aus den Königsurkunden,
zeitweise wegen Krankheit; den Armeeoberbefehl übernahm Rainald
von Chatillon. Erst im Februar 1179 bei einem Schiedsgericht zwischen
Templern und Johannitern, dann im April 1179 bei schweren Kämpfen
bei Baniyas war Hunfred wieder dabei. Dort rettete er in alter Treue
den leprösen König, kam an den Folgen aber selbst um, ein schwerer
Verlust für das Reich. Agnes sorgte
dafür, dass Amalrich von Lusignan
seine Nachfolge antrat. Bei einer Kampfwahl des Jahres 1180 gelang es Agnes,
Eraclius von Caesarea († etwa
1190) gegen die Kandidatur Wilhelms von Tyrus zum Patriarchen
zu machen, womit der Aufmarsch der Parteien beendet war. Wilhelm wurde
zunehmend aus der Politik verdrängt. Trotz seiner Erfahrungen wurde
nicht er 1180 nach Konstantinopel geschickt, sondern Joscelin III.
Im März amtierte er letztmals als Kanzler. Dass er von Eraclius
in Rom vergiftet worden sei, ist demonstrierbar verkehrt, während
es möglich ist, dass dieser ihn im Frühjahr 1183 exkommunizierte,
als die Hofpartei mit der Ernennung Guidos von
Lusignan zum Regenten einen großen Sieg errungen hatte.
Mit der Wahl von 1180 war der Aufmarsch der Parteien
beendet. Der größte Teil der Geistlichkeit trat auf die Seite
des Patriarchen und der LUSIGNANS,
sicherlich auch deshalb, weil der König die Bischöfe durch seine
Knauserigkeit gegenüber der Kirche verprellt hatte. Für diese
im Gegensatz zur Freigebigkeit seiner Vorgänger stehende Haltung Balduins
ist es bezeichnend, dass er, obgleich selbst leprös, nicht einmal
dem jerusalemitanischen Leprosenkonvent von St. Lazarus eine Schenkung
gemacht hat. Die Ritterorden schlugen sich seit 1186 in verstärktem
Maß auf die Seite der Hofpartei, weil der Templermeister Gerard
von Ridefordia aus früheren Zeiten einen bitteren persönlichen
Haß auf Raimund III. von Tripolis hatte, der ihm vor seinem
Eintritt in den Orden die Ehe mit einer reichen Erbtochter eines seiner
Vasallen verweigert hatte.
Da Balduin IV. nicht
heiraten konnte, konzentrierten sich die Erwägungen hinsichtlich der
Thronfolge vorerst auf seine Schwester Sibylle.
Sie hatte 1176, noch von dem Regenten Raimund arrangiert, den Markgrafen
Wilhelm von Montferrat geheiratet, der aber schon 1177 starb und sie
schwanger hinterließ. Ihr Sohn war der nachmalige König
Balduin V. Noch vor dessen Geburt propagierte der Graf von Flandern,
der 1177 ins Heilige Land kam und in einer Serie verwirrender und sprunghafter
Züge das neuerliche Projekt einer byzantinisch-fränkischen Eroberung
Ägyptens hintertrieb, die Wiederverheiratung
Sibylles mit einem Sohn des Vogts von Bethune, dessen Identität
er allerdings nicht preisgab, so dass Wilhelm von Tyrus das Projekt
leicht blockieren konnte. Dass Jerusalem in der internationalen Politik
kaum noch zählte, zeigt nicht nur der niedrige Rang des Bewerbers,
sondern auch die von Wilhelm zurückgewiesene Zumutung, die
Thronerbin einem Unbekannten zu versprechen. Auch über die Regentschaft
des Grafen wurde verhandelt, wobei die Angst des Königs vor einer
Ablösung hervortritt. Als im Frühjahr 1180 der Fürst von
Antiochia und Raimund III. von Tripolis aus dem Norden sich
ins Königreich begaben, fürchtete der König erneut die Absetzung,
mindestens aber die Lösung der Ehefrage seiner Schwester, die nicht
in seinem Sinne war. Er kam solchen Eventualitäten dadurch zuvor,
dass er Sibylle mit unziemlicher Hast
mit Guido von Lusignan verheiratete,
was er bereuen sollte. Dabei muß ihm klar sein, dass die Ehe die
Interessen der mächtigen IBELINS verletzte, weil es 1179 Bestrebungen
gegeben hatte, Sibylle mit dem Führer
des Hauses IBELIN, Balduin von Ramla, zu verheiraten. Dieses
Projekt war auch vom byzantinischen Kaiser unterstützt worden, der
für den in Gefangenschaft geratenen Balduin ein monumentales
