Sohn des Simmias aus dem fürstlichen Hause
vom Tymphaia
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 336
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Polyperchon
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Makedonischer Feldherr, der nach Issos (333 v.
Chr.) wegen seiner Verdienste von Alexander dem
Großen zum Kommandanten einer Infanteriebrigade
ernannt wurde. 324 wurde er mit Krateros heimgeschickt. Auf Empfehlung
von Antipatros wurde Polyperchon nach dessen Tod Regent
von Makedonien. Polyperchon versagte aber; er verlor Makedonien
und allmählich auch noch weitere Stellungen und verschwand nach einigen
Jahren vom Bild der Geschichte.
Phalanxführer Alexanders
des Großen; 324 v. Chr. als Stellvertreter des Krateros
nach Makedonien zurückbeordert, vor 319 von Antipater als Nachfolger
bestimmt, stand er in Gegensatz zu Kassander,
Antigonos
I. Monophthalmos, Ptolemaios
und Lysimachos. Ein Bündnis mit
Eumenes
von Kardia und mit Olympias sowie
Versuche, die griechischen Städte mit Hilfe der Wiedereinführung
der Demokratie zu gewinnen, blieben ohne Erfolg. Auf Veranlassung
Eurydikes 317 seines Amtes als Reichsverweser und Stratege
von Europa enthoben, das dann auf Kassander
fiel.
Polyperchon
erscheint seit 308 als Kassanders Stratege
auf der Peloponners und auch in Epirus (bis 307 v. Chr.).
Thiele, Andreas: Tafel 238
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
POLYPERCHON (POLYSPERCHON)
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* um 385 v.u.Z. †
um 300 v.u.Z.
Polyperchon, wohl Sohn des Simmias aus fürtstlichem
Haus von Tymphaia, war zuerst Söldnerführer im Dienst
des Tyrannen Kallipos von Syrakus und ermordete diesen 351 v.u.Z.
in Rhegio, das er für diesen erobert hatte. Danach wurde er makedonischer
Heerführer
unter
König Philipp II., machte den
Perserfeldzug Alexanders des Großen
mit,
half Baktrien zu erobern und wurde dort
Militärgouverneur.
Er kehrte 324 v.u.Z. mit dem Feldherrn Krateros als Chef der Veteranen
nach Makedonien zurück. Beide sollten den Statthalter Antipatros
ablösen, sie schlossen sich ihm aber an und halfen ihm Lamischen Krieg
in den Schlachten bei Lamia und Krannon. Polyperchon wurde von Antipatros,
der den großen Haß des Sohnes auf das Königshaus kannte,
zum Reichsregenten bestimmt und folgte ihm 319 v.u.Z. Er stützte
sich auf den Feldherrn Eumenes, den ehemaligen Kanzler Alexanders,
der auch schon den Reichsverweser Perdikkas stützte. Er konnte
aber nicht verhindern, dass Eumenes bald von Antigonos
I. aus Kleinasien verjagt und 316 v.u.Z. hingerichtet wurde.
Polyperchon
galt wohl als militärisch begabt, aber politisch-diplomatisch ohne
Geschick. Er schlug die Aitoler, besetzte Thessalien und wurde von der
Königin
Olympias gefördert. Er ließ
317 v.u.Z. Philipp III. und Eurydike
II. ermorden, wurde 316 v.u.Z. auf die Peloponnes zurückgeworfen
und 311 v.u.Z. im Frieden mit den Diadochen als Herr der Peloponnes
bestätigt und erhielt noch Tymphaia dazu. Er versuchte 310/09
v.u.Z. mit Hilfe des königlichen Bastards Herakles,
nochmals in Makedonien Fuß zu fassen, scheiterte an Kassandros,
der diesen ermordete. Er blieb Dynast der Peloponnes, wurde jedoch
302 v.u.Z. durch den neuen Korinthischen Bund völlig entmachtet und
verschwand aus der Überlieferung.
Bengtson Hermann: Seite 35-36,39-41,48,55
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."
Zu seinem Nachfolger hatte Antipater den Makedonen
Polyperchon ernannt, eine wenig glückliche Wahl, wie sich bald
zeigen sollte. Antipater hatte geglaubt, dem Ehrgeiz des Antigonos
dadurch Zügel anlegen zu können, dass er seinen Sohn Kassander
zum Chiliarchen ernannt hatte. Polyperchon war ein schon
älterer Mann, er war Mitkämpfer Alexanders
gewesen und galt als ein bewährter Offizier. In der Zeit zwischen
390 v.u.Z. und 380 v.u.Z. geboren, war er ein Altersgenosse Antipaters.
