Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 213
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Ptolemäerreich
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Eines der drei großen Reiche der hellenistischen
Staaten, benannt nach der regierenden Dynastie der PTOLEMÄER.
Über das Kernland, die ehemalige persische Satrapie Ägypten,
griff schon Ptolemaios I. Soter hinaus.
im 3. Jh. v. Chr., seiner Glanzzeit, umfaßte das PTOLEMÄER-Reich
außer Ägypten die Kyrenaika (Kyrene, etwa 283-246 v. Chr. unter
einer Nebenlinie selbständig), Zypern, Süd-Syrien (besonders
Palästina, seit 301 v. Chr. Streitobjekt in der Auseinandersetzung
mit den SELEUKIDEN), die Inseln der
Ägäis und Gebiete an der kleinasiatischen West- und Süd-Küste
sowie in Thrakien. Ende des 3. Jh. v. Chr. setzte der Niedergang
ein, verursacht durch
Finanzkrisen,
Aufstände der einheimischen Bevölkerung.
Angriffe der SELEUKIDEN,
Eingriffe Roms seit 168 v. Chr. und die
Schwäche der Herrscher.
Das PTOLEMÄER-Reich
verlor seine Außenbesitzungen (Süd-Syrien, asiatischer uund
ägäischer Besitz 201-195 v. Chr.). Seit dem Streit Ptolemaios'
VI. mit seinem Bruder, dem späteren Ptolemaios
VIII., mehrten sich die Fälle von dynastischen Streitigkeiten
und Reichsteilungen. Drei Herrscher machten Testamente zugunsten Roms (zuerst
Ptolemaios VIII.), aufgrund deren Kyrene
96 (seit 74 v. Chr. als römische Provinz) und Zypern 58 v. Chr. von
Rom eingezogen wurden. Mit der Besetzung Ägyptens 30 v. Chr. durch
Oktavian (Augustus) erlosch
das
PTOLEMÄER-Reich
als letztes der hellenistischen Großreiche.