Sohn des makedonischen Generals Antiochos und der
Laodike
I.
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 379
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SELEUKOS (1) I.
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* um 358, † 281 v.
Chr.
Makedonischer Adeliger und Gründer des SELEUKIDEN-Reichs
Er nahm am Alexander-Zug gegen Persien teil und errang nach dem Tod des Königs Babylonien. 316 übernahm jedoch Antigonos I. dieses Land, und Seleukos floh zu Ptolemaios I. Seleukos I. kehrte 312 zurück und eroberte außer Babylonien auch Iran. Seine Versuche, weiter nach Indien vorzustoßen, wurden vom indischen Herrscher Chandragupte (griechisch Sandrakottos) vereitelt. Seleukos I. überließ ihm seine Ostprovinzen (Gedrosia, Arachosia und Aria) und erhielt dafür 500 Elefanten (304). Das spielte bei der entscheidenden Schlacht bei Ipsos gegen Antigonos I. eine große Rolle, als Seleukos gemeinsam mit Lysimachos gewann. Seleukos I. dehnte sein neues Königreich nach Kleinasien aus. 281 schlug er Lysimachos, doch als er in Europa landete, um Makedonien zu erobern, wurde er von Ptolemaios Keraunos (dem Sohn des Ptolemaios I. und Eurydike) ermordet. Seleukos' Hellenisierungspolitik war bedeutend; er gründete viele Städte wie zum Beispiel Seleukia (1 und 2) und Antiochia. Nach einem Vertrag mit Chandragupta und der Schlacht bei Ipsos machte er Syrien zum Zentrum seines Reiches. So blieb es auch unter Seleukos' Nachfahren.
Rostovtzeff, Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte der hellenistischen Welt.
Seleukos I. Nikator nahm am Indienfeldzug Alexanders des Großen teil (327/326), erhielt 321 die Satrapie Babylon, mußte aber 316 vor Antigonos I. Monphthalmos zu Ptolemaios I. fliehen. 312 eroberte er Babylon zurück und gründete so das SELEUKIDEN-Reich. 305/304 nahm er den Königstitel an (in Babylon schon 309/08). 311 bis 304 gewann Seleukos I. Asien bis zum Indus, trat aber Teile Gedrosiens und Arachsiens wieder ab. Seit der Eroberung Nord-Syriens 301 und der Gründung von Antiochia am Orontes als Hauptstadt lag der Machtschwerpunkt im Westen; 281 erhielt Seleukos I. auch Teile Kleinasiens, wurde aber nach dem Krieg gegen Lysimachos beim Versuch, Thrakien und Makedonien zu erobern, ermordet. - Seleukos I. hatte seit 298 neben Apame auch Stratonike, die Tochter des Demetrios I. Poliorketes zur Frau., gab sie aber 293 seinem Sohn Antiochos I. Er ließ das Kaspische Meer von Patrokles, den Ganges von Megasthenes erkunden, gründete zahlreiche Städte und begann den Apollontempel von Didymma. Nach seinem Tod wurde er als Sohn Apollons kultisch verehrt.
Literatur: Grainger, J.D.: Seleukos Nikator Constructing
a hellenistic kingdom. London u.a. 1990.
