Kleopatra II.                                    Königin von Makedonien
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um 355 v.u.Z. Sommer 336 v.u.Z. ermordet
 

Tochter des N.N.; Nichte des makedonischen Generals Attalos
 

Thiele, Andreas: Tafel 236
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

PHILIPP II.
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* um 382 v.u.Z.336 v.u.Z. ermordet

  7. oo KLEOPATRA II.
                 

Kleopatra stammte aus vornehmer Familie und wurde die 7. Ehefrau Philipps II. von Makedonien. Sie wurde von Olympias I., die wegen ihr verbannt wurde, auf heißer Erzplatte zu Tode gemartert.



Die Ehe zwischen Kleopatra und dem Makedonen-König Philipp war eine Liebesheirat. Kleopatra stammte aus vornehmer makedonischer Familie und wurde von Olympias, die wegen ihr verbannt worden war, auf einer heißen Erzplatte zu Tode gemartert.

Fox Robin Lane: Seite 52,66,69
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"Die Suche nach Alexander."

In seinen letzten Jahren verliebte sich Philipp in die junge Makedonierin Kleopatra. Sie war die Nichte seines vertrauten Offiziers Attalos und wurde zur schmerzlichen Figur des Dramas. Der einzige Bericht darüber schreibt dieser Heirat zwei Kinder zu, ein Mädchen mit Namen Europe und einen Sohn, der in den letzten Tagen der Verbindung geboren wurde. Ohne ersichtlichen Grund haben die Geschichtsschreiber die Existenz dieses Sohnes zu ignorieren versucht. Aber in der makedonischen Geschichte wurden keine Babys erfunden, erst recht nicht, wenn sich dieser Bericht auf einen Zeitzeugen zurückverfolgen läßt. Zwei Schwangerschaften passen gut zur Dauer der Beziehung, selbst wenn die formelle Heirat vermutlich erst im Frühjahr 337 v.u.Z. vollzogen wurde.Philipp könnte das Mädchen gerade deshalb geheiratet haben, weil es von ihm schwanger war, mit einem Kind, das vielleicht während des Feldzuges im Herbst 338 v.u.Z. gezeugt wurde. Auf jeden Fall entzweite diese Heirat die Familie. Nach einer allerdings unzuverlässigen Quelle soll Attalos bei der Hochzeitsfeier dem Paar die Geburt eines legitimen Erben gewünscht haben. Falls die Braut bereits schwanger war, muß diese Erniedrigung für Alexander doppelt schmerzlich gewesen sein.
Im Juli 336 v.u.Z. gebar Kleopatra ihr zweites Kind, einen Sohn, den Philipp, dem Namen Karanos gab. Wenige Tage später wurde Philipp ermordet, als er ein Fest für Freunde aus dem südlichen Griechenland und vom makedonischen Hof ausrichtete. Nach der Ermordung Philipps II. lebte seine neue Königin Kleopatra nicht viel länger. Olympias beseitigte sie, indem sie sie dazu brachte, sich aufzuhängen, nachdem ein Säugling, vermutlich ihre Tochter Europa, auf ihrem Schoß getötet worden war. Trotz Olympias' Unwillen könnte Alexander, der bei der Ermordung vermutlich abwesend war,  befohlen haben, die Tote mit ihrer Krone und der königlichen Robe im Grab Philipps, ihres Gatten, zu bestatten.

Droysen Johann Gustav: Band I Seite 67,78
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"Geschichte des Hellenismus."

Dann begannen Irrungen zwischen Vater und Sohn; Alexander sah seine Mutter von Philipp vernachlässigt, thessalische Tänzerinnen und griechische Buhlerinnen wurden ihr vorgezogen; dann gar wählte sich der König eine zweite Gemahlin aus den edlen Töchtern des Landes, des AttalosNichte Kleopatra. Das Beilager wurde nach makedonischer Sitte glänzend und lärmend gefeiert.
Auch die junge Witwe Kleopatra und ihr Säugling sollten sterben. Olympias ließ das Kind im Schoß der Mutter ermorden und zwang die Mutter, sich am eigenen Gürtel aufzuknüpfen.

