Kleitos der Schwarze                      Makedonischer Reiterführer
--------------------------
um 380 v.u.Z. 328 v.u.Z. ermordet
                          Samarkand
 

Sohn des Dropidas
 

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 219
*****************************
Kleitos „Der Schwarze“
-----------------------------

Er wurde 380 v. Chr. als Dropidas Sohn geboren. Kleitos war Reiterkommandant unter Alexander dem Großen. 334 rettete er in der Schlacht am Granikoa Alexander vor dem sicheren Tod. Er war allerdings nicht mit Alexanders Ostpolitik einverstanden, und bei eienm Festmahl 327 v.u.Z. tötete Alexander ihn im Rausch.

Literatur:
-----------
Berve; Alexander 2, 427.



Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 460
*******************
Keitos (lat. Clitus)
----------------------

Gefährte Alexanders des Großen, Kleitos ‚der Schwarze‘ genannt

Er rettete Alexander in der Schlacht am Granikos 334 v. Chr. das Leben, wurde aber 328 v. Chr. von diesem bei einem Gelage im Streit niedergestochen. Kleitos war nach 330 (Sturz des Philotas) Führer der einen Hälfte der Hetairenreiterei.



Feldherr und Freund von Alexander dem Großen

Kleitos rettete Alexander in der Schlacht am Granikos 334 v.u.Z. das Leben, indem er den Schlag des Spithridates, Satrap von Lydien, der von hinten mit dem Krummschwert gegen Alexander ausholte, parierte. Im Jahre 328 v.u.Z. belohnte Alexander seine treuen Dienste mit der Ernennung zum Satrapen von Baktrien. Auf einem Bankett zu Ehren des Herrschers in Samarkand wurde ihm jedoch ein mißverstandenes Wort wegen der orientalischen Sitten zum Verhängnis. Alexander ergriff die Waffe eines Wachsoldaten und durchbohrte seinen Retter. Kleitos Schwester Lanike war die Amme Alexanders.

Fox Robin Lane: Seite 107,199,200,201,203,212,213,214
**************
"Die Suche nach Alexander."

