Polyperchon                                   Makedonischer Feldherr
----------------                                  Regent von Makedonien
um 385 v.u.Z. um 300 v.u.Z.
Tymphaia
 

Sohn des Simmias aus dem fürstlichen Hause vom Tymphaia
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 336
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Polyperchon
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Makedonischer Feldherr, der nach Issos (333 v. Chr.) wegen seiner Verdienste von Alexander dem Großen zum Kommandanten einer Infanteriebrigade ernannt wurde. 324 wurde er mit Krateros heimgeschickt. Auf Empfehlung von Antipatros wurde Polyperchon nach dessen Tod Regent von Makedonien. Polyperchon versagte aber; er verlor Makedonien und allmählich auch noch weitere Stellungen und verschwand nach einigen Jahren vom Bild der Geschichte.



Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 180
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Polyperchon, Diadoche
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* um 385 v. Chr. nach 307 v. Chr.

Phalanxführer Alexanders des Großen; 324 v. Chr. als Stellvertreter des Krateros nach Makedonien zurückbeordert, vor 319 von Antipater als Nachfolger bestimmt, stand er in Gegensatz zu Kassander, Antigonos I. Monophthalmos, Ptolemaios und Lysimachos. Ein Bündnis mit Eumenes von Kardia und mit Olympias sowie Versuche, die griechischen Städte mit Hilfe der Wiedereinführung der Demokratie zu gewinnen, blieben ohne Erfolg. Auf Veranlassung Eurydikes 317 seines Amtes als Reichsverweser und Stratege von Europa enthoben, das dann auf Kassander fiel. Polyperchon erscheint seit 308 als Kassanders Stratege auf der Peloponners und auch in Epirus (bis 307 v. Chr.).



Truppenbefehlshaber Alexanders des Großen

Thiele, Andreas: Tafel 238
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

POLYPERCHON (POLYSPERCHON)
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* um 385 v.u.Z. um 300 v.u.Z.

Polyperchon, wohl Sohn des Simmias aus fürtstlichem Haus von Tymphaia, war zuerst Söldnerführer im Dienst des Tyrannen Kallipos von Syrakus und ermordete diesen 351 v.u.Z. in Rhegio, das er für diesen erobert hatte. Danach wurde er makedonischer Heerführer unter König Philipp II., machte den Perserfeldzug Alexanders des Großen mit, half Baktrien zu erobern und wurde dort Militärgouverneur. Er kehrte 324 v.u.Z. mit dem Feldherrn Krateros als Chef der Veteranen nach Makedonien zurück. Beide sollten den Statthalter Antipatros ablösen, sie schlossen sich ihm aber an und halfen ihm Lamischen Krieg in den Schlachten bei Lamia und Krannon. Polyperchon wurde von Antipatros, der den großen Haß des Sohnes auf das Königshaus kannte, zum Reichsregenten bestimmt und folgte ihm 319 v.u.Z. Er stützte sich auf den Feldherrn Eumenes, den ehemaligen Kanzler Alexanders, der auch schon den Reichsverweser Perdikkas stützte. Er konnte aber nicht verhindern, dass Eumenes bald von Antigonos I. aus Kleinasien verjagt und 316 v.u.Z. hingerichtet wurde. Polyperchon galt wohl als militärisch begabt, aber politisch-diplomatisch ohne Geschick. Er schlug die Aitoler, besetzte Thessalien und wurde von der Königin Olympias gefördert. Er ließ 317 v.u.Z. Philipp III. und Eurydike II. ermorden, wurde 316 v.u.Z. auf die Peloponnes zurückgeworfen und 311 v.u.Z. im Frieden mit den Diadochen als Herr der Peloponnes bestätigt und erhielt noch Tymphaia dazu. Er  versuchte 310/09 v.u.Z. mit Hilfe des königlichen Bastards Herakles, nochmals in Makedonien Fuß zu fassen, scheiterte an Kassandros, der diesen ermordete. Er blieb Dynast der Peloponnes, wurde jedoch 302 v.u.Z. durch den neuen Korinthischen Bund völlig entmachtet und verschwand aus der Überlieferung.



Polyperchon wurde 319 v.u.Z. von Antipatros als Nachfolger für das Amt des Reichsverwesers und "Strategen in Europa" benannt, von Antigonos aber nicht anerkannt, der sich gegen ihn mit Kassandros und Lysimachos verbündete. Im gleichen Jahr hatte er in einem Erlaß Griechenland die Freiheit verkündet. 316 v.u.Z. wurde er aus Makedonien vertrieben und starb kurz darauf.

