Hephaistion                                    Makedonischer Feldherr
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um 360 v.u.Z. 324 v.u.Z.
Pella                 Ekbatana
 

Sohn des Amyntor
 

Lexikon Alte Kulturen: Band II Seite 233
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Hephaistion, makedonischer General und Juugendfreund Alexanders des Großen
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   † Herbst 324 v. Chr.
      Ekbatana (heute Hamadan)

Hephaistion führte bei Gaugamela die dritte Leibgarde. Zu den höchsten Kommandostellen im Heer befördert, bewährte er sich im Indienfeldzug Alexanders des Großen und erhielt die neu geschaffene Chiliarchis (Vezirat) übertragen, so dass er auch die erste Stelle der Zivilverwaltung innehatte. Hephaistion wurde durch seine Ehe mit einer Tochter Dareios' III. Alexanders Schwager (324). Nach seinem Tod wurde er durch das Ammonorakel zum Heros erklärt.



Feldherr und Jugendfreund Alexanders des Großen

Hephaistion begleitete ihn als Kommandeur der Leibgarde nach Anatolien und zeichnete sich 333 v.u.Z. in der Schlacht bei Issos aus. Nach dem Sieg bei Gaugamela war er seit 328 v.u.Z. Befehlshaber der Hetairenreiterei und gleichzeitig nächster Ratgeber des Königs. Er war an Alexanders Indienzug beteiligt, erkrankte unterwegs und starb auf dem Rückmarsch in Ekbatana. Alexander war über seinen Tod tief erschüttert. Er ließ den Leichnam seines Feldherrn nach Babylon bringen und mit großer Pracht begraben. Nach seinem Tode wurde er vom Orakel des Jupiters (Zeus) Ammon zum Heros erklärt.

Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 184
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Hephaistion
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Makedonischer Adeliger und bester Freund Alexanders des Großen. Hephaistion nahm am persischen Feldzug teil und wurde 330 v.u.Z., nach der Hinrichtung des Philotas, zu einem der beiden Kommandanten der Reiterei ernannt. Er stieg militärisch auf, bis er 324 v.u.Z. Chiliarch wurde und seine Macht im ganzen Reich der eines persischen Wesirs glich. Hephaistion heiratete die Tochter Dareios' III. Er unterstützte Alexander bei all dessen Plänen, was ihn wichtiger machte als seine schwachen militärischen Fähigkeiten. Als Hephaistion 324 v.u.Z. starb, war dies ein schwerer Schlag für Alexander, der allgemeine Trauer anordnete und sich den Scheiterhaufen 10.000 Talente kosten ließ.



Bengtson Hermann: Seite 194
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Gewissermaßen das Gegenbild zu Parmenion ist der junge Hephaistion. Er war ungefähr gleichaltrig mit Alexander, und mit dem jungen Prinzen wird er wohl auch die Erziehung durch Aristoteles geteilt haben. Die beiden jungen Menschen waren unzertrennlich, und es ist sogar vorgekommen, dass er mit dem König verwechselt worden ist, da er ihm in Gestalt und Haltung ähnlich war. Hephaistion war ein tapferer Offizier, zunächst als Führer der Leibhypaspisten. Später war er der Kommandant der 1. Hipparchie der Hetairenreiterei. Das Ende des Philotas, dessen Position er übernehmen durfte, hat ihn nach oben geführt, er erscheint von nun an als der bedeutendste Helfer des Königs neben Krateros. Auch am Sturz des Kallisthenes wegen der Verweigerung der Proskynese war Hephaistion aktiv beteiligt. Um Alexander gefällig zu sein, ließ er alle Rücksichten gegenüber Kallisthenes, seinem ehemaligen Freund, fallen. Er war dem Charme des Königs völlig verfallen, und die Maßstäbe seines Herrn waren auch die seinen. Dies erklärt seine Schwäche gegenüber dem König, ohne sie zu entschuldigen. Als militärischer Führer zeigte er eine hohe Begabung, und dies vor allem auf dem Indienzug. Hier hat er ganz im Sinn Alexanders gewirkt, und zwar nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch in der Organisation des Landes. Dies war vielleicht der Höhepunkt in seinem kurzen Leben, und er wird die höchste Befriedigung über das reichlich gespendete Lob Alexanders empfunden haben. In Würdigung seiner Verdienste hat ihn Alexander zum Chiliarchen ernannt. Damit trat er an die Stelle des persischen Großwesirs, er war der erste Mann nach dem König. Wie hoch er in der Gunst des Königs gestiegen war, zeigt die Tatsache, dass ihn Alexander auf der Massenhochzeit in Susa mit Drypetis, einer Tochter des Darius III., verheiratete. Damit wurde Hephaistion zum Schwager des Königs, er war von nun an Mitglied der königlichen Familie. Alle anderen Freunde des Königs hatte er weit überflügelt, und es war kein Wunder, wenn ihm dies zu Kopf gestiegen ist. In der Überlieferung finden sich Angaben über Streitigkeiten zwischen Hephaistion einerseits, Eumenes und Krateros andererseits. Die Perser waren dem Hephaistion gleichgültig; weil aber Alexander sie favorisierte, zeigte sich auch Hephaistion ausgesprochen perserfreundlich, eine Haltung, die ihn bei vielen Makedonen diskreditieren mußte. Aber dies wird ihn wenig angefochten haben, man mußte ihn respektieren, ob man ihn liebte oder nicht. Das Ende kam schneller als gedacht. Hephaistion erkrankte im Oktober 324 in Ekbatana, er verschlimmerte seinen Zustand durch Unmäßigkeit im Essen und vor allem im Trinken, der Tod kam am 7. Tag seiner Krankheit, der König traf ihn nicht mehr lebend an. Mit Hephaistion war der engste Freund Alexandersaus dem Leben geschieden, niemand war da, der seinen Platz im Herzen Alexanders hätte einnehmen können. Die Trauer Alexanders war grenzenlos, und die Ehrungen, die er für den Toten anordnete, überstiegen alles Menschenmaß.
Es wäre verfehlt, in Hephaistion nur einen Schmeichler und Ohrenbläser Alexanders zu sehen. Aber durch sein Verhalten hat er sich wenig Freunde erworben, und, wie es scheint, hat er darauf auch nur wenig Wert gelegt, wenn ihm nur die Gunst und das Wohlwollen des Königs erhalten blieben. Und dieser hat ihm die Treue gehalten, auch über sein frühes Grab hinaus. Hephaistion erscheint als der übersteigerte Typus des makedonischen Adligen, der den König in allen Dingen zu willen war, im ganzen eine wenig erfreuliche Erscheinung unter den Freunden und Gefolgsleuten Alexanders, und dies trotz seiner unverkennbaren Begabung.

