Sohn des Dropidas
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 219
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Kleitos „Der Schwarze“
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Er wurde 380 v. Chr. als Dropidas Sohn geboren. Kleitos war Reiterkommandant unter Alexander dem Großen. 334 rettete er in der Schlacht am Granikoa Alexander vor dem sicheren Tod. Er war allerdings nicht mit Alexanders Ostpolitik einverstanden, und bei eienm Festmahl 327 v.u.Z. tötete Alexander ihn im Rausch.
Literatur:
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Berve; Alexander 2, 427.
Gefährte Alexanders des Großen, Kleitos ‚der Schwarze‘ genannt
Er rettete Alexander in
der Schlacht am Granikos 334 v. Chr. das Leben, wurde aber 328 v. Chr.
von diesem bei einem Gelage im Streit niedergestochen. Kleitos
war nach 330 (Sturz des Philotas) Führer der einen Hälfte
der Hetairenreiterei.
Kleitos rettete Alexander in der Schlacht am Granikos 334 v.u.Z. das Leben, indem er den Schlag des Spithridates, Satrap von Lydien, der von hinten mit dem Krummschwert gegen Alexander ausholte, parierte. Im Jahre 328 v.u.Z. belohnte Alexander seine treuen Dienste mit der Ernennung zum Satrapen von Baktrien. Auf einem Bankett zu Ehren des Herrschers in Samarkand wurde ihm jedoch ein mißverstandenes Wort wegen der orientalischen Sitten zum Verhängnis. Alexander ergriff die Waffe eines Wachsoldaten und durchbohrte seinen Retter. Kleitos Schwester Lanike war die Amme Alexanders.
Fox Robin Lane: Seite 107,199,200,201,203,212,213,214
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"Die Suche nach Alexander."
Als sich Alexander in
der Schlacht am Granikos zwischen zwei persische Adelige warf, wurde er
von einem Krummsäbel, den er nicht sehen konnte, fast in zwei Hälften
gespalten. Doch die schnelle Reaktion des Veteranen Kleitos rettete
sein Leben. Sechs Jahre später sollte diese Rettung für die Ironie
der Geschichte stehen.
Zu allem hatte auch Kleitos mit seinen bewährten
6.000 bewährten makedonischen Infanteristen nach der Begleitung des
Schatzes aus Persepolis noch nicht das Lager erreicht. Der Name des Kleitos
taucht
im ganzen Prozeß um Philotas nie auf. Nach Curtius
sollen seine Truppen erst nach der Hinrichtung des Philotas das
Lager erreicht haben.
Da der Posten des Philotas neu besetzt werden
mußte, teilte Alexander den Befehl
über die Kavallerie der Gefährten. Den einen Teil übergab
er Hephaistion, der zwar zuverlässig, aber sich noch nicht
als Reiterführer ausgewiesen hatte. Den anderen Teil erhielt kein
anderer als Kleitos. Doch auch der hatte bisher nur Infanteristen geführt.
Man könnte in dieser Ernennung ein Zugeständnis sehen. Kleitos
wurde befördert, bevor er unangenehme Fragen stellen konnte, und er
konnte ein solches Angebot kaum ablehnen. Wenn Kleitos auch diesen
hohen Gunstbeweis akzeptierte, wären die ganze Aufregung für
seine Veteranen gerechtfertigt und die Gefahr beseitigt. Niemand hätte
sich damals vorstellen können, dass es zwei Jahre später erneut
Unruhen geben würde, die für Kleitos selbst das Ende bedeuten
sollten.
Unter all den spöttischen Bemerkungen widersprach
eine Stimme. Der Hipparch Kleitos schaltete sich ein. Er könnte
viel vorgebracht haben: Alexanders
überhebliche Reden, die Fehler gegenüber Spitames, die
größere Klugheit der Veteranen Philipps,
das ganze Drumherum um Bagoas, die Diademe und die persischen Freunde.
Kleitos
war ein alter Weggefährte. Seine Schwester Lanike war Alexanders
Amme
gewesen, und am Granikos hatte er Alexanders
Leben
gerettet. Aber seine Rolle sollte sich ändern. Nach der Verschwörung
des Philotas war Kleitos zu einem der beiden Kommandeure
der Kavallerie der Gefährten ernannt worden. Während der
Vergeltungsaktionen in Sogdiane waren die Gefährten in sechs oder
mehr neue Abteilungen untergliedert worden, denen jeweils ein eigener Hipparch
vorstand. Die neuen Hipparchen übernahmen ehemalige Aufgaben des Kleitos.
