Attalos                                             Makedonischer Feldherr
----------
um 370/65 v.u.Z. wohl 317 v.u.Z. ermordet
Tymphaia
 

Sohn des Andromenes
 

Thiele, Andreas: Tafel 237
**************
"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ATALANTE
-----------------
    † 321 v.u.Z. ermordet

  oo ATTALOS
             † wohl 317 v.u.Z.

Sohn des Andromenes

Attalos war ein makedonischer Edelmann aus Tymphaia. Er wurde 323 v.u.Z. durch seinen mächtigen Schwager Perdikkas 1. Flottenadmiral, besetzte Tyros und sammelte 321 v.u.Z. nach dessen Ermordung alle Anhänger seines Schwagers. Er scheiterte beim Versuch, Rhodos zu erobern und wurde mit seinem Schwager Alketas 319 v.u.Z. bei Kretopolis in Pisidien besiegt und inhaftiert. Er wurde wohl 317 v.u.Z. bei einem Fluchtversuch ermordet.



Er war Statthalter von Medien. Attalos führte 321 v.u.Z. die Flotte seines Schwager Perdikkas nach Ägypten und wurde nach dessen Ermordung gefangengenommen und erdrosselt.

Bengtson Hermann: Seite 17,31
****************
"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Die makedonische Pezhetairen wagten nach dem Tode Alexanders des Großen einen offenen Aufstand; sie wandten sich gegen die Hetairenreiterei und zwangen sie mit Gewalt, die Stadt Babylon zu verlassen. Angeblich soll es auch einen Mordanschlag auf Perdikkas gegeben haben; sein Urheber sei ein Mann namens Attalos gewesen, doch überstand Perdikkas mit Geistesgegenwart die prekäre Situation.
Mit Perdikkas gingen einige seiner engeren Freunde zugrunde, und mit ihnen seine Schwester Atalante, die Gattin des Generals Attalos. Dieser hatte das Kommando über die Flotte bei ihrem Einsatz in Ägypten geführt.

Droysen Johann Gustav: Band I Seite 274,298,377/Band II Seite 77,91,93,104,116,167
********************
"Geschichte des Hellenismus."