Lösegeld aufbrachte, so dass er in ihm den künftigen König
Jerusalems gesehen haben muß. Im Jahre 1186 sollte Balduin dem
zum König avancierten
Guido
als
einer von nur zwei Baronen die Huldigung verweigern. An Balduins
Stelle schob sich nun Guido von Lusignan;
die Hofpartei war einen Schritt weiter. Guido
wurde
Graf von Jaffa-Asakalon. Die einzige Alternative zu Sibylle
war ihre Halbschwester Isabella aus
der zweiten Ehe König
Amalrichs, die bei den IBELINS in Nablus lebte. Noch
im selben Jahr (1180) gelang es der Hofpartei, sie dem Einfluß der
IBELINS zu entziehen und sie zu verloben mit Humfred IV. von
Toron, der zwar der Enkel des Konstablers war, aber vor allem
der Erbe Transjordaniens, wo er bei seinem Stiefvater Rainald
von Chatillon lebte. Rainald war der Hauptarrangeur der Verbindung,
aber Agnes wird ihre Hand im Spiel
gehabt haben, da Humfred das väterliche Erbgut Toron aufgeben
mußte und Agnes schon 1184 in
dessen Besitz erscheint. Die Hofpartei besetzte jetzt die wichtigsten Hofämter,
hatte den Episkopat auf ihrer Seite und kontrollierte neben der Krondomäne
die Doppelgrafschaft Jaffa-Askalon, Transjordanien und Hebron sowie Toron.
Widerstand konnte nur noch von Galilaea unter Raimund III. und von
den IBELINS in Ramla und Nablus kommen. Im Jahr 1182 kam es zu dem
beispiellosen Vorgang, dass der König in seiner Panik und von seiner
Mutter in seinen Befürchtungen angestachelt, dem Grafen von Tripolis
(seinem Vasallen!) kurzerhand das Betreten des Reiches verbot.
Unter solchen Umständen war Saladin
nicht
wirkungsvoll zu bekämpfen. Zwar erfocht Balduin
IV. 1177 bei Mont Gisard in der Nähe von Ramla einen glänzenden
Sieg, konnte ihn aber nicht ausnutzen; 1179 mußte er es hinnehmen,
dass Saladin die neu gebaute Festung
Chastellet an der Jakobsfurt zerstörte; 1180 kam es dann zu einem
zweijährigen Waffenstillstand. Der erfolgreiche Vorstoß Saladins
gegen Aleppo (1183) nötigte die Franken zu Gegenmaßnahmen. Es
wurde erneut eine Sondersteuer ausgeschrieben, in der die Reichen aber
wesentlich milder davonkamen als der Rest der Bevölkerung, auch wenn
das Steuerdekret die Gleichheit der Besteuerung betonte. Die Krankheit
des Königs verschlimmerte sich ständig. Er hatte Lähmungserscheinungen
und begann zu erblinden, ein lebendiger Kadaver von 21 Jahren. Nach einem
arabischen Reisebericht von 1184 vermied er der Krankheit wegen nach Möglichkeit
öffentliche Auftritte. Er hatte schon 1182 in Europa seine Abdankung
angeboten, freilich unter der irrealen Bedingung, dass entweder der französische
oder der englische König sein Amt übernehmen würden; in
einem Briefsteller der Zeit ist als Stilübung sogar ein Abdankungsschreiben
von ihm erhalten. Die Bestellung eines Regenten ließ sich 1183 trotz
der Abneigung Balduins dagegen nicht
nehr umgehen. Nach Lage der Dinge kam dafür nur Guido
von Lusignan in Betracht, in dem man den künftigen Herrscher,
mindestens aber den Regenten für Balduin
V. nach dem Tode Balduins IV. sehen
mußte. Der König traute auch Guido
nicht und nahm ihm einen Eid ab, dass er zu seinen Lebzeiten nicht nach
der Krone greifen werde. Aus diesen Beweggründen behielt Balduin
bezeichnenderweise neben einer Jahresrente von 10.000 Goldstücken
auch Jerusalem, an dem die Königswürde hing; alles andere bekam
der Regent. Die Hofpartei schien am Ziel. Aber bald wurde der König
wieder anderen Sinnes, und der Vorwand für die Abberufung Guidos
war, dass er die Armee nicht aus einer wasserreichen Stellung in eine höchst
riskante Feldschlacht locken ließ, was durchaus herkömmlich
Taktik entsprach. Überdies provozierte der König Streit mit Guido,
als er plötzlich Jerusalem gegen Tyrus eintauschen wollte und sich
ein kalkulierbares Nein Guidos einhandelte.
