Parmenion                                      Makedonischer Feldherr
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um 390 v.u.Z. 330 v.u.Z. ermordet
                          Ekbatana
 

Sohn des Philotas
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 304
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PARMENION
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Vater von Philotas; Parmenion war der bedeutendste Feldherr Philipps II. Gemeinsam mit Antipatros war Parmenion 346 v. Chr. für den Philokrates-Frieden verantwortlich. 337 kommandierte Parmenion die asiatische Vorhut bei der Vorbereitung zum großen Perserfeldzug. Unter Alexander führte Parmenion ein selbständiges Kommando, und in den Schlachten, kommandierte er als 2. Befehlshaber den linken Flügel, während Alexander den rechten befehligte (Issos, Gaugamela). Parmenion war der wichtigste Vertreter der "alten Garde" - jener Makedonen, die sich gegen Alexanders Ansichten über die Reichsverwaltung und die Beziehungen zu den Unterworfenen wandten. Beim Vormarsch im östlichjen Iran war Parmenion für die Verbindung mit Europa verantwortlich; sein Hauptquartier war Ekbatana. Tatsächlich war aber Parmenion damit entmachtet worden. Nach der Hinrichtung von Parmenions Sohn Philotas ließ Alexander Parmenion ermorden (330 v. Chr.).

Berve, Das Alexanderreich 2, 298 ff.



Lexikon Alte Kulturen: Band III Seite 109
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Parmenion
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* um 400 v. Chr. Herbst 330 v. Chr. ermordet
                               Ekbatana (heute Hamadan)

Berater und Feldherr Philipps II. von Makedonien und Alexanders des Großen

Parmenion schloß zusammen mit Antipater 346 v. Chr. den Frieden des Philokrates in Athen: in dem von Philipp II. von Makedonien propagierten Rachefeldzug gegen das Perser-Reich befehligte Parmenion zusammen mit Attalos die makedonische Vorhut 336 v. Chr.; in den unter Alexander dem Großen unternommenen Schlachten gegen die Perser leitete er eigene Unternehmungen und kommandierte in den Entscheidungsschlachten den linken, meist defensiven Flügel. 330 v. Chr. wurde Parmenion zum Schutz des Reichsschatzes in Ekbatana zurückgelassen; wegen seiner wachsenden Opposition gegen die Pläne Alexanders ließ ihn dieser nach der Verurteilung seines Sohnes Philotas beseitigen.



Feldherr der Könige Philipp II. und Alexander der Große

Parmenion bekleidete neben dem König die höchste militärische Würde in Makedonien und kommandierte in den Schlachten umsichtig den linken Flügel des Heeres. Nach dem Feldzug gegen Griechenland führte er die Verhandlungen über die Kapitulation Athens. Im Jahre 336 v.u.Z. beauftragte ihn Alexander mit den Vorbereitungen für den Anatolienfeldzug und betraute ihn mit dem Oberbefehl über die Vorausabteilungen. Er eroberte Damaskus und Syrien und wurde daraufhin 331 v.u.Z. zum Statthalter von Medien ernannt. Als sein Sohn wegen einer angeblichen Verschwörung gegen Alexander zum Tode verurteilt wurde, wurde auch Parmenion in seiner Residenz Ekbatana aus Furcht vor Rache hingerichtet.

