Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 310
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PERGAMON (heute Bergama)
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Stadt in der Kaikosebene (Mysien) auf einem hohen Hügel
etwa 25 km vom Meer entfernt. In der überlieferten Literatur wird
Pergamon erstmals um 400 v. Chr. erwähnt, doch stieg es erst im Hellenismus
zu großer Bedeutung auf. Lysimachos
hielt Pergamon für einen guten Aufbewahrungsort für seinen Schatz.
Der Oberkommandierende von Pergamon, Philhetairos, jedoch
machte sich unabhängig und rief das Königreich Pergamon
der ATTALIDEN aus. Unter seinen Nachfolgern
wurde die Stadt allmählich befestigt und ausgebaut. Den Gipfel des
Hügels rahmen Palast und Burg ein, während auf den Abhängen
terassenförmig weitere Bauten entstanden. Die Architekten Pergamons
paßten die Bauten geschickt an die topographischen Verhältnisse
an, und Pergamon wurde ein Vorbild der Stadtplanung. Vorratskammern, Arsenale,
ein großzügiges Theater und - mit großzügiger Unterstützung
des Königs - eine Bibliothek (die zweitgrößte nach Alexandria),
ein Museion und ein großer Asklepiotempel zierten die Stadt. Pergamon
wurde zum Zentrum der Wissenschaft und der Bildhauerei. Berühmt sind
die erhalten gebliebenen Skulpturen des Zeusaltars (von Eumenes
II. gestiftet). In Pergamon wurde auch das Pergame (Pergament)
erfunden: gutes Schreibmaterial aus Schafsfell.
Pergamon war zwar das Zentrum des attalidischen
Königreichs, hatte aber eine griechische Stadtverfassung. Von Pergamon
aus wurden die attalidischen Könige
äußerst mächtig und zur Gefahr für die anderen großen
helllenischen Herrscher, vor allem für die SELEUKIDEN.
Die größte Machtausdehnung hatte Pergamon unter Eumenes
II. (197-159 v. Chr.). Der große Reichtum Pergamons
kam von der Textil- und Pergamentindustrie, von der Landwirtschaft und
Viehzucht sowie von den Silberminen. Nach dem Tode Attalos'
III. wurde das Königreich zur römischen Provinz
Asia, während die Stadt Pergamon ihre Verfassung behalten konnte.
E. Meyer, Die Grenzen der hellenistischen Staaten in
Kleinasien, 1925; H. Kähler, Pergamon, 1949; Hansen, Attalids².
Antike Stadt in Mysien, zum Teil an der Stelle der heutigen türkischen Stadt Bergama
Pergamon lag auf steilen Bergkegel (333 m über dem
Meersspiegel) über der Kaikosebene (Tal des heutigen Bakir cayi) und
war bereits in archaischer Zeit besiedelt. Das hellenistische Pergamenische
Reich begann mit Philhetairos (†
263 v. Chr.) und der durch den Sieg Eumenes'
I. (263-241) über den SELEUKIDEN
Antiochos I. 262 v. Chr. errungenen Selbständigkeit; den
Königstitel nahm Attalos I.
an. Die Stärke Pergamons beruhte unter anderem auf dem frühen
Anschluß an Rom (Attalos I. [241-197],
Eumenes II. [197-159], Attalos
II. [159-138]). Die testamentarische Übergabe des
Reiches an Rom durch Attalos III. (138-133)
führte zur Einrichtung der römischen Privinz Asia.
ATTALIDEN
| Philhetairos | 283 v.u.Z.-263 v.u.Z. |
| Eumenes I. | 263 v.u.Z.-241 v.u.Z. |
| Attalos I. | 241 v.u.Z.-197 v.u.Z. |
| Eumenes II. Soter | 197 v.u.Z.-160 v.u.Z. |
| Attalos II. Philadelphos | 160 v.u.Z.-138 v.u.Z. |
| Attalos III. Philometor | 138 v.u.Z.-133 v.u.Z. |