Brambach Joachim: Seite 24-27
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"Kleopatra. Herrscherin und Geliebte."

Allerdings beginnen in der Regierungszeit von Philadelphos auch jene mörderischen Familiendramen, die in der Geschichte dieser Dynastie bis zu Kleopatra eine so verhängnisvolle Rolle spielen sollten. Den Anfang machte Arsinoe, eine Tochter von Ptolemaios I. Noch fast als Kind war sie mit dem makedonischen König Lysimachos verheiratet worden, dem sie drei Söhne schenkte. Agathokles, Sohn aus einer früheren Ehe, galt als unumstrittener Thronfolger. Dies wurde ihm zum Verhängnis, denn die ptolemäische Arsinoe, die einen ihrer Söhne auf den makedonischen Thron heben wollte, beschuldigte Agathokles, seinem Vater nach dem Leben zu trachten. Obwohl es hierfür keine Beweise gibt, wurde Agathokles in den Kerker geworfen und dort auf Veranlassung Arsinoes umgebracht.
Dann trug Keraunos seiner Halbschwester Arsinoe, die ja noch als Witwe auf dem makedonischen Thron saß, die Ehe an und versprach ihr, die Herrschaft gemeinsam mit ihren Söhnen auszuüben. Durch heilige Eide gelang es ihm, die mißtrauische Arsinoe zur Heirat zu bewegen.
Arsinoe floh nach der Ermordung ihrer Kinder an den ägyptischen Hof zu ihrem Bruder Ptolemaios II. und dessen Gemahlin Arsinoe I., deren Vater Lysimachos und Bruder Agathokles sie schon zum Verhängnis geworden war. Der Ehrgeiz der nun 40-jährigen war trotz aller Schicksalsschläge ungebrochen. Nun sollte auch die ägyptische Königin ein Opfer ihres Machtwillens werden. Sie konnte ihren Bruder davon überzeugen, dass seine Frau ihm nach dem Leben trachte, was bisher weder dem ägyptischen Herrscher noch sonst jemand am ägyptischen Hof aufgefallen war. Die unglückliche Königin wurde nach Oberägypten verbannt. Anschließend heiratete Ptolemaios II. seine etwa acht Jahre ältere Schwester, die als Arsinoe II. den ägyptischen Thron bestieg.
Schon eher wird man den Hauptgrund für die Ehe in der Übereinstimmung der Charaktere - um nicht zu sagen Liebe - der beiden Geschwister sehen dürfen. „Beiden war das Höchste Herrschaft, Intrigen, Lebensgenuß. Sie verstanden sich, halfen sich gegenseitig und verziehen einander ihre Fehler.
Da die Ehe kinderlos blieb, adoptierte Arsinoe II. die Kinder ihrer unglücklichen Vorgängerin.