Bengtson Hermann: Seite 12,112,126
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Offizielle Gattin Philipps war die Epirotin Olympias, die Tochter des Königs Neoptelemos. Ebenso wie Phila ist auch Kleopatra, die Nichte des makedonischen Generals Attalos, eine legitime Gattin des Königs gewesen, Phila am Anfang, Kleopatra am Ende seiner Regierung. Philipps Vermählung mit Kleopatra hat zu schweren Zerwürfnissen im Königshaus geführt, denn Olympias hat die Nebenfrauen geduldet, nicht aber Kleopatra.
Die Verbindung Philipps mit Kleopatra hatte in Makedonien weitreichende Folgen: Olympias, die Gattin Philipps verließ aus Zorn über die neue Heirat Makedonien und begab sich in ihre Heimat, ihr Sohn Alexander fand Asyl bei den Illyrern.
Am schwerwiegendsten aber war die Beseitigung der Familie des Attalos auf Befehl Alexanders. Attalos war der Oheim der Kleopatra, die Philipp im Jahre 337 als Gattin in sein Haus geführt hatte. Er wurde durch einen Mann namens Hekataios ermordet. Aber die Sache war noch viel schlimmer: Alexander hat sich nicht gescheut, auch die Verwandten des Attalos in den Tod zu schicken. Während Kleopatra, die Witwe Philipps, von Olympias gezwungen wurde, Selbstmord zu begehen, wurde ihr Bruder Hippostratos auf Befehl Alexanders umgebracht. Kleopatra starb den Tod durch Erhängen, ihre Tochter von Philipp mit Namen Europa wurde im Schoß der Mutter ermordet.

Brambach Joachim: Seite 10
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"Kleopatra. Herrscherin und Geliebte."

Anlaß war die Heirat des damals 45-jährigen Königs mit einer blutjungen Dame namens Kleopatra, über die natürlich dessen Hauptfrau, die schöne und herrschsüchtige Olympias, ebensowenig erfreut war wie Alexander. Durch die äußerst taktlose Bemerkung Attalos‘, eines Verwandten der Braut, kam es dann zu einem Eklat.

Errington Malcolm: Seite 48
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"Geschichte Makedoniens."

Im Jahr 337 entstand ernster Streit zwischen Philipp und Olympias. Philipp, jetzt Mitte vierzig, heiratete die junge Makedonierin Kleopatra, und Olympias, inzwischen auch in die vierziger Jahre gekommen, fürchtete, in die Rolle der Nebenfrau gedrängt zu werden; sie floh zu ihrem Bruder.

Geyer, Fritz: Seite 24,27
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"Alexander der Große und die Diadochen."

Die letzten Jahre vor dem Tode des Vaters wurden durch einen häßlichen Streit zwischen Vater und Sohn getrübt. Wie schon oben erwähnt, wurde der durch Frauenschönheit nur zu leicht entflammte Philipp von Liebe zu einer edlen Makedonin ergriffen. Da er nicht anders in ihren Besitz gelangen konnte, entschloß er sich, die schöne Kleopatra in rechtmäßiger Ehe heimzuführen, unbeirrt durch die damit seiner Gemahlin zugefügte Schmach. Ja, da bei den Makedonen wie Griechen die Einehe allgemeiner Brauch war, lag eigentlich eine Verstoßung vor. Bei der Hochzeitsfeier kam es zu einem offfenen Streit zwischen Philipp und Alexander.
Ob auch der Oheim der Königin Kleopatra, Attalos, seine Hand im Spiele hatte, läßt sich schwer entscheiden. Er stand fern in Kleinasien, und zun wessen Gunsten sollte der den König beseitigen wollen, da das erste Kind aus der jungen Ehe, wenigstens nach den besten Quellen, ein Mädchen war?

