Sohn des Fürsten Aeropos
Thiele, Andreas: Band III Tafel 239
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"Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen
Geschichte Band III Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser
Ergänzungsband"
N., Tochter von Antipatros I.
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oo ALEXANDER, Fürst der Lynkestis
† 330 v.u.Z. ermordet
Sohn des Fürsten Aeropos
Alexander war der Sohn des Fürsten Aeropos,
Mitmörder Philipps II. und wurde
daher 336 v.u.Z. von Alexander dem Großen
gefördert.
Er wurde Chef der thessalischen Reiterei
und half Persien zu erobern.
Er wurde des Verrat bezichtigt und nach vier Jahren Haft ermordet.
In kurzem schwanden die Parteien am Hofe; von der Partei
der Lynkestier waren Ptolemaios und Eurydike tot; einer von
den Söhnen des Aeropos, Alexandros, wurde später
durch Vermählung mit des treuen Antipatros Tochter, die beiden
anderen, Heromenes und Arrhabaios, durch andere Gnaden gewonnen.
Der Lynkestier Alexandros erkannte, dass für
ihn keine Hoffnung blieb; er eilte zu Olympias‘
Sohn,
er war der erste, der ihn als König von Makedonien begrüßte.
Es kam an den Tag, dass die lynkestischen Brüder
vom
Perser-König, der den Krieg mit Philipp
fürchtete,
bestochen waren und in der Hoffnung, durch persische Hilfe das Reich an
sich zu reißen, eine Verschwörung gestiftet hatten, für
deren geheime Pläne Pausanias nur das blinde Werkzeug gewesen
war; die Mitverschworenen wurden in den Tagen der Leichenfeier hingerichtet,
unter ihnen die Lynkestier Arrhabaios und Heromenes; ihr
Bruder Alexandros wurde begnadigt, weil er sich unterworfen hatte.
Ein anderes Korps, das aus den Kontingenten der Peloponnesier
und der übrigen Hellenen bestand, wurde unter Kalas und dem Lynkestier
Alexandros, der an Kalas‘ Stelle den Befehl über die
thessalische Reiterei erhalten hatte, nach den Gegenden, die dem Rhodier
Mennon gehörten, abgesandt.
In eben jenen Tagen war es, dass ein verruchter Plan
ans Licht kam, doppelt verrucht, weil er von einem der vornehmsten Befehlshaber
des Heeres ausging, dem Alexander Großes
verziehen und Größeres anvertraut hatte. Der König war
vielfach gewarnt worden, noch vor kurzem hatte Olympias
in
einem Brief ihren Sohn beschworen, vorsichtig gegen frühere Feinde
zu sein, die er jetzt für seine Freunde halte. Der Verräter war
Alexandros
der Lynkestier, in dem die zweideutigen Ansprüche seiner Familie
auf das makedonische Königtum einen ebenso heimtückischen wie
hartnäckigen Vertreter fanden. Der gleichen Teilnahme an jener Verschwörung
zum Morde des Königs Philipp
verdächtig,
die zweien seiner Brüder die Todesstrafe gebracht hatte, war er, weil
er dem Sohn des Ermordeten sich sofort unterworfen, und ihn zuerst als
König begrüßt hatte, nicht bloß straflos geblieben,
sondern Alexander behielt ihn in seiner
Umgebung, übergab ihm manches wichtige Kommando, so noch zuletzt die
Anführung
der thessalischen Ritterschaft für den Zug gegen
Memmons Land
und nach Bithynien. Aber selbst das Vertrauen des Königs vermochte
nicht, des argen Mannes Gesinnung zu ändern; das Bewußtsein
eines vergeblichen, aber nicht bereuten Verbrechens, der ohnmächtige
Stolz, doppelt gekränkt durch die Großmut des glücküberhäuften
Jünglings, das Andenken an zwei Brüder, deren Blut für den
gemeinsamen Plan geflossen, die eigene Herrschsucht, die desto heftiger
quälte, je hoffnungsloser sie war, kurz Neid, Haß, Begier, Furcht,
das mögen die Triebfedern gewesen sein, die den Lynkestier
die Verbindung mit dem persischen Hof wieder anzuknüpfen oder vielleicht
nicht abzubrechern bewogen; jener Neoptolemos, der in Halikarnaß
für die Perser kämpfend den Tod gefunden hatte, war sein Neffe;
durch Antiochos‘ Sohn Amyntas hatte Alexandros
schriftliche und mündliche Eröffnungen an den Großkönig
gelangen lassen. Von Parmenion aufgefangen, gestand Sisines,
einer von Dareios‘
Vetrrauten, den
Zweck seiner Sendung, den er, unter Bedeckung nach Phaselis vor den König
geführt, dahin bezeichnete, dass er im Namen des Großkönigs
dem Lynkestier, wenn er Alexander
ermorde, 1.000 Talente und das Königtum Makedoniens habe versprechen
sollen. Der Lynkestier wurde festgesetzt; ihn zu richten, verschob
der König auch jetzt noch, teils auf Rücksicht auf Antipatros,
dessen
Schwiegersohn der Hochverräter war, besonders aber, um nicht zu
beunruhigenden Gerüchten im Heer und in Griechenland Anlaß zu
geben.
Bemerkenswert ist, dass im Jahre 330 v. Chr.
bei Gelegenheit dieser Untersuchungen die Sache des Lynkestiers Alexandros,
der vier Jahre früher in Kleinasien einen Anschlag auf das Leben des
Königs gemacht hatte, damals aber auf ausdrücklichen Befehl des
Königs nur festgenommen war, jetzt zur Sprache gebracht wurde. Mag
es wahr sein, dass das Heer seine Hinrichtung forderte, dem König
konnte es notwendig erscheinen, einen Mann, den er mit Rücksicht auf
seine Verschwägerung mit dem Reichsverweser in Makedonien bisher der
gerechten Strafe vorenthalten, dem jetzt geforderten Urteil des Heeres
zu überantworten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass neue Anlässe
hinzukamen, gerade jetzt ihn vor Gericht zu stellen.
oo N.N.,Tochter des Reichsverwesers Antipatros
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Literatur:
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Bengtson Hermann: Philipp und Alexander der Große.
Die Begründer der hellenistischen Welt. Eugen Diederichs Verlag München
1997 Seite 190,201 - Droysen Johann Gustav: Geschichte des Hellenismus.
Primus Verlag 1998 Band I Seite 58,71,130,145,275 - Errington Malcolm:
Geschichte Makedoniens. C.H. Beck Verlag München 1986 Seite 60,198
- Geyer, Fritz: Alexander der Große und die Diadochen. Verlag
von Quelle & Meyer in Leipzig 1925 Seite 30,40 - Lauffer Siegfried:
Alexander der Große. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.
KG München 1993 Seite 39,139 - Thiele, Andreas: Erzählende
genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte Band III Europäische
Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser Ergänzungsband,
R.G. Fischer Verlag 1994 Tafel 239 -