Sohn des Prinzen Arrhidaios von
Makedonien aus dem Hause der ARGEADEN;
Enkel des Prinzen Amyntas, des Sohnes
von König Alexander
I. Philhellen
Illustriertes Lexikon des Altertums: Seite 39
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Amyntas III., König von Makedonien
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Bestieg den Thron 393 v. Chr. nach der Ermordung von Amyntas II. Mit der Hilfe von Thessalien schlug Amyntas III. die Illyrier zurück. Durch günstige Bündnisse mit verschiedenen Mächten (Chalkidischer Bund, Sparta, Athen und Iason von Pherai) konnte er sein Königreich gegen ausländische Bedrohung absichern und seine Herrschaft in Makedonien sichern. Er starb 370 v. Chr. Amyntas III. war der Vater von Philipp II.
F. Geyer, Makedonien bis zur Thronbesteigung Philipps
II., 1930, 110ff.
Konnte nach der Befreiung Makedoniens von den Illyriern
durch Verträge mit verschiedenen griechischen Staaten eine Konsolidierung
der Verhältnisse in seinem Land herbeiführen. Von seinen drei
Söhnen führte nach ihm Philipp II.
das Land zu höchster Machtentfaltung. Amyntas
III. wurde in Pydna als Gott verehrt.
AMYNTAS III.
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† 370
v.u.Z.
Sohn des Prinzen Arrhidaios, Urenkel König Alexanders I.
Amyntas III. folgte um 390 v.u.Z. seinem Cousin Amyntas II., führte jahrelange Thronkriege und wurde mehrmals verjagt, 383-381 v.u.Z. von einem entfernten Cousin Argaios II., der 359 v.u.Z. bei Methone gegen Philipp II. fiel. Er schloß sich 375 v.u.Z. dem 2. "Attischen Seebund" an, sicherte letztlich mit Hilfe Thessaliens seine Herrschaft gegen Prätendenten, Illyrer und Olynthos, mit dem er anfangs verbündet war. Amyntas III. verbündete sich mit dem berühmten Tyrannen Jason von Pherai, der letztmals Thessalien einte und zum politischen Höhepunkt führte. Er konnte Makedonien seine Geschlossenheit zurückgewinnen und band Grenzregionen und Stammesfürsten an die Krone.
1. oo GYGIA
N.
†
2. oo EURIDIKE
VON LYNKESTIS
um 405 v.u.Z. † 365 v.u.Z. ermordet
Tochter des Fürsten Sirrhas
Bengtson Hermann: Seite 21,40-52
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"Philipp und Alexander der Große. Die Begründer
der hellenistischen Welt."
In der Zeit von 393 v.u.Z. bis 370 v.u.Z. hat der König
Amyntas
III., der Vater Philipps II.,
regiert. Aber seine Herrschaft war nicht unbestritten. Es gab einen Prätendenten
namens Argaios. Ihm werden zwei Regierungsjahre
gegeben, vielleicht in der Zeit zwischen 384 v.u.Z. und 382 v.u.Z. In diesen
Jahren war Amyntas III. nicht im Land,
und die Quellen berichten, er sei ganz aus Makedonien vertrieben worden.
Die Regierung des Amyntas III.
war außerordentlich wechselvoll. Er ist übrigens der erste König
der Makedonen, von dem ein urkundliches Zeugnis erhalten geblieben ist.
In Verbindung mit diesem Vertrag steht die Landschenkung des
Amyntas III. an die Chalkidier. Sie muß einer Zeit angehören,
in der sich Makedonien in Bedrängnis gefunden hat. Von einem vollständigen
Zusammenbruch des Landes wird man jedoch nicht sprechen können, und
mit Recht hat Geyer bemerkt: "Amyntas
war nach Ausweis der Vertragsbestimmungen wohl hilfsbedürftig, aber
doch noch imstande, über die Erzeugnisse seines Landes zu verfügen
und wertvolle politische Zugeständnisse zu machen. Bei der Landschenkung
mag es sich um Anthemus und um Gemeinden in der Gegend der Seen Koroneia
und Bolbe gehandelt haben. Für Makedonien war das ein schmerzhafter
Verlust, aber es war noch nicht aller Tage Abend."