Lauffer Siegfried: Seite 22,34,39
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"Alexander der Große."

Dieser bewahrte zeitlebens, auch in fernen Ländern, eine bemerkenswert starke Bindung an seine Mutter, der er Briefe schrieb und die er ibn manchen persönlichen Fragen als seine einzige Vertraute ansah [5 Herkunft der Olympias: Diod. 19,51, 1. Plut. Alex. 2,1. Just. 7,6,10,17, 3,14. Berve II 283ff. nr. 581. Samothrake: Plut. a.O., vgl. Curt. 8,1,26. Die Frage der Legitimität der sieben namentlich bekannten Frauen Philipps (Phila, Philinna, Audata, Olymppias, Meda, Nikesipolis, Kleopatra, nach Satyros FHG III 161 fr. 5 = Athen. 13, 557d) ist umstritten, vgl. dazu Beloch III² 2, 68ff. Berve 1 7f. E, Kornemann, Große Frauen des Altertums, Wiesbbaden 1947, 87. W.W. Tarn, Alexander der Große Darmstadt 1968, 542f. Schachermeyer 73f. ].
Doch ein unheilvoller Konflikt in der Königsfamilie veränderte die Lage. Philipp war nach seiner Rückkehr aus Griechenland eine neue Ehe mit der jungen Kleopatra, der Nichte des Attalos, eingegangen (337), ohne jedoch Olympias als rechtmäßige Gemahlin zu verstoßen. Alexander, der während der Abwesenheit Philipps selbständig und mit Erfolg die Illyrier bekämpft hatte, nahm an der Hochzeitsfeier teil. Dabei kam es durch eine herausfordernde Äußerung des Attalos zum offenen Streit. Mit Anspielung darauf, daß Kleopatra aus altem makedonischen Adel stammte, während Olympias eine Epeirotin, also eine Ausländerin war, brachte er den Wunsch zum Ausdruck, Philipp möge jetzt endliche einen echtbürtigen Nachkommen erhalten. Alexander, als Thronfolger Philipps in dadurch plötzlich in Frage gestellt, verließ nach einer wilden Schreckensszene, mit der das Bankett endete, den Hof  und flüchtete mit seiner Mutter Olympias nach Epeiros [22 Hochzeitsfeier Philipps mit Kleopatra: Satyros FHG III 161 fr. 5 = Athen. 13, 557d. Plut. Alex. 9,6-10.Iust. 9,5,9. 7,3-4. Berve II 213f. nr. 434. Die Stellung der Olympias nach der Eheschließung Philipps mit Kleopatra läßt sich ebenso wenig wie der Rang früherer Frauen Philipps (oben Seite 21) nicht eindeutig bestimmen. Alexanders Teilnahme an der Hochzeitsfeier wäre jedenfalls nicht verständlich, wenn Olympias ihre rechtmäßige Stellung eingebüßt hätte. Andererseits geht aus der für Alexander beleidigenden Äußerung des Attalos hervor, daß für ihn jetzt Kleopatra die rechtmäßige Gemahlin Philipps war. Möglicherweise ist mit einer Art legitimer Polygamie im stark patrairchalisch bestimmten  makedonischen Königsrecht zu rechnen. Der Bericht des Satyros a.O. über die Ehen Philipps, der "immer im Kriege heiratete" (Athen 13, 557b), zeigt, daß Philipp jeweils einne Frau aus dem betreffenden Land oder Volk nahm, um es politisch an sich zu binden. So hatte er Frauen aus Illyrien, Thessalien, Thrakien geheiratet und so auch die Epeirotin Olympias, die also - was wegen ihres Sohnes Alexander bisweilen übersehen wird - keine Sonderstellung einnahm [Persönlicher Einwurf: Man sollte jedoch dabei nicht übersehen, daß die Eheschließungen mit Ausländerinnen am Beginn von Philipps Regierungszeit lagen und zur Festigung seiner Herrschaft dienten. Seitdem waren fast 20 Jahre vergangen, ohne daß von weiteren ausländischen Gemahlinnen die Rede ist.]. Da nun Kleopatra gebürtige Makedonin war und zudem dem vornehmsten Adel entstammte (Berve II 213), ist die Erwartung des Attalos, Philipp möge endlich einen "echtbürtigen Nachfolger" (Plut. Alex. 9,7) bekommen, begreiflich.].
