ARAGON, KREUZZUG VON
Lexikon des Mittelalters:
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Aragón, Kreuzzug von
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Bei dem 1285 gegen Aragón durchgeführten französischen
Feldzug handelte König Philipp III. von Frankreich
vor allem als Werkzeug seines
ehrgeizigen Onkels Karl von Anjou, der im
März/April 1282 durch den Aufstand der Sizilianischen Vesper die
Herrschaft über Sizilien an seinen aragonesischen Konkurrenten Peter III.
verloren hatte. Aufgrund der Entscheidung Papst Martins IV., über den
König von Aragón die Exkommunikation und Absetzung zu
verhängen, führten die Franzosen diesen Krieg als Kreuzzug.
Im Mai/Juni 1285 begann der sorgfältig vorbereitete Angriff auf
Katalonien. Nach Durchqueren des Roussillon (Plünderung von Elne),
das zu den Territorien König Jaimes II. von Mallorca
gehörte, der sich gegen seine aragonesischen Verwandten mit
Frankreich verbündet hatte, umging das französische Heer die
aragonesische Verteidigungslinie und stand am 26. Juni vor Gerona. Doch
leistete die Stadt noch monatelangen Widerstand; ihre Kapitulation am
7. September kam zu spät, um von den Franzosen noch genutzt werden
zu können: Am 4. September hatte der Admiral Roger de Lauria die französische
Flotte, die dem »Kreuzheer« Ersatz bringen sollte, bei
Palamos vernichtet. Das französische Heer, durch Seuchen und die
Überfälle der Almogávares geschwächt, mußte
den Rückzug antreten. Philipp III.
starb am 5. Okt. 1285 in Perpignan; sein Gegner Peter III.
folgte ihm am 10. November ins Grab. Philipp IV. der
Schöne, Sohn der Isabella von Aragón,
der ersten Gemahlin Philipps III., der
stets seine Opposition zur Aragón-Politik seines Vaters bekundet
hatte, verzichtete auf die Weiterführung des Kampfes. Dem Ende der
Kriegshandlungen folgten lange Verhandlungen zwischen dem Papst,
Frankreich, Aragón, Mallorca und Sizilien (Waffenstillstand von
Paris 26. Juli 1286, Verträge von: Cefalù, Oloron Juli
1287, Canfranc 4. Oktober 1288, Tarascon Februar 1291,
schließlich Frieden von Anagni 7. Juni 1295). Endete der
»Kreuzzug« gegen Aragón auch in einer Katastrophe,
so zeigt die Durchführung eines derartigen Feldzuges gerade in
seinem expansiven Charakter die Stärkung der französischen
Monarchie am Ende des 13. Jh.
Y. Dossat