Amyntas IV.                                   König von Makedonien (359-357/55 v.u.Z.)
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368 v.u.Z. 336/35 v.u.Z. hingerichtet
 

Sohn des Königs Perdikkas III. von Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN oder nach Andreas Thiele Sohn des Königs Alexander II. von Makedonien (wenig wahrscheinlich)
 

Thiele, Andreas: Tafel 236
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband"

AMYNTAS IV.
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368 v.u.Z. 336 v.u.Z. ermordet

Amyntas IV. wurde 359 v.u.Z. nach der Ermordung von König Perdikkas III. König von Makedonien und wurde von seinem Onkel Philipp II. verdrängt. Er war 336 v.u.Z. Prätendent für den makedonischen Thron und wurde von Alexander III. ermordet.

  oo um 340 v.u.Z.
       KYNANE VON MAKEDONIEN
       um 355 v.u.Z. 322 v.u.Z. ermordet

Tochter Philipps II.



Amyntas IV. wurde um 356 v.u.Z. von seinen Onkel Philipp II., der für ihn die Vormundschaft führte, beiseite geschoben. Wir hören nichts davon, dass es zwischen Oheim und Neffen Spannungen gegeben hätte. Dem Amyntas wurde es sogar gestattet, den Königstitel zu führen, wie dies eine griechische Inschrift aus Böotien beweist. Und Philipp hat ihm eine seiner zahlreichen Töchter zur Frau gegeben; dies ist Kynna (oder Kynnane). Nach der Ermordung Philipps II. wurde er als rechtmäßiger Erbe Makedoniens durch Alexander den Großen hingerichtet.

Droysen Johann Gustav: Band I Seite 58,70,78 2 60,152
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"Geschichte des Hellenismus."

Unter solchen Umständen übernahm Philippos das Regiment 359, zunächst für des Perdikkas Sohn Amyntas.
Andere meinten, das nächste Recht an das Reich habe Amyntas, PerdikkasSohn, der als Kind die Zügel des vielbedrohten Reiches an Philipp habe übergeben müssen; nur Philipps Trefflichkeit könne seine Usurpation entschuldigen; nach unverjährbarem Recht müsse Amyntas jetzt die Herrschaft erhalten, deren er sich in langer Entsagung würdig gemacht habe. So die Parteien; aber das Volk haßte die Königsmörder und fürchtete den Krieg nicht; es vergaß Kleopatras Sohn, da der Vertreter seiner Partei fern war; es kannte den Sohn des Perdikkas nicht, dessen Tatlosigkeit Beweis genug für seine Unfähigkeit schien.
Noch war der Mut der Gegner nicht gebrochen; immer neue Anzettelungen wurden entdeckt; an einem Plan zur Ermordung Alexanders fand man Amyntas beteiligt, den Sohn des Königs Perdikkas, den Philipp nachmals mit seiner Tochter Kynane vermählt hatte; er wurde hingerichtet.
Auch mit einer Illyrerin hatte sich einst König Philipp, als er für den unmündigen Sohn seines Bruders das Regiment übernahm und auch von illyrischen Häuptlingen bedrängt wurde, vermählt. Aus dieser Ehe war ihm Kynane geboren, die er dann, als sie erwachsen war, jenem Amyntas, der das Königtum hätte erhalten sollen, vermählte. Amyntas selbst bedeutete wenig; aber denen, die nach Philipps Ermordung gegen Alexanders Nachfolge sich verschworen, konnte dessen Erbrecht einen erwünschten Vorwand bieten. Als Alexander von seinem ersten Zug nach Hellas zurückkam, wurden Entdeckungen gemacht, in denen auch Amyntas Name eine Rolle spielte; er wurde verurteilt und hingerichtet. Kynane hatte ihm eine Tochter Adea, oder wie sie später genannt wurde, Eurydike, geboren.

Bengtson Hermann: Seite 11,22,64,125,127
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt."

Im Jahr 359 v. Chr. hat Philipp die Zügel der Regierung ergriffen, und zwar als Vormund seines Neffen Amyntas, des Sohnes des Perdikkas.
Und nun übernahm Philipp II., der jüngere Bruder des Perdikkas, die Regierung, zunächst als Regent für seinen Neffen Amyntas, einige Jahre später als König der Makedonen. Amyntas, dem Sohn des Perdikkas, wurde gestattet, den Königstitel zu führen, er nahm aber ein trauriges Ende, denn Alexander der Große hat ihn bei seinem Regierungsantritt im Jahre 336 aus dem Wege räumen lassen. Mit seinem Onkel Philipp II. hatte Amyntas in Frieden gelebt, dieser hatte ihm sogar seine Tochter Kynane zur Frau gegeben. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Hadeia, die später den Namen Eurydike geführt hat.
Seinen Neffen Amyntas hat Philipp allerdings am Leben gelassen. Er hat ihm darüber hinaus seine Tochter Kynane zur Frau gegeben. Auf einer Inschrift aus dem böotischen Lebedeia (IG VII 3055) führt Amyntas sogar den Königstitel, er wird hier genannt „Amyntas, der Sohn des Perdikkas, König der Makedonen“. Ob er freilich den Königstitel hier zu Recht führt, das ist die Frage.
Im übrigen war Alexanders Thronfolge nicht ganz unumstritten. Amyntas, der Sohn des Perdikkas III., war von Philipp verdrängt worden, an der Politik und Kriegsführung der Makedonen hatte er keinen Anteil gehabt. Verheiratet mit Kynane, einer Tochter Philipps, war er ein Mann, der durch seine Abstammung dem Alexander gefährlich werden konnte. Alexander hat dieses Problem dadurch gelöst, dass er Amyntas umbringen ließ, natürlich im Einverständnis mit den Generälen Philipps, mit Parmenion und Antipater. AmyntasErmordung war dennoch schwer zu entschuldigen, er hatte sich immer loyal verhalten, und es gab, wie es scheint, keine Partei in Makedonien, die ihn unterstützt hätte. Es war dies ein politischer und dynastischer Mord, den niemand rechtfertigen wird.
 
 
 
 

um 340 v.u.Z.
  oo Kynane von Makedonien, Tochter des Königs Philipp II.
        um 355 v.u.Z. 322 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Kinder:

  Eurydike (Hadeia)
  338 v.u.Z. 317 v.u.Z. ermordet

 320 v.u.Z.
  oo Philipp III. Arrhidaios
       um 360 v.u.Z. 317 v.u.Z. ermordet
 
 
 
 

Literatur:
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Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große. Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs  Verlag München 1997 Seite 11,21,22,38,64,125,127 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 58,70,78/Band II Seite 60,152 - Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 26 - Lauffer Siegfried: Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München 1993 Seite 16,39 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband, R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236 -