Die Söhne des Tymphaiers Andromenes waren dem Philotas sehr befreundet gewesen, und Polemon, der jüngste der Brüder, der in einer Ile der Ritterschaft stand, hatte sich, sobald er von der Gefangennahme seines Hipparchen Philotas gehört, in blinder Angst auf die Flucht begeben; seine und seiner Brüder Teilnahme an der Verschwörung erschien um so glaublicher. Amyntas, Simmias, Attalos, alle drei Strategen der Phalangiten, wurden vorgeführt, namentlich gegen Amyntas mehrfache Beschuldigungen geltend gemacht. Dieser verteidigte sich und seine Brüder dergestalt, dass die Makedonen ihn aller Schuld freisprachen.
Der König teilte 328 sein Heer so, dass Meleagros, Polyperchon, Attalos, Gorgias mit ihren Phalangen in Baktrien zurückblieben, das Land in Obhut zu halten, während das übrige Heer in das sogdische Land einrückte.
Ungefähr der dritte Teil des Fußvolkes stand unter Krateros zum Marsch nach Arachosien hinauf bereit; er hatte die Phalangen des Attalos, Antigenes, Meleagros, einen Teil der Bogenschützen, sämtliche Elefanten, dazu die Hetairen zu Fuß und zu Roß, die, zum Dienst nicht mehr tauglich, in die Heimat ziehen sollten.
Perdikkas hatte die Übermacht altgedienter Truppen, die Elefanten Alexanders; die Flotte unter seines Schwagers Attalos Führung war den Nilmündungen nahe.
Wieder wurde das Heer zur Versammlung berufen, über Eumenes und die anderen abwesenden Strategen des Perdikkas zu richten; sie wurden, 15 an der Zahl, zum Tode verdammt, unter ihnen der Bruder des Reichsverwesers, Alketas; seine Schwester Atalante, des Admirals Attalos Gemahlin, die sich im Lager befand, wurde sofort hingerichtet.
Unter den Perdikkanern war vor allem Attalos, dessen Gemahlin Atalante, des Perdikkas Schwester, gleich nach der Niederlage des Bruders in dessen Lager hingerichtet worden war. Auf diese Nachricht war Attalos, der mit der Flotte vor Pelusion lag, schleunigst in See gegangen; er landete in Tyros, der Makedone Archelaos, der Phurarch dort, übergab ihm die Stadt und den Schatz von 800 Talenten, den Perdikkas selbst niedergelegt hatte. Was sich von den Anhängern des Perdikkas aus dem Lager in Ägypten geflüchtet und nach allen Richtungen hin zerstreut hatte, sammelte sich um ihn, bald belief sich seine Streitmacht auf 10.000 Mann Fußvolk und 800 Reiter. Mit diesen wandte er sich nach den südlichen Landschaften Kleinasiens. Jetzt da Einigkeit am notwendigsten gewesen wäre, zeigte sich weder Attalos noch Alketas geneigt, sich dem Kardianer Eumenes, gegen den sie schon zu Perdikkas‘ Lebzeiten ihre Eifersucht nicht verhehlt hatten, zu fügen. Attalos wandte sich mit seiner Flotte nach dem karischen Lande, sich der Küste von Knidos bis Kaunos und womöglich der Insel Rhodos zu bemächtigen. Aber die Rhodier ließen eine Flotte unter Befehl des Demaratos in See gehen; in einer Seeschlacht wurde Attalos geschlagen, seine Schiffe, sein Heer zerstreute sich, er ging mit den Resten seiner Macht landeinwärts. Dies mochte im Herbst 321 sein.
Im Jahre 321 weigerten sich Attalos und Alketas erneut, unter dem Befehl des Eumenes zu kämpfen.
Antigonos hatte, als er noch in Kappadikien in den Winterquartieren stand, Nachrichten von den Bewegungen des Alketas und Attalos erhalten, welche ihn bewogen, schnell aufzubrechen. Beim ersten Angriff wankten die Phalangen des Alketas; umsonst versuchte Attalos, Polemon, Dokimos das Gefecht zu halten; bald war die Flucht allgemein, sie selbst und viele Hauptleute wurden gefangen.
Andere Gesandtschaften gingen nach Asien an die Satrapen und Strategen: Antipatros sei tot, und nicht Kassandros, sondern Polyperchon zum Reichsverweser ernannt, der mit Polemon und Attalos verwandt sei, und man könne voraussehen, dass die kaum bewältigte perdikkanische Partei noch einmal ihr Haupt erheben werde.
Fast wäre ihm jetzt von Kleinasien aus eine gefährliche Diversion gemacht worden; die im Jahre 320 überwältigten Perdikkaner Attalos, Polemon, Dokimos, Philotas, Antipatros und wenige andere, welche in einem Felsenschlosse Phrygiens in Verhaft gehalten wurden, hatten Gelegenheit gefunden, sich ihrer Bande zu befreien, sich des Schlosses zu bemächtigen, Truppen an sich zu ziehen; sie dachten schon daran, sich hinauszumachen, ihre alten Anhänger unter die Waffen zu rufen, sich nach Susiana durchzuschlagen; zu schnell wurden sie von den Besatzungen der nächsten Umgebung umzingelt; es gelang Dokimos während der Unterhandlungen, die er mit AntigonosGemahlin Stratonike angeknüpft, zu entkommen, doch wurde er bald eingebracht; die übrigen auf der Burg wehrten sich gegen die Übermacht der Belagernden auf das tapferste, erlagen jedoch nach viermonatiger Belagerung.
 
 
 
 

  oo Atalante, Tochter des Orontes
       um 365 v.u.Z. 321 v.u.Z. hingerichtet
 
 
 
 

Literatur:
-----------
Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 17,31 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 274,298,377/Band II Seite 77,91,93,104,116,167 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 237 -