Philipp war jedoch bestrebt, vor Beginn seines Perserfeldzugs den Frieden im Hause wiederherzustellen. Um Olympias auszusöhnen, bot er daher ihrem Bruder, dem König Alexander von Epeiros, die Hand seiner Tochter Kleopatra an, der Schwester des Prinzen Alexander. Der Vorschlag wurde angenommen und die Vermählung inn Makedonien vorbereitet. Da um dieselbe Zeit Philipps junge Gattin Kleopatra nicht einen Sohn, sondern eine Tochter gebar, war auch von dieser Seite zunächst keine Wiederaufnahme oder Verschärfung dfes Konflikts zu befürchten[24 Vermählung Alexanders von Epeiros mit Alexanders Schwester: Diod. 16,91, 4. Iust. 9, 6, 1. Tochter Philipps von der Kleopatra: Satyros FHG III 161 fr. 5 = Athen. 13, 5573. Diod. 17,2,3. Berve II 160 nr. 326. Sie erhielt von Philipp den Namen Europa (Satyros a.O.). Über ihr spätere Schicksal vgl. unten Seite  39.].
Doch der gefährlichste Widersacher Alexanders war wohl Attalos, der Oheim der Kleopatra, der letzten Gemahlin Philipps. Er hatte Alexander seinerzeit durch seine beleidigende Äußerung zur Thronfolgerfrage herausgefordert und war darauf von Philipp mit den ersten Truppen nach Kleinasien vorausgeschickt worden. Seine Beliebtheit beim Heer ließ ein förmliches Gerichtsverfahren nicht ratsam erscheinen. Doch Alexander blieb mißtrauisch und darauf bedacht, Attalos aus dem Wege zu räumen. Er schickte einen  Meuchelmörder nach Kleinasien und ließ ihn ohne weiteres umbringen, ebenso seine Verwandten. Eine Anzahl vornehmer Makedonen entzog sich der Verfoolgung  durch Emigration nach Persien.
Nicht einmal Philipps Witwe und ihr Kind Europa überlebten diese Schreckenszeit. Sie fielen der Rache der Olympias zum Opfer, die in Abwesenheit Alexanders zuerst das Kind "auf dem Schoß  der Mutter" ermorden ließ, dann Kleopatra zum Selbstmord zwang. Olympias ahnte dabei nicht, daß  ihr und ihrer Familie später das gleiche erbarmungslos Schicksal bereitet werden sollte [3 Kleopatra und Europa: Iust. 9,7,12. Paus. 8,7,7. Plut. Alex. 10,5 (= Alexander zeigte Unwillen darüber"), vgl. oben Seite 3.].
 
 
 
 

 337 v.u.Z.
  oo 7. Philipp II. König von Makedonien
           382 v.u.Z. Sommer 336 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Europa
  336 v.u.Z. 336 v.u.Z.

  Sohn ???
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 12,112,115,126,209,256 - Brambach Joachim: Kleopatra. Herrscherin und Geliebte. Eugen Diederichs Verlag München 1995 Seite 10 - Droysen Johann Gustav: Geschichte Alexanders des Großen. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion Kettwig 1990 Seite 127 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 67,70,78/ Band III Seite 478  - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 48 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990  Seite 52,66,69 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 24,27 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 42 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 22,34,39 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236 -