Jüngster Sohn des Königs
Hugo IV. von Zypern aus seiner 2. Ehe mit der Alice
von Ibelin, Tochter von Seneschall Guido
Thiele, Andreas: Tafel 179
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
JAKOB I. DE LUSIGNAN
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* 1328, + 1398
Sohn des Königs Hugo IV. von Cypern-Jerusalem
Jakob I. war wie die Brüder Peter I. und Johann durch die väterliche Fürsorge gut ausgebildet, war kraftvoll, martialisch, tat sich als tapferer Kämpfer hervor, war aber auch sehr ehrgeizig, rücksichtslos und intrigant, eine stattliche Erscheinung. Er wurde 1359-1372 Connetable von Jerusalem, Seneschall von Zypern, 1372 Marschall von Zypern und zog mit dem königlichen Bruder Peter I. gegen Ägypten. Jakob geriet wegen der Erbschaft Armenien-Kilikien gegen König Peter und wurde mit seinem Bruder Johann, Titular-Fürst von Antiochia, Haupt der Verschwörung gegen ihn, der 1369 ermordet wurde. Er wurde danach Mitregent für seinen Neffen Peter II., wollte Venedig bevorzugen und geriet damit schroff gegen das dominierende Genua und führte gegen dieses 1373/74 Krieg. Er entkam 1375 einem Mordanschlag seiner Schwägerin Eleonore, dem sein Bruder Johann zum Opfer fiel, geriet aber mit seiner Familie in jahrelange schwere Haft in Genua, zumal sein Neffe den Frieden mit Genua brach. Jakob I. folgte 1382 seinem erbenlosen Neffen Peter II. als König von Zypern-Jerusalem, wurde aber erst 1385 nach Zypern freigelassen. Famagusta hatte sich in der Zwischenzeit als mächtigste und reichste Stadt des Landes völlig von Zypern gelöst und 1382 unter die Hoheit Genuas gestellt (es wurde erst 1464 durch Venedigs Vermittlung wieder zyprisch). Jakob I. versuchte kraftvoll, die großen Schäden zu reparieren, ließ viel bauen und Gesetze erneuern, schuf die Grundlagen zur Gegenwehr gegen Genua, das vorerst noch diminierte und das er tödlich haßte. Er wurde 1393-1398 Titular-König von Armenien, das weitgehend an Ägypten verloren ging. 1392 grassierte die Pest im Lande. Es war eine Zeit latenter Spannungen zwischen Adel und Krone, Adel, Krone und Städten und zwischen den Religionen griechisch-orthodox und römisch-katholisch. Belastend blieb auch, daß nie eine Überbrückung der sozialen und geistigen Kluft zwischen Einheimischen und den zugereisten Kreuzfahrern glückte, auch ermöglichte die Dynastie die vernichtende Unterdrückung der zyprischen Kirche durch die römische Kurie. Die aufgepfropfte Feudalordnung schwächte von Anfang an die Monarchie. Jakob I., durch seine Haft gereift, erwies sich als kluger, gerechter Staatsmann. Er konnte Zypern beruhigen und sein Tod wurde allgemein sehr bedauert.
1365
oo Helvis von Braunschweig, Tochter des Connetable
und Seneschall von Cypern, Herzog Philipp
+ 1422
und der Helvis de Dampierre-sur-Salon; Cousine
14 Kinder
Besser ging es dem König von Zypern, der auf seiner Insel überhaupt lange das machtpolitische Übergewicht wahren konnte. Die Krondomäne war 1367 in der Diözese Limassol so groß wie der Besitz des gesamten Laienadreiels zusammen. Der König hatte Einkünfte von etwa 100.000 Byzantinern, davon 86.500 aus Landbesitz, den Rest aus sonstigen Rechten, dazu kamen noch Monopole wie die Tuchfärberei von Nikosia und die Salinen von Lakarna. Unter Jakob I. wurde die mete du sel eingeführt, die jeden Dörfler zum Ankauf einer bestimmten Menge von Salz zwang. Die Verpachtung der Einkünfte war in Zypern für die königliche Domäne im 14. Jahrhundert die Regel, während im 15. Jahrhundert die direkte Bewirtschaftung überwog. Während seiner Regierung wurde das Königreich immer schwächer.
Pernoud Regine: Seite 274
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"Frauen zur Zeit der Kreuzzüge"
Nachfolger des kinderlosen Peters
II. wurde sein Onkel Jakob I.,
der von den Genuesen seinerzeit gefangengenommen und nach Genua entführt
worden war. Der Unglückliche konnte erst drei Jahre später aus
der Verbannung zurückkehren und die Krone Zyperns in Empfang nehmen,
nachdem er den Genuesen Famagusta und die berühmte Burg Cerines
(Kyrenia) im Norden der Insel abgetreten hatte. Peter
II. hatte bereits vergeblich versucht, sich gegen die genuesische
Besatzungsmacht zur Wehr zu setzen, indem er sich mit den Venezianern verbündete.
Die Insel litt unter der Knute der Genuesen, die immer höhere Steuern
aus der Bevökerung herauspreßten. Der als Kriegsentschädigung
an die Genuesen zu zahlende Tribut wurde von einer Aktiengesellschaft eingetrieben,
der berüchtigten "Maona Cyri", die sich auch das Handelsmonopol auf
der Insel gesichert hatte. Die Aktionäre - vor allem "verwitwete Damen",
so Machairas - hatten ein Kapital von 400.000 Dukaten zusammengebracht,
das ihnen 80 Prozent Zinsen einbrachte ("das heißt 240.000 Dukaten
jährlich"). Rene Grousset bemerkt in diesem Zusammenhang, daß
nie zuvor die Ausbeutung eines ganzen Volkes durch eine Finanzgesellschaft
so perfekt betrieben worden sei.
oo Heloise von Braunschweig, Tochter des Herzogs
Philipp
um 1353-25.1.1421
Kinder:
Janus
1374/75-28./29.6.1432
Marie
1382-4.11.1404
12.2.1402
oo 2. Ladislaus König von Neapel
7.1376-6.8.1414
Isabella
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1415
oo Peter de Lusignan-Tripolis
- 1451
Agnes
- 1459
Hugo Erzbischof von Nikosia
- 1442
Eschiva
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oo Scavlus von Tübingen Graf zu Asperg
- nach 1406
Guy de Lusignan Connetable von Zypern
- um
1401
Eudes de Lusignan Seneschall von Jerusalem
- 1421
Philipp Connetable von Zypern
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1428/32
Heinrich Titular-Fürst von Galiläa
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1427 gefallen
Literatur:
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Mayer, Hans Eberhard: Geschichte der Kreuzzüge,
Verlag W. Kohlhammer GmbH 1995 Seite 152,217 - Pernoud Regine: Frauen
zur Zeit der Kreuzzüge. Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1995 Seite
274 -
Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 179 -