Bengtson Hermann: Seite 191-194
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Wie Antipater so war auch Parmenion ein Repräsentant der altmakedonischen Tradition. Sein Leben fällt in die Zeit zwischen 400 v.u.Z. und 330 v.u.Z. Er gehörte zu den treuesten Freunden und Mitkämpfern Philipps II., und zusammen mit Antipater hat er Alexander die Nachfolge seines Vaters gesichert. Seine Leistungen als Feldherr sind ganz unbestritten. Wenn ihn jedoch Beloch über Alexander gestellt hat, so ist dies eine Übertreibung. Aber man muß sich doch wohl fragen, was Alexander ohne diesen bedeutenden General gewesen wäre. Der König hat ihm in der Regel undankbare und wenig spektakuläre Aufgaben übertragen, die Alexander selbst nicht übernehmen wollte. Alexander führte in den Schlachten die Hetairenkavallerie, Parmenion den linken Flügel, der zunächst nicht zum Angriff, sondern zur Verteidigung bestimmt war. Die Bedeutung Parmenions aber reicht weit über das Militärische im engeren Sinn hinaus. Selbst aus der sehr lückenhaften Überlieferung ergibt sich, dass Parmenion in mehreren entscheidenden Situationen den König beraten hat, wenn er sich auch nicht immer durchsetzen konnte. Auch sein Ratschlag, der junge Alexander möge sich vor dem Antritt des Asienfeldzuges vermählen, um einen Sohn und Erben zu gewinnen, war wohlüberlegt. Hätte Alexander den Rat Parmenions befolgt, so wären dem makedonischen Volk die vernichtenden Kämpfe um die Thronfolge erspart geblieben, welche die Zeit nach Alexanders Tod ausgefüllt haben. Etwas anders steht es mit Parmenions Rat nach dem zweiten Friedensangebot des Darius, das den Makedonen-König in Marathos in Syrien erreichte. Er würde sich, soll Parmenion gesagt haben, mit dem persischen Angebot, den Makedonen Kleinasien und dazu die Gebiete westlich des Euphrats zu überlassen, begnügen, worauf Alexander ironisch gesagt haben soll: "Auch ich, wenn ich Parmenion wäre." Man wird diese Wort wohl als historisch hinnehmen, denn es entspricht ganz dem Charakter Alexanders und seiner Einstellung zu Parmenion.
Auch in Fragen der Strategie hat Parmenion mehrfach eine dem König entgegengesetzte Ansicht vertreten. Bei der Belagerung Milets hat er beispielsweise empfohlen, es auf eine Seeschlacht ankommen zu lassen. Dies aber hat Alexander abgelehnt, weil, wie er sagte, das Risiko zu groß sei. Auch Parmenions Ratschlag, er möge bei Gaugamela die Perser des Nachts angreifen, um das Überraschungsmoment auszunutzen, ist von Alexander verworfen worden. In der Tat konnte man in dem einen oder anderen Fall anderer Meinung sein als der junge König, aber das Kriegsglück, das dem Alexander in seltener Weise zur Seite stand, hat die Ratschläge Parmenions in der Regel als unzutreffend erwiesen. Namhafte Historiker, unter ihnen Helmut Berve, neigen zu der Annahme, in Alexander habe sich auf dem Asienfeldzug eine steigende Animosität gegen den greisen Feldherrn gebildet, und dies habe zu einer Entfremdung geführt. Daran ist soviel richtig, dass Alexander seine alten bewährten Generäle zwar in mancher Hinsicht ausgezeichnet hat, dass der König aber immer mehr seinen eigenen Willen betont und auch durchgesetzt hat. Die Intentionen Parmenions imponierten ihm nicht, er hat sich vielfach darüber hinweggesetzt. Dies aber konnte auf die Dauer zu nichts Gutem führen, ein Zusammenstoß war unausweichlich geworden. Und diese Gelegenheit bot sich Alexander bei der Verschwörung gegen das Leben des Königs, die Philotas, Parmenions Sohn, dem König trotz mehrfacher Aufforderung nicht gemeldet hatte. Ganz zweifellos ist die Verhaftung und Hinrichtung des Philotas eine ziemlich schlimme Sache, die den König schwer belastet. Und noch schlimmer ist die Haltung der makedonischen Heeresversammlung, die sich dem König für den Justizmord zur Verfügung gestellt hat. Parmenions Tod ist auf die blasse Furcht des Königs zurückzuführen, der mit Recht annahm, dass sich Parmenion mit dem Tod seines Sohnes nicht abfinden würde. Alexanders Verhalten kann man nicht anders als ausgesprochen niederträchtig bezeichnen; ein Ende durch Mörderhand hatte Parmenion nicht verdient. War es die Nemesis, die den greisen General ereilt hat? Hatte nicht Parmenion bei Beginn des Perserkrieges seine Hand zur Beseitigung seines eigenen Schwiegersohnes Attalos geboten, weil Alexander dies so gewollt hatte? Wenn Parmenion hier das Interesse des Königs über das seiner eigenen Familie gestellt hat, so ist ihm dies übel gelohnt worden.
Worin bestehen nun die Verdienste Parmenions um Alexander? Soweit wir wissen, hat sich Parmenion immer strikt an die Befehle des Königs gehalten. So hat Parmenion in der Schlacht bei Issos den Befehl Alexanders, sich auf keinen Fall von Meer abdrängen zu lassen, genau beachtet. Parmenion führte hier, wie auch sonst, den linken Flügel des Heeres, der für defensive Aufgaben zurückgehalten wurde. Doch nicht immer war Parmenion vom Glück begünstigt. In der Schlacht bei Gaugamela wurde der linke Flügel von den Persern durchbrochen, doch gelang es Parmenion mit eigenen Kräften die Lage wiederherzustellen. Dass er aber an den König einen Hilferuf gerichtet hatte, konnte Alexander ihm nicht verzeihen, denn er war dadurch an der Verfolgung des Gegners gehindert worden. Es ist kein Zufall, wenn der greise Feldherr von nun an vorzugsweise mit Aufgaben von sekundärer Bedeutung bedacht wurde. Aus dem Frontdienst schied Parmenion aus, er wurde schließlich als "Etappenkommandeur" in Ekbatana verwandt. Allerdings war dieser Ort sehr wichtig, denn über Ekbatana lief der gesamte Nachschub für das Feldheer Alexanders. Zwischen Parmenion und Alexander war eine Entfremdung eingetreten, denn inzwischen hatten jüngere Offiziere, vor allem Krateros, das Herz und das Ohr Alexanders gewonnen. Dazu kam noch, dass sich Alexander nach dem Tod des Großkönigs Darius III.als Nachfolger der ACHÄMENIDEN fühlte. Und hierfür hätte Parmenion sicher kein Verständnis gehabt.
Auf Befehl des Königs wurde Parmenion auf einem Spaziergang in Ekbatana von makedonischen Offizieren ermordet, den Grund seines Todes hat er nie erfahren. Alexander aber hat, soviel wir wissen, nicht den geringsten Anflug von Reue gezeigt. Mit Parmenion aber starb der hervorragendste Repräsentant der philippischen Tradition, der König hatte ihm seine Verdienste um die Dynastie der ARGEADEN schlecht gelohnt.