So schreibt Isokrates in seinem "Archidamos",
Amyntas
habe zunächst daran gedacht, Makedonien zu verlassen, um sein Leben
vor den Barbaren in Sicherheit zu bringen, dann aber habe er sich nach
dem Vorbild des Dionysios von Syrakus wieder aufgerafft und sich
auf eine kleine Burg geflüchtet. Von hier aus habe er Hilfe herbeigerufen
und in nur drei Monaten das ganze Land zurückgewonnen. - Es besteht
gar kein Zweifel daran, dass Isokrates, der ja Zeitgenosse war,
hier korrekt berichtet hat. Denn die Invasion der Illyrer war nur eine
vorübergehende Erscheinung, sie waren nicht imstande in Makedonien
festen Fuß zu fassen, sie sahen sich gezwungen, das Land bald wieder
zu räumen. Anders liest man es freilich bei Diodor. Danach
habe Amyntas sein Reich verloren, die
benachbarten Thessaler aber hätten ihn zurückgeführt. Es
gäbe aber, so schreibt Diodor, noch eine andere Überlieferung.
Sie berichtet, dass nach der Vertreibung des Amyntas
zehn Jahre lang Argaios über Makedonien
geherrscht habe, erst danach habe Amyntas
die Königsherrschaft zurückgewonnen. Die Intervention der Thessaler
ist nicht unwahrscheinlich. Denn sie mußten ein Interesse daran haben,
die Illyrer aus Makedonien zu vertreiben und den alten Zustand jenseits
der thessalischen Nordgrenze wiederherzustellen.
Wie es heißt, soll Amyntas
den Illyrern Tribut gezahlt haben, und sein Sohn Philipp,
der spätere König Philipp II.,
soll als Unterpfand des makedonisch-illyrischen Vertrags den Thebanern
in Geiselhaft gegeben worden sein.
Was ist hierzu zu sagen? Zunächst kann von einer
10-jährigen Regierung des Argaios
keine Rede sein. Die Chronographen geben ihm zwei Jahre, und dies wird
wohl richtig sein. Und wann hat Argaios regiert?
Am ehesten kommen die Jahre vor der spartanischen Expedition nach Olynth
in Betracht, seine Regierung fiele dann vor 382 v.u.Z. Offenbar haben die
Chalkidier den Prätendenten favorisiert, als seine Bundesgenossen
eroberten sie weite Teile Makedoniens, vor allem Mygdonien und die Gebiete
am Thermäischen Golf, auch die Hauptstadt Pella sollen sie in ihre
Gewalt gebracht haben, so dass Xenophon sogar von einer Befreiung
der Makedonen von der Königsherrschaft sprechen kann. Nach Griffith
fiele die Besetzung Pellas in den Herbst des Jahres 383 v.u.Z.
Amyntas III. hatte
übrigens in Derdas II., dem Teilfürsten der Eleimiotis,
einen Bundesgenossen. Die Herrschaft des Argaios
wird man mit Geyer am ehesten den Jahren von 385 v.u.Z. bis 382
v.u.Z. zuweisen. In seiner Bedrängnis wandte sich Amyntas
III. an den thrakischen Herrscher Kotys, den Schwiegervater
des
attischen
Söldnerführers Iphikrates. Nach Aischenes soll Amyntas
den Söldnerführer adoptiert haben, die Gründe und der Zeitansatz
sind unbekannt, doch wird man die Adoption mit Wahrscheinlichkeit zwischen
386 v.u.Z. und 375 v.u.Z. setzen.
Von größerer historischer Bedeutung ist jedoch
die Zusammenarbeit des Makedonen-Königs Amyntas
III. mit den Spartanern. Nach der Eroberung Olynths durch die
Spartaner schloß sich Amyntas den
Athenern an.