SELEUKOS I. "NIKATOR"
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* um 358 v.u.Z. †
281 v.u.Z. ermordet
Sohn des makedonischen Generals Antiochos
Seleukos I. Nikator war ein fähiger Truppenkommandeur Alexanders des Großen und machte 326 v.u.Z. die Schlacht am Hydaspes mit. Er schloß sich 323 v.u.Z. dem Reichsregenten Perdikkas an, wurde später dessen entschiedener Gegner und ermordete ihn 321 v.u.Z. Er rettete dessen Nachfolger Antipatros I. das Leben und wurde daher im gleichen Jahr Statthalter-Satrap von Babylon. Er war ein hervorragender Organisator und Verwalter und gewann so seine Bevölkerung für sich. Seleukos I. half 319 v.u.Z.-316 v.u.Z. dem Reichsregenten Antigonos I. gegen den Perdikkas-Anhhänger Eumenes und half ihn zu schlagen, wurde danach 312 v.u.Z. von Antigonos I. nach Ägypten verjagt und kam nach der Schlacht bei Gaza 312 v.u.Z. mit ägyptischer Hilfe zurück. Er war 316 v.u.Z.-312 v.u.Z. Flottenkommandant Ägyptens in der Ägäis, verjagte Antigonos' Statthalter Nikanor aus Babylon nach Medien, wo dieser 311 v.u.Z. fiel. Seleukos I. wurde 311 v.u.Z. vom allgemeinen Diadochenfrieden ausgeschlossen, behauptete sich aber gegen Antigonos I. Er gewann nach und nach Medien, Susiana, Persis, Hyrkanien, Armenien und Baktrien dazu und nahm 305 v.u.Z. den Titel König an. Er verzichtete auf weitere Eroberungen in Richtung Indien, bekam dafür Kampfelefanten, mit denen er 301 v.u.Z. die Schlacht bei Ipsos gegen Antigonos I. entschied, gewann dadurch Syrien, Palästina und Kiolesyrien und beherrschte damit das bei weitem größte Teilreich. Besonders Koilesyrien (Raum Libanon-Damaskus) wurde in den nächsten Jahrhunderten der große Zankapfel zwischen SELEUKIDEN und PTOLEMÄERN und bestimmte weitgehend den Verlauf der Geschichte beider Familien. Er verbündete sich mit König Lysimachos von Thrakiengegen Demetrios I. Poliorketes, der bei ihm 283 v.u.Z. inhaftiert starb. Seleukos I. wurde Lehensherr von Pergamon, geriet zuletzt gegen Lysimachos wegen Makedonien und Großreichplänen, besiegte ihn 281 v.u.Z. bei Kurupedion und eroberte dessen Reich und Makedonien. Er überließ seinem Sohn Antiochos I.Asien zur Verwaltung, wollte sich als König von Makedonien zur Ruhe setzen und wurde kurz darauf von Ptolemaios Keraunos ermordet. Seleukos I. Nikator war der letzte Diadoche als Vertreter einer Großreichidee und hatte ein zusammengewürfeltes Reich bestens verwaltet und bis in den Raum Kaspisee erforscht. Er gründete viele Kolonien und Städte, stützte sich auf die makedonisch-persische Führungsschicht und griechische Kolonisten, behielt Kontakt zur persischen Bevölkerung, indem er sich nicht wieder von seiner auf Drängen Alexanders des Großen geheirateten persischen Frau Apametrennte. Bithynien und der Raum Pontos lösten sich während seiner Regierung von Persien.
1. oo APAME
VON SOGDIANE
†
Tochter des baktrischen Satrapen Spitames
2. oo STRATONIKE
VON MAKEDONIEN
†
Tochter des Königs Demetrius I.
(2. Ehe: oo Antiochos
I., ihr Stiefsohn)
324 v.u.Z.
1. oo Apame I. von Sogdiane, Tochter des baktrischen
Satrapen Spitames
†
300 v.u.Z.
2. oo 1. Stratonike I., Tochter des Königs
Demetrios I.
317 v.u.Z. † nach 268 v.u.Z.
Kinder:
1. Ehe
Antiochos I.
324 v.u.Z. † 261
v.u.Z.
Achaios der Ältere
†
2. Ehe
Phila II.
um 295 v.u.Z. † 240
v.u.Z.
275 v.u.Z.
oo Antigonos II. Gonatas König von Makedonien
319 v.u.Z. †
239
v.u.Z.
Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches
Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 20,73,147,244,248
- Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des
Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987
Seite 12-203 - Bengtson Hermann: Herrschergestalten des Hellenismus.
Verlag C.H. Beck München 1975 Seite 24,25,26,32,33,37-63,65, 68,76,78,83,114,144,198,321
- Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer
der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite
167,182,227,248,254,258 - Benoist-Mechin Jacques: Kleopatra oder
der entschwundene Traum. Societäts-Verlag Frankfurt 1980 Seite 102,266
- Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs
Verlag München 1995 Seite 13,20,25 - Droysen Johann Gustav:
Geschichte Alexanders des Großen. Akademische Verlagsgesellschaft
Athenaion Kettwig 1990 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
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Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite
128,129,130,132,134,136,141,143,146 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band
6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum
II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 45,47,51,53,55,
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Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 249 -