Fox Robin Lane: Seite 69,103,200,201,202
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"Die Suche nach Alexander."

Es blieben damit noch die Führer der Voraustruppe, Attalos und der geachtete Parmenion, Philipps bevorzugter General. Parmenions Tochter war die Frau des Attalos, und einer seiner Söhne war mit "König" Amyntas befreundet. Seine männlichen Verwandten waren alle in Makedonien, Alexander auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Nicht lange nach dem Mord an Philipp traf ein vertrauenswürdiger Bote ein, der den Befehl zur Ermordung des Attalos überbrachte. Kleopatra hatte zweifellos schon das Schicksal des Karanos geteilt. Da entschied sich Parmenion für die Seite des Siegers und wandte sich nicht gegen die Exekution. Er und seine Söhne sollten in den ersten Jahren der neuen Regierung die höchsten Armeeposten besetzen, obwohl die erwähnten Verbindungen zu der unerfreulichen Vergangenheit bestanden. Vielleicht war Parmenions Preis hoch.
Bei Sestos (334 v.u.Z.) wollte Alexander mit dem älteren Parmenion über die Meerenge setzen. Vermutlich hatte Philipps Voraustruppe während der vorangegangenen zwei Jahre einen Brückenkopf auf dem asiatischen Kontinent gehalten, und es ist möglich, dass sich Alexander und Parmenion in der Zwischenzeit nicht gesehen hatten. Während sich Parmenion um die Hauptmacht kümmerte, schlug Alexander mit 60 Schiffen einen eigenen Weg ein.
Nach der Hinrichtung von Philotas mußten auch andere den Tod finden. Vor allem beim Vater des Philotas gab es keine andere Wahl. Der betagte Parmenion hatte in Hamadan immer noch den Zugriff auf etwa 25.000 Soldaten, und die Gebiete zwischen Farah und Hamadan waren keineswegs sicher. Bessos und Satibarzanes könnten zurückkehren und einen Zwist zwischen den Makedonen ausnutzen. Man kann zudem trotz der Schilderung des Arrain annehmen, dass die 6.000 Veteranen der makedonischen Infanterie Alexanders Lager noch nicht erreicht hatten. Sie hatten den Befehl, unter Kleitos den Schatz aus Persepolis nach Hamadan zu begleiten. Als Philotas angeklagt wurde, wußte Alexander, dass sich irgendwo zwischen ihm und dem Vater des Philotas die Hälfte der Elitetruppen seiner Armee auf dem Marsch befand. Es bestand die ernste Gefahr, dass Parmenion sich dieser Truppen bemächtigte und einen Bürgerkrieg begann. Dann hätte der Vater des Philotas neben seiner größeren Streitmacht noch die Veteranen auf seiner Seite gehabt. Aus diesem Grund wurden Boten auf Rennkamelen durch die Einöde der Wüste Lut gesandt. Getarnt mit der landesüblichen Kleidung hatten sie Briefe und einen Freund des Parmenion bei sich. Sie erreichten Hamadan, bevor Parmenion die Neuigkeiten erfahren hatte, und stachen diesen sofort nieder. Freunde kümmerten sich darum, dass die Truppe in Hamadan nicht rebellierten. Die "Verschwörung" des Philotas wurde weitgehend geglaubt. Daneben bleibt Raum für weitgehende Vermutungen. Alexander hatte keine Anklage konstruiert, um sich des Parmenion und seiner Familie zu entledigen. Es gab geeignetere und stillere Wege, um alte Männer und Armeeführer auf dem Marsch zu töten.
Als Philotas tot war, mußte auch Parmenion getötet werden. Die Bande zwischen Vater und Sohn hatten immer noch Bedeutung.
 
 
 
 

  oo N.N.
        
 
 
 
 

Kinder:

  Philotas
  um 360 v.u.Z. 330 v.u.Z.

  Nikanor
      

  Hektor
      

  Tochter
      

 336 v.u.Z.
  oo Arratos
           
 
 
 
 

Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 20,27,116,149,162,180,182,184,192,228 - Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 35 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 9-264 - Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 32-300/Band III Seite 478,480 -  Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 46,59,99,103 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 69,103,200,201,202 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 14,16,20,32,35,37,39,43,45,47,49,56,60,64,69,72,88,90,112 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 26,292 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Otto Harrossowitz Verlag Wiesbanden 1993 Seite 47,50,270 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 45,49,53-55 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 19,21,34,50,54,58,60,63,68,70,73,74,75, 77,80,84,93,96,103,106,111,119,131,199,202,211 -