Auf dem Alexander-Zug hatte er an der
Schlacht bei Issos teilgenommen, in Baktrien und Indien war wer dabei gewesen,
bis er schließlich mit den Veteranen, zusammen mit Krateros,
nach Hause gesandt worden war. Von der Persönlichkeit Polyperchons
weiß man sonst nicht viel. Beloch hat ihn einen jovalen älteren
Mann genannt, der gern über den Durst trank und der es dann nicht
unter seiner Würde fand, das Tanzbein zu schwingen. So berichtet es
jedenfalls Duris, ein Historiker des 3. Jahrhunderts v.u.Z., doch
Duris
ist
bekannt dafür, dass er gern Anektoden erzählt, die nicht alle
glaubwürdig sind.
Der Reichsverweser Polyperchon hatte Eumenes
von Kardia zum bevollmächtigten Strategen von Asien ernannt, ohne
auf die Stellung des Antigonos Rücksicht
zu nehmen (317 v.u.Z.). Eumenes' Position war illegal, weil die
Ernennung Polyperchons durch Antipater der Zustimmung der
hierfür zuständigen makedonischen Heeresversammlung entbehrte.
Polyperchon
hatte Eumenes im Kampf gegen Antigonos
nicht helfen und so dessen Untergang nicht verhindern können.
Für die Jahre der Reichsverweserschaft Polyperchons
war im wesentlichen seine Auseinandersetzung mit Kassander
bestimmend.
Dieser hatte nicht nur den Vorzug, viel jünger als Polyperchon
zu sein, er hatte im Gegensatz zu diesem auch ein klares Konzept. Polyperchons
Kampf
gegen Kassander war letzten Endes hoffnungslos,
weil ihn der Rückhalt im Volk der Makedonen fehlte. Wenn Kassander
den Sieg davongetragen hat, so zeigt dies die Macht seiner Persönlichkeit,
die dem Polyperchon
weit überlegen war.
Ohne Zweifel hatte Polyperchon im Jahre 319 v.u.Z.
ein schweres Amt übernommen, denn der König Philipp
III. und seine Gattin, die Königin Eurydike,
betrieben eine eigene Politik. Die Königin Eurydike
hatte im Frühjahr 317 v.u.Z. an der Spitze des Reiches eine Veränderung
vorgenommen. Im Namen des Königs Philipp
III. Arrhidaios, ihres Gatten, hat sie die Reichsverweserschaft
und die Strategie von Europa Polyperchon entzogen und Kassander
übertragen.
Polyperchon hatte Herakles,
den Sohn der Barsine von Alexander III.,
auf den Schild erhoben und zum König ausgerufen. Er ließ sich
jedoch von Kassander überreden,
ihn wieder fallenzulassen. Dies aber war mit dem Todesurteil für Herakles
gleichbedeutend. Er stand Kassander
im Wege, deswegen mußte er weichen. Der junge Mann hatte sich von
Polyperchon
als Werkzeug benutzen lassen, bis dieser, von Kassander
überredet, ihn fallenließ.
Polyperchon war mit einigen wenigen Städten,
vor allem auf der Peloponnes, verbunden. Doch dieser spielte in der Politik
der Großmächte kaum noch eine Rolle; er war zu einer lokalen
Erscheinung geworden.
oo N.N.
†
Kinder:
Alexander
†
vor
308 v.u.Z.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger
Alexanders des Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München 1987 Seite 35-36,39-41,48,55 - Bengtson Hermann: Philipp
und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt.
Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seeite 191,210,255 - Droysen
Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite
72,298,335,364,419/Band II Seite 12-357/Band III Seite 66 - Errington
Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite
47,69,102,107,115,125,126,128, 131,134,203 - FISCHER WELTGESCHICHTE.
Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum
II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 48,49,51,52,56,
60 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann
Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 280,281 - Geyer, Fritz: Alexander
der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig
1925 Seite 117,121,124-132 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen.
Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages
GmbH, München 1978 Seite 47,52 - Hölbl Günther: Geschichte
des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur
von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung. Wissenschaftliche
Buchgemeinschaft Darmstadt 1994 Seite 17, 283 A 29 - KLEINES LEXIKON
DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 17,52,57,78,80,153,202,277,340,382,420,431,476,593,609
- Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 130,135 - Thiele,
Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 238 -