Sosthenes                                       Regent von Makedonien
-------------
    277 v.u.Z.
 

Sohn des N.N.
 

Der Stratege Sosthenes führte von 279-277 v.u.Z. die Regentschaft in Makedonien.

KLEINES Lexikon des Hellenismus.: Seite 431
******************************
II. DIE ZEIT DER WIRREN (310/09-276)
Nach dem Vorbild seiner Konkurrenten nahm Kassander 305 (?) den Königstitel an. Wie schon zuvor, suchte er die Herrschaft Makedoniens über Hellas zu restaurieren. Der Koalitionskrieg gegen Antigonos I. Monophthalmos brachte Makedonien keinen Gewinn. Nach dem Tod Kassanders und seines Sohnes Philipp IV.(beide ca. 298) regierte Kassanders Witwe für ihre unmündigen Söhne Antipater und Alexander V., die sich wenig später das Land teilten. 294 ließ Demetrios I. Poliorketes (! Antigoniden 2) Alexander ermorden, Antipater vertreiben und sich selbst zum König der Makedonen ausrufen (294-287). 287 verdrängte Pyrrhos von Epirus und Lysimachos den Demetrios und teilten Makedonien, das schon 284 ganz an Lysimachos fiel. 281-279 regierte Ptolemaios Keraumos; nach seinem Tod im Kampf gegen die Kelten und der schwachen Regierung der Könige Meleagros und Antipatros Etesias suchte Sostehenes als Stratege das zerfallennde Makedonien zu retten.

Bengtson Hermann: Seite 151
****************
"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Ihm folgte sein Bruder Meleagros, gleichfalls ein PTOLEMÄER, auf dem Thron, dann Antipater, ein Neffe Kassanders, der nur 45 Tage regierte. Sein Nachfolger war Sostehenes, ein vornehmer Makedone. Dieser lehnte es jedoch ab, sich König zu nennen; er regierte als Stratege das Land Zwischen den Regierungen der einzelnen Herrscher mag es Zeiten der Anarchie gegeben haben, kurz., über Makedonien war eine Zeit der Unruhe hereingebrochen.

Bengtson Hermann: Seite 146
****************
"Herrschergestalten des Hellenismus."

Der nächste in der Reihe war ein gewisser Sosthenes; dieser weigerte sich, den Königstitel anzunehmen, er herrschte mit dem Titel eines Strategen als "Rechsfeldherr", wurde aber von dem Kelten Brennus vollständig geschlagen.

Errington Malcolm: Seite 146
****************
"Geschichte Makedoniens."

In der Not wurde Sosthenes, einer der überlebenden Offiziere, vielleicht ein ehemaliger Kommandant des Lysimachos in Kleinasien, in die Fühhrunsgrolle befördert. Der Bestellungsmodus ist obskur: Die einzige Quelle deutet auf einen Massenkonsens aus Verzweiflung hin, und obwohl ihn das Heer 'Basileus' nannte, lehnte er den Titel ab. Ein Königstitel, vom Heer allein ohne Zustimmung der Magnaten verliehen, hätte Sosthenes gewiß nichts genutzt. Dennoch wurde er in die später verfaßten Herrscherlisten aufgenommen und mit einer Amtszeit von zwei Jahren versehen [11 Justinus 24.5.12f.; Porphyrios F 3, 10. Ob Sosthenes mit dem Strategos des Lysimachos, der aus Prienne bekannt ist (OGIS 12 = Inschrift Priene 14 Z. 12, wobei der Name allerdings ergänzt wird), zu identifizieren ist, ist sehr unsicher. Wenn er aber mit Lysimachos nach Makedonien gekommmen war, könnte diese Tatsache seinen Rückhalt bei den wohl noch aus dem Heer des Lysimachos stammenden Soldaten erklären sowie einen Grund dafüür geben, daß Justinus  ihn anscheinend widersprüchlich einmal als unus de princibus und einmal alls ignobilis (24. 5. 12; 13) bezeichnet. Er gehörte sicherlich keinem der bisher reierenden Geschlechter an.].
Sosthenes konnte zumindest Bolgios zurückweisen, und als im Herbst ein neuer Keltenzug unter Brennos und Akichorios in Makedonien einbrach, erschien es ihnen profitabler, doch relativ schnell weiter nach Süden zu ziehen: Dazu dürften Sosthenes' Maßnahmen etwas beigetragen haben, ebenso als im Frühjahr die von den Griechen zurückgeschlagenen Kelten auf dem Durchmarsch in Makedonien nicht lange verweilen wollten. Aber auch Sosthenes starb, und sein Tod leitete eine so chaotische Periode der makedonischen Geschichte ein, daß die äußerst mageren Quellen von einer Anarchie, einer führerlosen Zeit, sprechen.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 151 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus. Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 146 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 234,436,440/Band III Seite 107,123 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 146,149 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 132,134 - KLEINES Lexikon des Hellenismus. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 431 -