Bengtson Hermann: Seite 35-36,39-41,48,55
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Zu seinem Nachfolger hatte Antipater den Makedonen Polyperchon ernannt, eine wenig glückliche Wahl, wie sich bald zeigen sollte. Antipater hatte geglaubt, dem Ehrgeiz des Antigonos dadurch Zügel anlegen zu können, dass er seinen Sohn Kassander zum Chiliarchen ernannt hatte. Polyperchon war ein schon älterer Mann, er war Mitkämpfer Alexanders gewesen und galt als ein bewährter Offizier. In der Zeit zwischen 390 v.u.Z. und 380 v.u.Z. geboren, war er ein Altersgenosse Antipaters. Auf dem Alexander-Zug hatte er an der Schlacht bei Issos teilgenommen, in Baktrien und Indien war wer dabei gewesen, bis er schließlich mit den Veteranen, zusammen mit Krateros, nach Hause gesandt worden war. Von der Persönlichkeit Polyperchons weiß man sonst nicht viel. Beloch hat ihn einen jovalen älteren Mann genannt, der gern über den Durst trank und der es dann nicht unter seiner Würde fand, das Tanzbein zu schwingen. So berichtet es jedenfalls Duris, ein Historiker des 3. Jahrhunderts v.u.Z., doch Duris ist bekannt dafür, dass er gern Anektoden erzählt, die nicht alle glaubwürdig sind.
Der Reichsverweser Polyperchon hatte Eumenes von Kardia zum bevollmächtigten Strategen von Asien ernannt, ohne auf die Stellung des Antigonos Rücksicht zu nehmen (317 v.u.Z.). Eumenes' Position war illegal, weil die Ernennung Polyperchons durch Antipater der Zustimmung der hierfür zuständigen makedonischen Heeresversammlung entbehrte. Polyperchon hatte Eumenes im Kampf gegen Antigonos nicht helfen und so dessen Untergang nicht verhindern können.
Für die Jahre der Reichsverweserschaft Polyperchons war im wesentlichen seine Auseinandersetzung mit Kassander bestimmend. Dieser hatte nicht nur den Vorzug, viel jünger als Polyperchon zu sein, er hatte im Gegensatz zu diesem auch ein klares Konzept. Polyperchons Kampf gegen Kassander war letzten Endes hoffnungslos, weil ihn der Rückhalt im Volk der Makedonen fehlte. Wenn Kassander den Sieg davongetragen hat, so zeigt dies die Macht seiner Persönlichkeit, die dem Polyperchon weit überlegen war.
Ohne Zweifel hatte Polyperchon im Jahre 319 v.u.Z. ein schweres Amt übernommen, denn der König Philipp III. und seine Gattin, die Königin Eurydike, betrieben eine eigene Politik. Die Königin Eurydike hatte im Frühjahr 317 v.u.Z. an der Spitze des Reiches eine Veränderung vorgenommen. Im Namen des Königs Philipp III. Arrhidaios, ihres Gatten, hat sie die Reichsverweserschaft und die Strategie von Europa Polyperchon entzogen und Kassander übertragen.
Polyperchon hatte Herakles, den Sohn der Barsine von Alexander III., auf den Schild erhoben und zum König ausgerufen. Er ließ sich jedoch von Kassander überreden, ihn wieder fallenzulassen. Dies aber war mit dem Todesurteil für Herakles gleichbedeutend. Er stand Kassander im Wege, deswegen mußte er weichen. Der junge Mann hatte sich von Polyperchon als Werkzeug benutzen lassen, bis dieser, von Kassander überredet, ihn fallenließ.
Polyperchon war mit einigen wenigen Städten, vor allem auf der Peloponnes, verbunden. Doch dieser spielte in der Politik der Großmächte kaum noch eine Rolle; er war zu einer lokalen Erscheinung geworden.
 
 
 
 

  oo N.N.
        
 
 
 
 

Kinder:

  Alexander
       vor 308 v.u.Z.
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 35-36,39-41,48,55 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seeite 191,210,255 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 72,298,335,364,419/Band II Seite 12-357/Band III Seite 66 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 47,69,102,107,115,125,126,128, 131,134,203 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 48,49,51,52,56, 60 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 280,281 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 117,121,124-132 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 47,52 - Hölbl Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 17, 283 A 29 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 17,52,57,78,80,153,202,277,340,382,420,431,476,593,609 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 130,135 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 238 -