Das Ende der Regierungszeit des Amyntas
III. - er starb im Jahre 370/69 v.u.Z. in hohem Alter
- ist bald erzählt. Am bedeutendsten ist wohl das Bündnis, das
er mit dem thessalischen Machthaber Iason von Pherai abgeschlossen
hat, es mag in das Jahr 375/74 v.u.Z. gehören, obwohl hier Diodor
anderer
Meinung ist, denn er teilt diesen Vertrag erst dem letzten Regierungsjahr
des Amyntas zu. Bemerkenswert ist auch
noch die Teilnahme Makedoniens an dem Friedenskongreß von Delphi
im Jahre 371 v.u.Z. Zur Überraschung der Anwesenden soll sich
Amyntas
für die athenischen Rechte auf Amphipolis eingesetzt haben - wer sich
des zwischen Makedonien und Athen abgeschlossenen Bündnisses erinnert,
für den wird dies keine Überraschung sein.
Während Geyer den König im ganzen recht
günstig beurteilt, indem er seine Energie und seine diplomatische
Gewandtheit noch besonders hervorhebt, ist neuerdings Griffith geneigt,
gewisse Einschränkungen vorzunehmen. Er lobt zwar seine Tatkraft,
seine Hartnäckigkeit und Biegsamkeit, aber er unterläßt
es nicht zu bemerken, dass die Nachbarn des Landes ihm schwer zu schaffen
gemacht haben, und für den britischen Historiker ist es sogar zweifelhaft,
ob Makedonien unter Amyntas III. in
den 70-er Jahren des 4. Jahrhunderts v.u.Z. einen Wiederaufstieg erlaubt
hat. Es ist immerhin eine erstaunliche Leistung, dass sich Amyntas
III. inmitten einer feindlichen Welt zu behaupten vermochte,
obwohl er mehrfach am Abgrund gestanden hat. Eine Großmacht war Makedonien
unter seiner Herrschaft sicher nicht, aber es war ein bedeutendes Land
jenseits der Nordgrenze von Hellas und für die Spartaner ebenso wie
für die Athener ein wichtiger Bundesgenosse.
Amyntas III. war
das Haupt einer großen Familie. Von seiner Frau Eurydike stammten
die Söhne Alexander, Perdikkas
und Philipp, von seiner früheren
Gattin Gygaia hatte er gleichfalls drei
Söhne, sie hießen Archelaos,
Atthidaios
und Menelaos, dazu noch eine Tochter
Eurynoe,
die
Ptolemaios von Aloros zum Gatten hatte.
1. oo Gygaia
†
393 v.u.Z.
2. oo 1. Eurydike
um 405 v.u.Z. † 365 v.u.Z.
ermordet
368 v.u.Z.
2. oo Ptolemaios
von Aloros
† 365 v.u.Z.
Kinder:
1. Ehe
Archelaos
†
359 v.u.Z.
Arrhidaios
†
349 v.u.Z. ermordet
Menelaos
†
348 v.u.Z. ermordet
Er war in Olynthos im Exil und wurde von Philipp II. ermordet.
Gygaia
†
oo Bubares
†
Eurynoe
†
oo Ptolemaios von Aloros
† 365 v.u.Z.
2. Ehe
Alexander II.
um 386 v.u.Z. †
368 v.u.Z.
Perdikkas III.
um 384 v.u.Z. †
359 v.u.Z.
Philipp II.
382 v.u.Z. †
336 v.u.Z.
Literatur:
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Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große.
Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag
München 1997 Seite 11,21,38,40-52,189 - Droysen Johann Gustav:
Geschichte des Hellenismus. Primus Verlag 1998 Band I Seite 56 - Errington
Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite
34,36,37,39,40,201 - KLEINES LEXIKON DES HELLENISMUS. Harrassowitz
Verlag Wiesbaden 1993 Seite 246 - Lauffer Siegfried: Alexander der
Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München
1993 Seite 23,27 - Thiele, Andreas: Erzählende genealogische
Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 236 -