Als sich Alexander in der Schlacht am Granikos zwischen zwei persische Adelige warf, wurde er von einem Krummsäbel, den er nicht sehen konnte, fast in zwei Hälften gespalten. Doch die schnelle Reaktion des Veteranen Kleitos rettete sein Leben. Sechs Jahre später sollte diese Rettung für die Ironie der Geschichte stehen.
Zu allem hatte auch Kleitos mit seinen bewährten 6.000 bewährten makedonischen Infanteristen nach der Begleitung des Schatzes aus Persepolis noch nicht das Lager erreicht. Der Name des Kleitos taucht im ganzen Prozeß um Philotas nie auf. Nach Curtius sollen seine Truppen erst nach der Hinrichtung des Philotas das Lager erreicht haben.
Da der Posten des Philotas neu besetzt werden mußte, teilte Alexander den Befehl über die Kavallerie der Gefährten. Den einen Teil übergab er Hephaistion, der zwar zuverlässig, aber sich noch nicht als Reiterführer ausgewiesen hatte. Den anderen Teil erhielt kein anderer als Kleitos. Doch auch der hatte bisher nur Infanteristen geführt. Man könnte in dieser Ernennung ein Zugeständnis sehen. Kleitos wurde befördert, bevor er unangenehme Fragen stellen konnte, und er konnte ein solches Angebot kaum ablehnen. Wenn Kleitos auch diesen hohen Gunstbeweis akzeptierte, wären die ganze Aufregung für seine Veteranen gerechtfertigt und die Gefahr beseitigt. Niemand hätte sich damals vorstellen können, dass es zwei Jahre später erneut Unruhen geben würde, die für Kleitos selbst das Ende bedeuten sollten.
Unter all den spöttischen Bemerkungen widersprach eine Stimme. Der Hipparch Kleitos schaltete sich ein. Er könnte viel vorgebracht haben: Alexanders überhebliche Reden, die Fehler gegenüber Spitames, die größere Klugheit der Veteranen Philipps, das ganze Drumherum um Bagoas, die Diademe und die persischen Freunde. Kleitos war ein alter Weggefährte. Seine Schwester Lanike war Alexanders Amme gewesen, und am Granikos hatte er Alexanders Leben gerettet. Aber seine Rolle sollte sich ändern. Nach der Verschwörung des Philotas war Kleitos zu einem der beiden Kommandeure der Kavallerie der Gefährten ernannt worden. Während der Vergeltungsaktionen in Sogdiane waren die Gefährten in sechs oder mehr neue Abteilungen untergliedert worden, denen jeweils ein eigener Hipparch vorstand. Die neuen Hipparchen übernahmen ehemalige Aufgaben des Kleitos. Ihre Ernennung dürfte wahrscheinlich im Frühjahr durch Sogdiane geführt werden konnten. Zur gleichen Zeit hatte Hephaistion vermutlich einen höheren Titel erhalten, und Kleitos war sicherlich die Satrapie Baktrien und eine Armee von 16.000 griechischen Söldnern übertragen worden. Als Satrap von Baktra war Kleitos praktisch kaltgestellt. Falls er wie viele Veteranen die Orientalen verachtete, war seine Aufgabe im Osten noch erniedrigender. Kleitos nahm Zuflucht zum Wein und beleidigte Alexander. Sein Opfer griff nach einer Schale mit Äpfeln und bewarf ihn mit Früchten. Schwer betrunken suchte Alexander dann nach seinem Schwert, das ein Leibwächter aus seiner Reichweite entfernt haben soll. So brüllte Alexander in makedonischem Dialekt nach seinen Schildträgern, was ein "besonderes Warnzeichen war". Als sein Trompeter sich weigerte, Alarm zu blasen, schlug er dem Mann die Faust ins Gesicht. Kleitos, sagten einige, habe den Raum verlassen und sei auf eigenes Risiko wieder zurückgekehrt. Diese Geschichte sollte Alexander entschuldigen. Er lief zurück, das sollte bedeuten, er habe seinen eigenen Tod selbst verschuldet. Es ist wahrscheinlicher, dass Kleitos den Raum nie verlassen hat. In jedem Fall ergriff Alexander einen Speer und durchbohrte Kleitos auf der Stelle.
Die Hofgeschichtsschreiber sollten bald Entschuldigungen finden. So machte man die Hartnäckigkeit des Kleitos genauso verantwortlich wie den "Fluch des Gottes Dionysos". Alexander hatte ein Jahr lang in einem feindlichen Klima weit entfernt von der Heimat Rebellen gejagt. Die Moral wurde dadurch aufrechterhalten, dass man die Fehler anderer lächerlich machte, wodurch die Satire die homerische Wertschätzung seines eigenen Ruhmes schützt, mit dem der Rivale des Achilleus seine Männer am besten anspornen konnte. Kleitos war in Seistan nur durch die Gunst des Augenblicks so hoch gestiegen, die er jetzt nicht auf seiner Seite hatte. Bevor er ging, sprach er die Gedanken eines alten Mannes aus. Wie ein Blitzstrahl schnitten diese Worte in Alexanders Herz. Sie zeigten den schmerzlichsten aller Gräben, die Kluft zwischen den Jungen, Ungeduldigen und Erfolgreichen und den Alten, die zu wissen vorgeben, wie etwas zu tun ist, ohne es je selbst getan zu haben.
Die Tötung des Kleitos war glatter Mord. Die Scham Alexanders war unerträglich, da ihn die Trunkenheit zu einem bestürzenden Zornesausbruch getrieben hatte. Dieser sprach seiner offensichtlichsten Tugend Hohn, dem plötzlichen Gefühlsausbruch der Großzügigkeit, dem unablässigen Hintenanstellen seiner eigenen Interessen hinter die der Männer, die er im Felde führte. Auch unter den Helden Homers war ein solcher Streit nur allzu üblich gewesen, wenn sich der Zorn in ihrem Herzen "wie Rauch erhob". Der Wein hatte in Sogdiane alles noch schlimmer gemacht. Ohne jede Heuchelei zog sich Alexander danach in sein Bett zurück und weigerte sich zu essen. Wie der Achilleus Homers nach dem Tod des Patrokles lag er dort und machte sich selbst Vorwürfe. Offiziere und Mannschaften der Armee machten sich darüber nicht die leisesten Gedanken: Sie waren zur Überzeugung gekommen, dass Kleitos den Tod verdient hatte.
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 25,34,37,189 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 141,168,170,196,198,229,236,243,247,264 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 112,126,216,237,260,270,276,299,311 - FISCHER WELTGESCHICHTE. Band 6 Der Hellenismus und der Aufstieg Roms. Die Mittelmeerwelt im Altertum II. Fischer Bücherei KG, Frankfurt am Main 1965 Seite 30,40,44,48,51 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 107,199,200, 201,203,212,213,214 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 37,65,108 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 55,80 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 24,46,62,96,110,130,137,139,177,204, 208 -