Ihre Ernennung dürfte wahrscheinlich im Frühjahr durch Sogdiane
geführt werden konnten. Zur gleichen Zeit hatte Hephaistion
vermutlich einen höheren Titel erhalten, und Kleitos war sicherlich
die Satrapie Baktrien und eine Armee von 16.000 griechischen Söldnern
übertragen worden. Als
Satrap von Baktra war Kleitos praktisch
kaltgestellt. Falls er wie viele Veteranen die Orientalen verachtete, war
seine Aufgabe im Osten noch erniedrigender. Kleitos nahm Zuflucht
zum Wein und beleidigte Alexander.
Sein Opfer griff nach einer Schale mit Äpfeln und bewarf ihn mit Früchten.
Schwer betrunken suchte Alexander dann
nach seinem Schwert, das ein Leibwächter aus seiner Reichweite entfernt
haben soll. So brüllte Alexander
in makedonischem Dialekt nach seinen Schildträgern, was ein "besonderes
Warnzeichen war". Als sein Trompeter sich weigerte, Alarm zu blasen, schlug
er dem Mann die Faust ins Gesicht. Kleitos, sagten einige, habe
den Raum verlassen und sei auf eigenes Risiko wieder zurückgekehrt.
Diese Geschichte sollte Alexander entschuldigen.
Er lief zurück, das sollte bedeuten, er habe seinen eigenen Tod selbst
verschuldet. Es ist wahrscheinlicher, dass Kleitos den Raum nie
verlassen hat. In jedem Fall ergriff Alexander
einen Speer und durchbohrte Kleitos auf der Stelle.
Die Hofgeschichtsschreiber sollten bald Entschuldigungen
finden. So machte man die Hartnäckigkeit des Kleitos genauso
verantwortlich wie den "Fluch des Gottes Dionysos". Alexander
hatte ein Jahr lang in einem feindlichen Klima weit entfernt von der Heimat
Rebellen gejagt. Die Moral wurde dadurch aufrechterhalten, dass man die
Fehler anderer lächerlich machte, wodurch die Satire die homerische
Wertschätzung seines eigenen Ruhmes schützt, mit dem der Rivale
des Achilleus seine Männer am besten anspornen konnte. Kleitos
war in Seistan nur durch die Gunst des Augenblicks so hoch gestiegen, die
er jetzt nicht auf seiner Seite hatte. Bevor er ging, sprach er die Gedanken
eines alten Mannes aus. Wie ein Blitzstrahl schnitten diese Worte in Alexanders
Herz.
Sie zeigten den schmerzlichsten aller Gräben, die Kluft zwischen den
Jungen, Ungeduldigen und Erfolgreichen und den Alten, die zu wissen vorgeben,
wie etwas zu tun ist, ohne es je selbst getan zu haben.
Die Tötung des Kleitos war glatter Mord.
Die Scham Alexanders war unerträglich,
da ihn die Trunkenheit zu einem bestürzenden Zornesausbruch getrieben
hatte. Dieser sprach seiner offensichtlichsten Tugend Hohn, dem plötzlichen
Gefühlsausbruch der Großzügigkeit, dem unablässigen
Hintenanstellen seiner eigenen Interessen hinter die der Männer, die
er im Felde führte. Auch unter den Helden Homers war ein solcher Streit
nur allzu üblich gewesen, wenn sich der Zorn in ihrem Herzen "wie
Rauch erhob". Der Wein hatte in Sogdiane alles noch schlimmer gemacht.
Ohne jede Heuchelei zog sich Alexander
danach in sein Bett zurück und weigerte sich zu essen. Wie der Achilleus
Homers nach dem Tod des Patrokles lag er dort und machte sich selbst Vorwürfe.
Offiziere und Mannschaften der Armee machten sich darüber nicht die
leisesten Gedanken: Sie waren zur Überzeugung gekommen, dass Kleitos
den Tod verdient hatte.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger
Alexanders des Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
München 1987 Seite 25,34,37,189 - Bengtson Hermann: Philipp
und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt.
Eugen Diederichs Verlag München 1997 Seite 141,168,170,196,198,229,236,243,247,264
- Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag
1998 Band I Seite 112,126,216,237,260,270,276,299,311 - FISCHER
WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt
im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite
30,40,44,48,51 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg
Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 107,199,200, 201,203,212,213,214
- Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag
von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 37,65,108 - Kreißig
Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 55,80
- Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch
Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 24,46,62,96,110,130,137,139,177,204,
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