Fox Robin Lane: Seite 51,213,270,282,283
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"Die Suche nach Alexander."

Unter den Pagen gibt es einen, dessen Namen größere Bedeutung bekommen hat, nämlich Hephaistion, den spätere Gerüchte als den Geliebten Alexandersbezeichneten. Kein zeitgenössischer Autor stellte diese Behauptung auf, aber die Ereignisse zeigen, dass die Freundschaft der beiden Männer außergewöhnlich eng und tief war. Zeitgenossen verglichen Hephaistions Beziehung zu Alexander mit der des Patrokles zu Achilleus, dem homerischen Freundespaar, deren Beziehung nach der Vorstellung von Alexanders Zeit ein sexuelles Moment gehabt hatte. Später achtete Alexander darauf, dass Hephaistions Kinder seine Neffen wurden, eine besondere Ehrenbezeigung. Als Hephaistion frühzeitig starb, war Alexanders Schmerz grenzenlos.
Perdikkas, Krateros und Hepaistion waren die Vertrauten Alexanders, die zählten.
Bei der Massenhochzeit in Susa heiratete Hephaistion eine persische Prinzessin. Alexander wollte, dass die Kinder Hephaistions seine Neffen und Nichten sein würden, was ein seltener Hinweis auf die enge Bindung zwischen den beiden Männern ist.
Während der Spiele hatte Hephaistion nicht an den üblichen Trinkgelagen teilgenommen, weil er Fieber bekommen hatte. Als die Ärzte ihm eine Diät verordneten, hielt er sich nicht daran, sondern trank Wein und aß Hühnerfleisch. Innerhalb einer Woche stieg sein Fieber, während die Spiele wie üblich weitergingen. Aber am achten Tag, als die Läufe der Knaben stattfanden, erreichte Alexander die Nachricht, dass Hephaistion einen schweren Rückschlag erlitten habe. Obwohl Alexander sofort an sein Krankenbett eilte, kam er zu spät. Hephaistion war gestorben, ohne ihn noch einmal zu sehen. Dieser Verlust ließ Alexander so verzweifeln, wie es seit dem Mord an Kleitos nicht mehr der Fall gewesen war. Die umfangreichen Pläne für die Begräbnisfeierlichkeiten sind ein deutlicher Beweis dafür, dass Hephaistion für Alexander mehr bedeutete als irgend jemand anderes in seinem Leben. Der Verlust muß ihm seine Lebensfreude genommen haben. Er riß auch den Mann aus seinem Leben, mit dem er seine Vorstellung von der Rivalität mit Achilleus öffentlich geteilt hatte. Am Ende des Winters war Alexander zu Rhoxane zurückgekehrt und hatte seinen Sohn gezeugt. Während eine Vielzahl neuer Pläne entstand, wurden alle vom Begräbnis des Hephaistion bestattet.
 
 
 
 

  oo Drypetis, Tochter des Königs Dareios III.
       um 345 v.u.Z. 323 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Bamm Peter: Alexander der Große. Ein königliches Leben. Droemersche Verlagsanstalt AG Zürich 1968 Seite 20,21,50,68,165,249,271,276,292 - Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 176 - Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 9,139,152,172,182,186,190,194,203,212,222,236,264 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 66-460/Band II Seite 4,22 - Fox Robin Lane: Die Suche nach Alexander. Georg Westermann Verlag GmbH Braunschweig 1990 Seite 51,213,270,282,283 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 47,68,72,76,80,81,85,96,110,114,116 - Herm Gerhard: Die Welt der Diadochen. Alexanders Erben kämpfen um die Herrschaft. C. Bertelmann Verlages GmbH, München 1978 Seite 22,32,39 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 48,51,393 - Kreißig Heinz: Geschichte des Hellenismus. Akademie-Verlag Berlin 1982 Seite 70,78 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 78,85,129,132,136,139,142,145,150,154, 165,166,167,172,177,180,183,191,193,199,204 -