Balduin
nahm also im Herbst 1183 die Regierung wieder in die eigene Hand. Die einzige
Alternative zu Guido als Regent aber
war Raimund III. Um dies zu verhindern, legte Agnes einen
Kompromißvorschlag vor, auf den sich beide Seiten gerade noch einigen
konnten, auch wenn er erhebliche Diskussionen auslöste: der König
regierte ohne Regent weiter, was in der Praxis die Herrschaft der Hofpartei
zementierte. Die Nachfolgefrage aber wurde dadurch gelöst, dass des
Königs Neffe
Balduin V. am 20.
November 1183 in einer ganz ungewöhnlichen Abweichung vom Verfassungsbrauch
noch zu Lebzeiten des Vorgängers zum König erhoben wurde und
die Huldigung der Vasallen empfing. Danach entsetzte der König die
belagerte Burg Kerak in Transjordanien, wo gerade die Hochzeit zwischen
Isabella und Humfred IV. von Toron gefeiert wurde. Um
die IBELINS aus Transjordanien fernzuhalten, untersagte Humfred
seiner Gemahlin jeden Kontakt mit ihrer Mutter in Nablus.
Dem König ging die Entmachtung Guidos
von Lusignan noch nicht weit genug. Er betrieb im Frühjahr
1184 ohne Erfolg auch noch Guidos Scheidung
von Sibylle. Das trieb
Guido in den offenen Ungehorsam: er ignorierte Vorladungen vor
die Haute Cour, obgleich sie der König selbst nach Askalon überbrachte.
Jaffa wurde dem Grafen entzogen und unter königliche Verwaltung gestellt.
Auf einer Reichsversammlung in Akkon, die über eine hochrangige Gesandtschaft
nach Europa befinden sollte, durchbrach der Patriarch die Tagesordnung,
um den König mit Guido zu versöhnen.
Als der König sich weigerte, ihn überhaupt anzuhören, verließ
der Patriarch empört die Versammlung, die der König dann schloß,
weil er politisch zu schwach war, um die alte Tagesordnung noch abzuhandeln.
Der Patriarch war einer der Exponenten der Hofpartei, und ohne ihn wollte
ihn guter Teil des Adels überhaupt nicht mehr beraten. Auf einer weiteren
Reichsversammlung wurden der Patriarch und die beiden Ordensmeister zu
Gesandten nach Europa bestellt, gleichzeitig aber wurde Raimund von
Tripolis zum zweiten Male zum Regenten ernannt. Der Graf stellte harte
Bedingungen. Für sich verlangte er Beirut als Bezahlung. Außerdem
sorgte er gegen eine erneute Absetzung vor, indem er die Garantie verlangte,
dass er auf 10 Jahre Regent bleibe, also auch während der Minderjährigkeit
Balduins V., ja (wenn die Zahl nicht
als eine runde zu nehmen ist) sogar noch etwa zwei Jahre darüber hinaus.
Für den Fall eines vorzeitigen Todes des Kindes sollten der Papst,
der Kaiser und die Könige von Frankreich und England darüber
entscheiden, welche der beiden Töchter Amalrichs,
Sibylle oder
Isabella,
für sich oder ihre Nachkommenschaft die besseren Ansprüche hätte.
Die Vormundschaft über Balduin V.
lehnte er ab, um sich nicht im Falle seines vorzeitigen Todes dem Mordverdacht
gegenüberzusehen. Zum Vormund wurde daher der Großonkel
Balduins
V. bestellt, Joscelin III. von Courtenay, also ein Mitglied
der Gegenpartei. Dies war eine Konzession an Joscelin, die diesem aus der
Hofpartei zu lösen schien. Acht Jahre Arbeit der Hofpartei waren vertan.
Agnes
von Courtenay dürfte dies nicht mehr erlebt haben, jedenfalls
war sie am 1. Februar 1185 bereits tot. Da Guido
von Lusignan politisch am Ende schien, die Regentschaft Raimunds
für die Hofpartei aber inakzeptabel war, betrieb der Patriarch in
Europa nunmehr offen die Ablösung der ganzen Dynastie, obgleich Jerusalem
zwei Könige hatte. Er fand für solche Pläne freilich weder
in Frankreich noch in England Unterstützung und kehrte 1185 erfolglos
zurück.
Im Frühjahr 1185 erlag der unglückliche
Balduin
IV. seinem Leiden.