Antipatros II.                                  König von Makedonien (297-294 v.u.Z.)
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um 310 v.u.Z. † 287 v.u.Z. ermordet
 

Jüngster Sohn des Königs Kassandros von Makedonien aus  dem Hause des Antipatros und der Thessalonike von Makedonien, Tochter von König Philipp II.
 

Thiele, Andreas: Tafel 239
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

ANTIPATROS II.
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   † 287 v.u.Z. ermordet

Antipatros II. folgte 296/95 v.u.Z. nach Bruderkriegen und ließ seine Mutter ermorden, die sich gegen die Erbteilung stellte. Er wurde von Alexanders V. Stützen Demetrios I. und Pyrrhos I. verjagt, die sich um das Erbe zerstritten. Antipatros II. regierte ab 294 v.u.Z. zeitweise gemeinsam mit Pyrrhos I.; beide wurden von Demetrios I. verjagt. Er floh zu seinem Schwiegervater König Lysimachos, der ihn ermorden ließ, als er nach der Verjagung von Demetrios erneut Thronansprüche in Makedonien stellte. Makedonien fiel so an Lysimachos, der es kurz darauf an Seleukos I. verlor.

  oo EURIDIKE VON THRAKIEN
       um 312 v.u.Z. † um 287 v.u.Z. in väterlicher Haft

Tochter des Königs Lysimachos



Antipatros hatte nach dem Tod seines Bruders Philipp IV.seine Mutter ermordet und versuchte seinen jüngeren Bruder Alexander V. zu vertreiben. Dieser rief Pyrrhos und Demetrios I. zu Hilfe und Pyrrhos zwang Antipatros zur Flucht zu Lysimachos. Dieser ließ Antipatros, seinen Schwiegersohn, ermorden.

Bengtson Hermann: Seite 106,109,130
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"Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen."

Kassander hinterließ bei seinem Ableben seine Witwe Thessalonike nebst drei Söhnen; der älteste von ihnen mit Namen Philippos starb nur wenige Monate nach dem Vater in Elateia in Boötien. Die beiden anderen, Antipater und Alexander, regierten mit der Mutter gemeinsam das Land. Unter ihnen kam es sogar zu einer Teilung Makedoniens, ein Vorgang, den man im Lichte des territorialen Denkens jener Zeit sehen muß. Der ältere Sohn aber war unzufrieden. Er ließ seine Mutter, die angeblich den jüngeren Sohn bevorzugt hatte, kurzerhand umbringen. Alexander, der jüngere Bruder, entfloh und stellte sich unter den Schutz des Pyrrhos.
Nach der Vertreibung des Demetrios im Jahre 287 v.u.Z. durch die Diadochen Lysimachosund Pyrrhos strebte Antipatrosnach der Königsherrschaft über Makedonien, doch wissen wir nicht, ob dies den Tatsachen entspricht. Er war der Schwiegersohn des Lysimachosund hatte dessen Tochter Eurydike geheiratet. Lysimachos muß ihn gefürchtet haben, denn er ließ ihn hinrichten. Eurydike wanderte in die Gefangenschaft, weil man sie für eine Mitwisserin hielt.

Droysen Johann Gustav: Band II Seite 384-386,387,391,406,419
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"Geschichte des Hellenismus."

In Makedonien war seit dem Tode des jungen Königs Philippos entsetzliches Wirrsal in dem Hause des Kassandros. Sein zweiter Sohn, Antipatros, hatte das Reich erhalten; kaum dem Knabenalter entwachsen, mochten er und sein Bruder Alexandros noch unter der Obhut ihrer Mutter Thessalonike, der Tochter des großen Philipp, stehen; schon jetzt waren sie vermählt, der ältere, Antipatros, mit Lysimachos‘ Tochter Eurydike, Alexandros mit Lysdandra, der Tochter des Ptolemaios. Bald entstand zwischen den jungen Brüdern Eifersucht und Zweitracht; Antipatros beklagte sich, die Mutter suche den Vorteil ihres Lieblings Alexandros, ihm wolle sie das ganze Reich zuwenden; er ermordete seine Mutter, die letzte aus König Philipps Geschlecht. Dies mag Anfang des Jahres 295 geschehen sein. Alexandros rettete sich durch die Flucht; er wandte sich an Demetrios, ihn um Beistand zu bitten; den fesselten für den Augenblick noch die hellenistischen Angelegenheiten. Nun floh Alexandros nach Epeiros; Pyrrhos sagte ihm Hilfe zu, forderte aber dafür von den altmakedonischen Ländern Tymphaia und Parauaia, von den neuerworbenen Akarnanien, Amphilochien und Ambrakia, die größte der  griechischen Städte in jener Gegend. Alexandros willigte ein, Pyrrhos besetzte die Landschaften. Darauf zog er mit Heeresmacht aus, Alexandros nach Makedonien zu führen; Antipatros flüchtete mit seiner Gemahlin nach Thrakien, bei ihrem Vater Beistand zu finden. Mit den Geten im Kampf, vermochte Lysimachos nicht, Hilfe zu gewähren; er wünschte um jeden Preis den Frieden wiederhergestellt, bevor Demetrios sich einmischte. Alexandros wurde leicht gewonnen, aber wie den jungen „Adler“ im Fluge hemmen? Durch einen Betrug eigener Art hoffte Lysimachos es zu können; er wußte, wie großen Einfluß Ptolemaios über Pyrrhos hatte; er schrieb einen falschen Brief unter Ptolemaios‘ Namen an Pyrrhos, in dem er diesen aufforderte, gegen 300 Talente, die Antipatros zahlen werde, vom Kriege abzustehen. Pyrrhos erkannte den Betrug und schloß trotzdem den Frieden. Bei einem Treffen der drei Könige lehnte Pyrrhos den Frieden ab und die beiden Brüder scheinen Makedonien geteilt oder gemeinsam besessen zu haben.
Aber nach solchem Erfolg war die Macht der Geten im Rücken des Lysimachos bedeutend genug, um ihn von jedem Versuch, den er bei den Wirren in Makedonien für den zu ihm geflüchteten Antipatros, seinen Schwiegersohn, hätte machen können, zurückzuhalten. Er wies die die immer neuen Bitten der Tochter und ihres jungen Gemahls, ihnen die Heimkehr zu erkämpfen, zurück. Er schloß mit Demetrios einen Frieden, in dem er ihn als König von Makedonien anerkannte und ihm Antipatros‘ Anteil des makedonischen Landes förmlich abtrat.
Und als des Lysimachos‘Eidam Antipatros, der jetzt endlich in sein väterliches Erbe zurückgeführt zu werden gehofft  hatte, zugleich mit seiner Gemahlin Eurydike sich bitter darüber beklagte, dass ihm Lysimachos selbst Makedonien entrissen habe, ließ er ihn umbringen; seine Tochter verdammte er zu eweigem Gefängnis.
 
 
 
 

 300 v.u.Z.
  oo Eurydike, Tochter des Diadochen Lysimachos
       um 312 v.u.Z. † um 287 v.u.Z.  in väterlicher Haft
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Die Diadochen. Die Nachfolger Alexanders des Großen. C.  H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1987 Seite 106,109,130 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band II Seite 384-386,387,391,406,419 - Errington Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 136,137 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 1993 Seite 431 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 239 -